06.12.2017   von rowohlt

Oh Pannenbaum, oh Pannenbaum …

Für Groß und Klein, für Weihnachtsromantiker und Weihnachtshasser: 10 Bücher rund um das Fest der Feste, zum Selberlesen und Verschenken

© iStockphoto.com
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Advent, Advent, kein Lichtlein brennt … Auch das hat's schon mal gegeben. Oder der ganze Baum brennt – was auch nicht im Sinne des Erfinders ist – richtiges Feuerwerk erst, wenn das alte Jahr sich ins neue verabschiedet. Für Antonia ist Weihnachten das schönste Fest des Jahres, mit Zimtstern, Punsch und leuchtenden Kinderaugen, für Anton sind es die Tage, an denen er mit der buckligen Verwandtschaft einen auf Zwangsfamilie macht und die Stunden bis zur Abreise runterzählt. Während Paul beglückt ins wohlig knisternde Kaminfeuer schaut, steigt Pauline missmutig auf die Waage, um nach der festlichen Völlerei die Länge der «Diät danach» abzuschätzen. Kann man es denn keinem recht machen? Doch, kann man!


10 Bücher, für alle Geschmäcker und alle Weihnachtstypen: Beginnen wollen wir als notorische Harmoniewesen natürlich mit Schneeflocken und Lichterglanz. Hier brennt kein Baum, und auch keine Waage spielt verrückt …

Barbara Mürmann (Hg.): Weihnachtsgeschichten am Kamin 32


Sanft legt sich der Schnee auf Äste und Zweige, er lässt die Spuren von Schlitten und Kinderfüßen unter einer weißen Decke verschwinden. Im Sternenschein vor dem Fenster macht es sich eine Spatzenfamilie im Vogelhäuschen gemütlich. Drinnen duftet es nach Tee, nach Zimt und Anis. Am Weihnachtsbaum leuchten die Kerzen. Die Großen und die Kleinen rücken eng aneinander und freuen sich, wieder beisammen zu sein. Nun ist endlich Zeit für eine Weihnachtsgeschichte! Zum Beispiel über einen fliegenden Weihnachtsbaum, Makronen-Engel, Gartenzwerge auf der Kanzel oder den Nikolaus im LKW. Und was bitte «70 Minuten bei 180 Grad» im Ofen sein muss – das ist ein kleines süßes Geheimnis der Autorin (muss es aber nicht bleiben!).


Der absolute Klassiker unter den Weihnachtsbüchern erscheint bereits zum 32. Mal. Barbara Mürmann sammelt das ganze Jahr über die schönsten Weihnachtsgeschichten – besinnliche und heitere, melancholische und übermütige, festliche und turbulente. Das Schönste ist: Jede und jeder kann mit einer eigenen Weihnachtsgeschichte am Kamin dabei sein.  Alles Wichtige zu Umfang, Einsendeschluss etc. erfahren Sie am Ende des vorliegenden Bandes. (Übrigens: Der Band 31 erreichte Platz 3 der Spiegel-Bestsellerliste; insgesamt wurden über 1,7 Millionen Exemplare verkauft. Sage keiner, das weihnachtliche Kaminfeuer gehe langsam, aber sicher aus …)

Renate Bergmann: Ich seh den Baum noch fallen


«Meine Tochter Kirsten ist Heilpraktikerin für Kleintiere und isoto… idio… esoterische Lebensberaterin. Sie ist ein bisschen eigen und hat mit den christlichen Werten des Weihnachtsfestes so gar nichts im Sinn. Was hatten wir für Streitereien an Weihnachten, jahrelang! Aber irgendwann hat es mir gereicht. «Renate», habe ich mir gesagt, «Renate, auch wenn es dein eigen Fleisch und Blut ist – das musst du dir nicht mehr antun.» Wissen Se, Kirsten hat wegen Scheu Pfeng den Weihnachtsbaum aus der Wohnstube geräumt und sich geweigert, mit mir «Stille Nacht» zu singen. Wegen Harley und Karma und so. Gut und schön, aber als sie dann Sissi abgeschaltet hat, hat es mir gelangt.»


