Empfehlungen

Gesundheit ganzheitlich verstehen: 4 Ratgeber für Ihren Alltag

Ganzheitliche Gesundheit

In kaum einem anderen Bereich halten sich Irrtümer so hartnäckig wie in der Medizin. Rheuma haben nur alte Menschen? Den Rücken darf man nicht belasten? Diabetes kommt nur von zu viel Zucker? Und das meiste ist sowieso erblich bedingt? Solche Mythen sind gefährlich, weil sie uns in eine passive Rolle drängen oder uns zu unwirksamen Hausmitteln greifen lassen, während wertvolle Zeit für eine echte Therapie verstreicht. Lange Zeit wurde Gesundheit als ein mechanisches Problem betrachtet: Ein Körperteil ist defekt und muss repariert werden. Doch dieses isolierte Denken ist überholt. Unsere Gesundheit ist ein hochkomplexes Netzwerk, in dem äußere Umwelteinflüsse, körperliche Erkrankungen und unsere mentale Verfassung untrennbar miteinander verbunden sind. Wenn Sie beginnen, dieses Zusammenspiel zu verstehen, ist es möglich, aktiv Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen.

Mehr Erkenntnisse, weniger Mythen: «Rheuma» von Dr. med. Peer Aries

In der Zeit, in der die moderne Wissenschaft noch am Anfang stand und der Zugang zu guter gesundheitlicher Versorgung ein größeres Privileg als heute war, entwickelten sich medizinische Mythen. Sie sind bis heute eine scheinbar plausible Erklärung, trotz fehlenden wissenschaftlichen Beweisen oder echten Nachweisen der Wirksamkeit. Heute jedoch haben wir den Zugang zu fundiertem Wissen, das uns erlaubt, über diese alten Erzählungen hinauszuwachsen.

Haben Sie schon mal davon gehört, dass Kastanien in der Hosentasche gegen rheumatische Schmerzen helfen sollen? Kaum ein anderes Krankheitsbild ist mit so vielen Irrtümern behaftet wie Rheuma. Weder ist Rheuma eine reine «Alte-Leute-Krankheit», noch helfen Kastanien. Um hier endlich mit Mythen aufzuräumen, hat Dr. med. Peer Aries das Buch «Rheuma: Wissen statt Mythen – rheumatische Erkrankungen verstehen und in den Griff bekommen» geschrieben. Der erfahrene Rheumatologe zeigt, dass sich hinter dem Begriff über 400 verschiedene Erkrankungen verbergen. Sein Ziel ist Ihr «Empowerment»: Er gibt Ihnen das Wissen an die Hand, damit Sie Ihren Ärztinnen und Ärzten auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam die besten Therapieentscheidungen treffen können.

Der mentale Kraftakt: «Gut leben mit Diabetes» von Eva Gerhartsreiter

Doch Wissen allein ist oft nicht alles. Sobald eine Diagnose im Raum steht, verändert sich das Leben schlagartig. Eine solche Nachricht ist niemals nur ein körperliches Ereignis, sondern greift auch tief in unsere Psyche ein. Diabetes ist hierfür ein Paradebeispiel für einen mentalen Marathon: Betroffene müssen täglich bis zu 150 Entscheidungen treffen – von der Kohlenhydratberechnung bis zur Insulindosis.

Dieser «24/7-Job» ohne Urlaubspause führt nicht selten zu einer tiefen Erschöpfung, dem sogenannten «Diabetes-Burnout», oder einer «Diapression» (einer Depression als Folge der chronischen Belastung). Wie man diese psychische Mammutaufgabe bewältigt, zeigt die Psychologin Eva Gerhartsreiter in ihrem Ratgeber «Gut leben mit Diabetes». Sie reicht Betroffenen einen «psychologischen Notfallkoffer», um die Krankheit zu akzeptieren und die Motivation durch SMART-Ziele (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert) langfristig hochzuhalten. Eine perfekte Stütze für einen positiven Alltag.

