
Daniel Kehlmann: Große Geschichten, historische Panoramen und die Magie des Erzählens
«Der führende deutsche Romancier seiner Generation.» The New Yorker
Künstler, Forscher, Abenteurer allesamt: Alexander von Humboldt, Carl Friedrich Gauß, Tyll Ulenspiegel, G. W. Pabst. Sie gehören zum Figurenensemble in den großen Romanen des wohl erfolgreichsten deutschsprachigen Romanciers unserer Tage: Daniel Kehlmann.
1975 in München geboren, aber seit 1981 in Wien aufgewachsen, pendelt er heute zwischen Deutschland und New York. Auch literarisch ist er ein Grenzgänger zwischen Zeiten und Genres, formbewusster Literatur und mitreißender Erzählkunst. Zu Hause in der Weltliteratur wie im Kino, sind alle seine Texte überraschend, relevant, vielseitig und brillant. Verlassen kann man sich dabei aber immer auf eines: Seine Bücher beweisen, dass Lesegenuss und Erkenntnisgewinn kein Widerspruch sind.
Nach seinem Debütroman «Beerholms Vorstellung», den er als 22-Jähriger veröffentlichte, gelang ihm 2005 mit «Die Vermessung der Welt» einer der größten literarischen Bucherfolge der deutschen Nachkriegszeit. Der historische Roman um Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß eroberte nicht nur die Bestsellerlisten im deutschsprachigen Raum, sondern auch die Charts der New York Times. Seine nachfolgenden Werke führten diesen Erfolg fort und brachten ihm herausragende Anerkennung ein: Kehlmann wurde unter anderem mit dem Kleist-Preis, dem Thomas-Mann-Preis sowie dem Friedrich-Hölderlin-Preis geehrt und mehrfach für den renommierten International Booker Prize nominiert.
Im Zentrum von Daniel Kehlmanns Schaffen steht der oft historische Stoffe bearbeitende Roman. Kehlmanns unverkennbarer Stil verbindet europäische Erzähltradition mit den philosophischen Labyrinthen eines Jorge Luis Borges und der Phantastik Gabriel García Márquez’, so kunstvoll verwebt er historische Fakten und Imagination. Er ist ein brillanter Menschenzeichner, der es versteht, durch seine kunstvollen Erzählperspektiven den Leser:innen Außenseiterfiguren empathisch und immer mit einer humoristischen Note näherzubringen. Dieses Gespür für Form und Dramaturgie vermittelt er als Lehrender – unter anderem im Rahmen der Frankfurter Poetikvorlesungen sowie an der New York University –, während er als profilierter Essayist und Kritiker (u. a. für Die Zeit, die FAZ und die Süddeutsche Zeitung) das internationale Geistesleben ebenso prägt wie mit seinen Arbeiten für Theater und Film.
Für wen schreibt Daniel Kehlmann?
Daniel Kehlmanns Romane bleiben bei aller Kunstfertigkeit und bei allen historischen und geistigen Bezügen immer eine zugängliche und packende Lektüre. Sie eignen sich für geschichtsinteressierte wie literarisch versierte Leser:innen gleichermaßen wie für diejenigen, die einfach nur ein fesselndes Leseerlebnis suchen.
Was ist ein guter Einstieg in das Werk von Daniel Kehlmann?
Alle Romane Kehlmanns eignen sich für einen Einstieg, man kann eigentlich gar nicht falsch liegen! Empfehlen möchten wir insbesondere seine großen historischen Romane, die allesamt internationale Bestseller geworden sind:
«Die Vermessung der Welt»
Mit hintergründigem Humor schildert Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Er beschreibt ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, ihr Scheitern und ihren Erfolg. Ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Phantasie, Kraft und Brillanz.
«Lichtspiel»
Nach einem wegen beruflicher Erfolglosigkeit schnell beendeten Exil in Hollywood kehrt der gefeierte Regisseur G. W. Pabst in seine mittlerweile von den Nationalsozialisten annektierte Heimat Österreich zurück. Obwohl er im Glauben an die Unabhängigkeit seiner Kunst dem Werben des Berliner Propagandaministers zu widerstehen hofft, verstrickt er sich unausweichlich in der Realität der Diktatur. «Lichtspiel» erzählt eindringlich von dem verhängnisvollen Spannungsfeld zwischen schöpferischem Genie und dem Wunsch nach Wirkung um jeden Preis.