Zu Weihnachten gehören Gänsebraten, Dominosteine, «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» – und ein Renate-Bergmann-Buch. Hier Jahr erzählt unsere Online-Omi wunderbare Episoden über die schönste Zeit des Jahres, «wobei, sind wir mal ehrlich: Eigentlich steht Weihnachten immer vor der Tür! Im späten Frühjahr muss man schon die Gans beim Bauern bestellen, und wenn August ist, liegen schon die Lebkuchen in den Geschäften. Na, und wenn die Marzipankartoffeln erstmal in der Sonne hart werden, verrinnen die Tage wie im Flug.» 

Horst Evers: Früher war mehr Weihnachten


Horst Evers erzählt herrliche Weihnachtsgeschichten! Er berichtet von traumatischen Erlebnissen mit dem Weihnachtsmann und testet Geschenkideen, von Ich-selbst-ganz-nackig-mit-Schleife bis zur Smartphone-Stirnhalterung. Was nach drei «alkoholfreien Glühwein mit Schuss» auf der Eisbahn passiert, ist so lehrreich wie das, was uns der Romantik-Autodidakt für unsere Liebsten ans Herz legt. Und es bleibt Zeit für etwas Völkerkunde: Warum haben Eskimos dreißig Wörter für Schnee, aber keins für Schadenfreude? So komisch war Weihnachten noch nie – oder, wie Horst Evers es formuliert: «Trotzdem fand ich’s als Erfahrung natürlich super.»


Es sind wirklich die großen Weihnachtsthemen, die Evers in diesem Bändchen abhandelt. Der Wikinger-Weihnachtsmarkt in Rostock – da müssen Sie unbedingt hin! Was machen, wenn der Nikolaus früh nach Haus kommt? Wann lacht der Eskimo? Und – was hat es mit Rüdigers erstem selbstgebastelten Adventskalender auf sich? Diese typische Evers-Geschichte endet mit einem sehr klugen und unbedingt zu beherzigenden Satz: «Na ja, lieber eine Weihnachtspsychose als ein Alkoholproblem …»

Markus Osterwalder: Fröhliche Weihnachten, Bobo Siebenschläfer!


Jetzt kann Weihnachten kommen! In vier neuen Geschichten erlebt der kleine Bobo Siebenschläfer die schöne Zeit bis zum Weihnachtsfest – und sein kleiner Kuschelhase ist immer mit dabei. So bastelt Bobo zum Beispiel mit Papa Siebenschläfer einen tollen Adventskalender, sammelt im Wald Tannenzapfen und Zweige für einen selbstgemachten Adventskranz, erlebt einen aufregenden Nikolausumzug, backt leckere Kekse und besucht sogar ein richtiges Weihnachtstheater – bis endlich die Bescherung da ist. Am Ende jeder Geschichte schläft Bobo wie gewohnt zufrieden ein. So macht das Warten auf Weihnachten Klein und Groß Spaß!


So klein er auch ist, weiß Bobo doch, was sich gehört! Er kommt nicht mit leeren Händen zu seinen kleinen Freunden, sondern hat einiges eingesteckt: Bastelanleitungen, Noten, ein leckeres Keksrezept zum kinderleichten Nachbacken – und ein eigenes Plätzchenförmchen (das kunstvoll auf dem Einband befestigt ist).

Mark Schörrle: Der Baum ist schief!


Oh Tannengrauen, oh Tannengrauen … Das Leben könnte so schön sein. Wäre da nicht Weihnachten mit all den quälenden Fragen: Wie heuchelt man Freude bei der Bescherung? Warum sind alle Weihnachtsbaumverkäufer Lügner? Wer steckt hinter dem «Backclub der Teufelinnen»? Wer löscht das Fegefeuer im Treppenhaus? Weshalb ist auch dieses Jahr der Baum schief? Und wo, um Himmels willen, kriegt man eine vegane Gans her?


In urkomischen (von Isabel Große Holtforth hinreißend illustrierten) Geschichten erzählt Mark Spörrle von der «Wahnsinn bringenden Weihnachtszeit». Von eskalierenden Plätzchenback-Wettbewerben, misslungenen Flötenkonzerten und traumatischen Begegnungen zwischen Christkind und Weihnachtsmann. Einziger Trost: Bald ist der Weihnachtswahnsinn wieder vorbei. Zumindest für dieses Jahr.