Mit Schmerz umgehen: «Ein gesunder Rücken ist auch Kopfsache» von Catrin Marnitz

Wie untrennbar Körper und Geist verwoben sind, zeigt sich nirgendwo so deutlich wie beim Schmerz. Besonders bei Rückenleiden denken wir oft noch zu mechanisch: Wir lassen Röntgenbilder machen, uns Physiotherapie verschreiben und suchen den Fehler krampfhaft in den Bandscheiben. Doch die moderne Forschung lehrt uns: Schmerz entsteht im Gehirn. Wenn er chronisch wird, hat er seine Warnfunktion verloren und gleicht eher dem Fehlalarm einer überempfindlichen Alarmanlage.

Hier setzt Catrin Marnitz mit ihrem Buch «Ein gesunder Rücken ist auch Kopfsache» an. Sie erklärt das wegweisende Konzept der «DIMs» (Danger in Me – Faktoren, die uns stressen) und «SIMs» (Safety in Me – Dinge, die uns Sicherheit geben). Während Stress und Angst die Schmerzschwelle senken, beruhigen positive Erlebnisse und Sicherheit das Nervensystem. Dieses Buch ist ein praxistauglicher Leitfaden, um durch Selbstwirksamkeit die Kontrolle über den eigenen Körper zurückzugewinnen.

Unsere Gesundheit im Klimawandel: «Die Medizin der Zukunft» von Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann

Aber dieses Netzwerk aus Körper und Geist ist kein geschlossenes System; es steht in ständigem Austausch mit der Welt, die uns umgibt. Die moderne Umweltmedizin fasst alle äußeren Einflüsse, denen ein Mensch im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist, unter dem Begriff «Exposom» zusammen. Luftverschmutzung, Chemikalien im Alltag und die Folgen der Klimakrise – unsere natürlichen Schutzbarrieren, wie beispielsweise die Haut oder das Immunsystem, werden heute extrem herausgefordert.

Doch wie hängen die Umweltveränderungen konkret mit Allergien oder Neurodermitis zusammen? Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann in ihrem Buch «Die Medizin der Zukunft – Heilen in einer veränderten Welt». Sie erklärt, wie extreme Hitzephasen das Herz-Kreislauf-System belasten und warum Feinstaub wie ein Zündfunke für Entzündungen im Körper wirkt.

Für die Umweltmedizinerin ist klar: Prävention und Klimaschutz sind heute unsere wichtigste Gesundheitsvorsorge. Wir müssen das Konzept der «Planetary Health» (die Verbindung zwischen menschlicher Gesundheit und dem Zustand der Erde) verstehen, denn wir können auf einem kranken Planeten nicht dauerhaft gesund bleiben.

Weitere Bücher zum Thema Gesundheit

Blockaden lösen
Karsten RichterNataly Bleuel

Blockaden lösen

Taschenbuch mit Klappen15,00 *
Rheuma
Dr. med. Peer Aries

Rheuma

Paperback20,00 *
Der verlorene Patient
Dr. med. Umes ArunagirinathanDoris Mendlewitsch

Der verlorene Patient

Paperback18,00 *
Mehr anzeigen


Fragen rund um das Thema «Ganzheitliche Gesundheit»

Es ist die Betrachtung des Menschen als Einheit aus Körper, Geist und Umweltfaktoren, statt nur isolierte Symptome zu behandeln.

Ja, denn Schmerz ist auch Bewertungssache des Gehirns. Laut Expertin Catrin Marnitz können Stress und Angst die Schmerzschwelle massiv senken, während positive Erlebnisse (SIMs) das Nervensystem beruhigen und helfen, das Schmerzgedächtnis umzuprogrammieren. Mehr können Sie im Buch «Ein gesunder Rücken ist auch Kopfsache» lesen.

Der Klimawandel verschärft bestehende Leiden durch extreme Hitzebelastung, längere Allergiephasen und Entzündungsprozesse im Körper. Die moderne Medizin muss diese ökologischen Veränderungen heute zwingend in Diagnose und Therapie einbeziehen, um Herz und Abwehrkräfte zu schützen.

Diese Fachrichtung untersucht den Einfluss unserer Umgebung auf die Gesundheit. Im Fokus steht das Exposom – die Gesamtheit aller äußeren Faktoren wie Luftschadstoffe oder Chemikalien. Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann zeigt, wie diese Reize unsere Schutzbarrieren wie Haut und Immunsystem direkt herausfordern. Mehr können Sie in «Die Medizin der Zukunft – Heilen in einer veränderten Welt» lesen.

Das könnte Sie auch interessieren