«Tyll»
Eine Hommage an die großen Epen von Grimmelshausen und Charles De Coster und doch ein fabelhafter, ganz gegenwärtigerr Roman über den Einzelnen als Spielball der Zeitläufte. Nachdem sein Vater mit der Kirche in Konflikt geraten ist, flieht der Müllerssohn Tyll Ulenspiegel mit der Bäckerstochter Nele durch das von den Religionskriegen verheerte Europa des 17. Jahrhunderts. Als Gaukler zieht er durch die Lande und begegnet dabei dem einfachen Volk wie den Mächtigen der Epoche. Ein facettenreiches Panorama des Dreißigjährigen Krieges, die Geschichte eines Schelms, der beschlossen hat, unsterblich zu werden.
«Ruhm»
Ein Geflecht aus Zufällen, Missverständnissen und absurden Verwechslungen: Mit Witz und Konstruktionslust legt Kehlmann die Absurditäten unserer hypervernetzten Gesellschaft offen. Neun Geschichten verdichten sich zu einem virtuosen Spiel um Schein und Sein. Ein rasantes, kühnes und komisches Buch voll unvorhersehbarer Wendungen.
Jetzt ganz neu: «Afrika»
Das neue, mit Spannung erwartete Buch von Daniel Kehlmann!
Ein folgenschwerer Wendepunkt der Weltgeschichte als meisterhaftes Kammerspiel des Absurden: Als 1884 in Berlin über das Schicksal eines ganzen Kontinents gefeilscht wird, kämpft der österreichische Gesandte Strinetzky vor allem gegen den eigenen Ruin. Eine finstere Komödie über Ehre, Macht und den Wahnsinn der Weltpolitik, die zeigt, warum Kehlmann zu den virtuosesten Erzählern der Gegenwart gerechnet wird.
Übersicht über alle Bücher Daniel Kehlmanns bei Rowohlt
Historische Romane
Große Epochen, legendäre Figuren und folgenschwere Wendepunkte: In seinen historischen Romanen verbindet Daniel Kehlmann Geschichte virtuos mit Phantasie. Mit meisterhafter Ironie, feinem Humor und dramaturgischer Raffinesse erweckt er vergangene Jahrhunderte zum Leben – und spiegelt darin immer wieder die Krisen und Fragen unserer eigenen Gegenwart.
Gegenwartsromane
Vom Literaturbetrieb über die Verführungen der Kunstszene bis zu den Absurditäten des digitalen Zeitalters: Kehlmanns Romane über das Hier und Jetzt sind scharfzüngige Gesellschaftssatiren und zugleich philosophische Gedankenspiele. Meisterhaft konstruiert, erzählen sie von Doppelgängern, Betrügern und Figuren, die zwischen Schein und Wirklichkeit den Halt verlieren.
Novellen/Kurzromane
Die Kunst der Verdichtung auf kleinem Raum: In seinen Novellen und Kurzromanen erweist sich Daniel Kehlmann als Meister des doppelten Bodens. Atmosphärisch dicht erzählen diese Texte von Figuren, deren vermeintlich sichere Realität plötzlich unmerkliche, verstörende Risse bekommt.
Essays
Ein scharfsinniger Blick auf Kunst, Film und die Mechanik des Erzählens: In seinen Essays, Reden und Frankfurter Poetikvorlesungen zeigt sich Daniel Kehlmann als passionierter Leser, brillanter Literaturkenner und wacher Beobachter der Gegenwart. Er reflektiert über das eigene Handwerk, porträtiert verehrte Meister der Weltliteratur und analysiert das Kino mit bestechender Klarheit und Eleganz.
Erzählungen
Konzentrierte Prosa voller hintergründiger Spannung: Daniel Kehlmanns Erzählungen porträtieren Menschen, die aus der Enge ihres gewohnten Daseins ausbrechen wollen – koste es, was es wolle. Bereits in diesen kürzeren Texten offenbaren sich sein unverkennbarer Stil und seine psychologische Treffsicherheit.
Drehbuch
Als passionierter Filmkenner und renommierter Drehbuchautor (u. a. für die Miniserie «Kafka») schlägt Daniel Kehlmann immer wieder die Brücke zum Kino. Das bei Rowohlt erschienene Drehbuch zu «Die Vermessung der Welt» zeigt aus nächster Nähe, wie Kehlmann seinen großen Roman in präzise Szenen und pointierte Dialoge für die Leinwand übersetzt hat.
