Ausgezeichnet

Ronya Othmanns «Vierundsiebzig» ist Buch des Monats Juli der Stadt Darmstadt

Ronya Othmanns «Vierundsiebzig» ist Buch des Monats Juli der Stadt Darmstadt
© Paula Winkler

Die Darmstädter Jury hat Ronya Othmanns «Vierundsiebzig»  zum Buch des Monats Juli gewählt.

Darin, so die Begründung der Jury, kreise «die in Deutschland als Tochter einer Deutschen und eines kurdischen Jesiden aufgewachsene Autorin Ronya Othmann mit großer Kenntnis und stilistischer Souveränität das Ungeheuerliche dieser mittelalterlich anmutenden Gewaltorgie, dem vorläufigen Höhepunkt der jahrhundertelangen Verfolgung einer selbst nie expansionistischen Minderheit, auf journalistisch sachliche, essayistisch selbstreflexive und persönlich empathische Weise» ein. «Othmann porträtiert die Überlebenden und sie protokolliert den Alltag zwischen Straßenkontrollen, Misstrauen und Traumabewältigung in der nach wie vor spannungsgeladenen Sindschar-Region. Weil sie all dies auf der Grundlage ihrer Münchner Sozialisation in ergreifend direkter Perspektive tut, ist diese wenig hoffnungsvolle Langzeitreportage besonders anschlussfähig für europäische Leserinnen und Leser, die bislang vor der Komplexität der verfahrenen politischen Situation im kurdisch-türkisch-irakisch-iranisch-syrischen Grenzgebiet mit all seinen Milizen und Interessenvertretern zurückgeschreckt sind.»

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Ronya Othmann

Ronya Othmann

Ronya Othmann, als Tochter einer deutschen Mutter und eines kurdisch-êzîdischen Vaters 1993 in München geboren, schreibt Lyrik, Prosa und Essays und arbeitet als Journalistin. Für ihr Schreiben wurde sie viele Male ausgezeichnet, unter anderem mit dem Lyrik-Preis des Open Mike, dem MDR-Literaturpreis und dem Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik. Für Die Sommer, ihren ersten Roman, bekam sie 2020 den Mara-Cassens-Preis zugesprochen, für den Lyrikband die verbrechen (2021) den Orphil-Debütpreis, den Förderpreis des Horst-Bienek-Preises sowie den Horst Bingel-Preis 2022. Ein Auszug aus Vierundsiebzig, ihrem zweiten Roman, wurde 2019 mit dem Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs ausgezeichnet.

Vierundsiebzig

«Ich habe immer gedacht, dass es das Ende ist, wenn der Himmel auf die Erde fällt. Am 3. August 2014 ist der Himmel nicht auf die Erde gefallen, aber trotzdem war es das Ende.»

Nach ihrem Debüt Die Sommer legt Ronya Othmann den zweiten Roman vor. Sie will eine Form finden für das Unaussprechliche, einen Genozid, den vierundsiebzigsten, verübt 2014 in Shingal von Kämpfern des IS. Vierundsiebzig ist eine Reise zu den Ursprüngen, zu den Tatorten: in die Camps und an die Frontlinien, in die Wohnzimmer der Verwandten und von deutschen Gerichtssälen weiter in ein êzîdisches Dorf in der Türkei, in dem heute niemand mehr lebt.

«Vierundsiebzig ist vieles in einem – Autobiographie, Biographie, Reiseliteratur und Geschichtsschreibung in Echtzeit – und dennoch ein organisches Ganzes. Ein literarischer Befreiungsschlag.» Alexandru Bulucz, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

  • Erscheinungstermin: 12.03.2024
  • Lieferstatus: Verfügbar
  • 512 Seiten
  • ISBN: 978-3-498-00361-6
  • Autor:innen: Ronya Othmann

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