Dramen
Daniel Kehlmann schreibt regelmäßig fürs Theater. Bei Rowohlt versammelt der Band «Vier Stücke» vier seiner Arbeiten (Geister in Princeton / Der Mentor / Heilig Abend / Die Reise der Verlorenen) – dialogstark, hochspannend und feinsinnig zugleich. Mehr über Daniel Kehlmanns Theaterwerk auch beim Rowohlt Theater Verlag.
Vita Daniel Kehlmann
- 1975 Geboren am 13. Januar in München als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler.
- 1981 Umzug der Familie nach Wien, wo Kehlmann aufwächst und später Philosophie und Germanistik studiert.
- 1997 Literarisches Debüt im Alter von 22 Jahren mit dem Roman «Beerholms Vorstellung».
- 2003 Erster größerer Publikumserfolg mit der kunstvollen Satire «Ich und Kaminski».
- 2005 Internationaler Durchbruch mit «Die Vermessung der Welt». Der Doppelbiografie-Roman um Humboldt und Gauß wird zu einem der größten Bestseller der deutschen Nachkriegsliteratur, in Dutzende Sprachen übersetzt und erreicht die Bestsellerliste der New York Times. Auszeichnung mit dem Candide-Preis.
- 2006 Auszeichnung mit dem Kleist-Preis.
- 2008 Auszeichnung mit dem Per-Olov-Enquist-Preis und dem Thomas-Mann-Preis.
- 2009 Veröffentlichung des Bestsellers «Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten», der die Spielarten moderner Identität und digitaler Vernetzung erforscht.
- 2014 Poetikdozentur an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (nachzulesen in «Kommt, Geister»)
- 2017 Der Roman «Tyll» versetzt die Figur des Tyll Ulenspiegel in die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges. Das Werk wird weltweit gefeiert und 2020 für den International Booker Prize nominiert.
- 2018 Verleihung des Friedrich-Hölderlin-Preises und Frank-Schirrmacher-Preises.
- 2023 Veröffentlichung des Romans «Lichtspiel» über den Stummfilm- und Tonfilmregisseur G. W. Pabst und dessen schleichende Verstrickung in den nationalsozialistischen Propagandaapparat.
- 2024 Ausstrahlung der sechsteiligen Fernsehserie «Kafka», für die Kehlmann gemeinsam mit David Schalko das Drehbuch verfasste.
- 2026 «Lichtspiel» auf der Shortlist für den International Booker Prize und Veröffentlichung von «Afrika».
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Daniel Kehlmann
Kehlmanns Werk verbindet die mitteleuropäische Novellentradition von Heinrich von Kleist und Franz Kafka mit dem Magischen Realismus Gabriel García Márquez’, den philosophischen Labyrinthen eines Jorge Luis Borges sowie Vladimir Nabokovs erzählerischer Präzision. Charakteristisch für seinen Stil sind eine scheinbar mühelose Eleganz, meisterhafte Figurenzeichnung, feine Ironie und der kunstvolle Einsatz der indirekten Rede.
Ja. Neben seinen Romanen ist Kehlmann ein profilierter Dramatiker und Drehbuchautor. Seine Theaterstücke – darunter «Geister in Princeton», «Der Mentor», «Die Reise der Verlorenen» und «Heilig Abend» – werden international auf die Bühne gebracht (gesammelt in «Vier Stücke». Zudem schrieb er zahlreiche Drehbücher, darunter gemeinsam mit Regisseur David Schalko das Drehbuch zur ARD/ORF-Serie «Kafka» (2024).
Sein auflagenstärkstes und international bekanntestes Werk ist der 2005 erschienene Roman «Die Vermessung der Welt». Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der Bestsellerlisten, verkaufte sich weltweit millionenfach und wurde erfolgreich fürs Kino verfilmt. Auch «Tyll» (2017) und «Lichtspiel» (2023) avancierten direkt nach Erscheinen zu Bestsellern.
Das neueste Buch ist «Afrika», das am 6.11.2026 erscheint.
Der Rowohlt Verlag ist die verlegerische Heimat von Daniel Kehlmanns großen Erfolgen. Seit dem Erscheinen von «Die Vermessung der Welt» (2005) publiziert Rowohlt sein erzählerisches, essayistisches und dramatisches Werk. Der Verlag steht wie Kehlmann selbst für die Verbindung von literarischer Spitzenklasse und breiter Publikumswirkung.