Christian «Pokerbeats» Huber: 7 Kilo in 3 Tagen


Bastian fährt über die Weihnachtstage zu seinen Eltern, heim in die Kleinstadt. Den Ort voller Tristesse, Jugenderinnerungen und des besten Biers des Planeten. Seine Geschenke muss er sich selbst besorgen (er kennt das nicht anders), während seine Mutter mit ihren Keksbergen offenbar den Welthunger besiegen möchte. Er wird sich wieder so mit Essen vollstopfen, dass Tick, Trick und Track sich Gruselgeschichten von ihm am Lagerfeuer erzählen. Ente satt, drei Tage Alkohol, schlechter Schlaf –  kurz: Alles wäre wie jedes Jahr, würde Bastian nicht zum ersten Mal seit der Trennung Ex-Freundin Fine wiedersehen. Die jetzt die Freundin seines Bruders ist … 


«Auf der Suche nach einem wirklich lustigen Weihnachtsritual? Alle Jahre wieder dieses Buch lesen!» (Dirk von Gehlen) Christian «Pokerbeats» Huber, der Meister der pointierten Alltagsbeobachtungen und intelligenten Situationskomik, nimmt sich der hochheiligen Weihnachtszeit treffsicher und unfassbar witzig an. «Kopfkino und Lachanfälle – garantiert!» (instyle.de) Wie schrieb doch gleich Anja Rützel auf Spiegel Online: «Christian Huber enthüllte schon die Wahrheit über Fertiglasagne, Nicolas Cage und Pizzaboten. Ich habe Angst, was jetzt mit meinem Weihnachtsfest passiert.»

Dietmar Bittrich (Hg.): Die bucklige Verwandtschaft – Driving Home for Christmas


Wir fürchten es. Wir lieben. es. Wir haben schon fast alles erlebt: Geschenke zum Jubeln, Geschenke zum Einstampfen. Bäume aus Plastik und Bäume, die in Rauch aufgingen. Verkohlte Gänse, zerfallene Karpfen, verschmorte Lichterketten. Und Verwandte. Nörgelnde Opas, spirituelle Tanten, Singles auf Selbstfindungstrip. Verzweifelte Mütter, explodierende Väter. kiffende Kinder. Und mittendrin: wir!


Es ist doch so: An Weihnachten machen wir uns alle Jahre wieder auf, um unsere Liebsten zu sehen. Meist ist schon die Anreise nervenzehrend, wenn zeitgleich die halbe Republik unterwegs ist. Dort angekommen wird es nicht besser – davon erzählen diese Geschichten. Wären doch alle Überraschungen so gelungen wie die Sache mit dem vergessenen Jugendschwarm, der an Weihnachten unvermittelt im Krankenhaus auftaucht … Dietmar Bittrichs «Bucklige Verwandtschaft» ist ein Dauerbrenner – dies ist bereits der sechste Weihnachtsband des begnadeten Satirikers. Alle Jahre wieder – versprochen!

Ralf König: Santa Claus Junior


Und wenn man den ganzen Rummel einfach ausfallen ließe? Das wär's doch! Weihnachten steht vor der Tür, und Ute hat vor allem eins: Keine Lust. Doch diesmal steht für sie fest: Sie wird sich dem jährlichen Stress, Kitsch und Kommerz verweigern! Sie bleibt einfach gemütlich allein zu Hause und macht nichts. Doch dann bumst es lautstark gegen die Balkontür, und Weihnachten kommt ungefragt zu Ute in die Wohnung. In Form des Christkinds, eines ziemlich ansehnlichen Nikolaus und eines Schneemanns, der nicht schmilzt. Es wird unfestlich turbulent mit den ungebetenen Besuchern, aber am Ende gibt es für Ute doch eine schöne Bescherung …


Der König, wie er reimt und zeichnet: eine festliche Geschichte mit Witz, Biss und Herz. Ein unweihnachtliches Weihnachtsbuch zum Lesen, Lachen und Verschenken. Wie das bei Ralf König klingt? So klingt das: «Zwar wird ihr doch nun klamm ums Herz, / verursacht durch den leisen Schmerz / vom Bauch bis hoch zur Kehle rauf … / Ute macht den Rotwein auf. / Um gar nicht viel nachzudenken / und sich stattdessen abzulenken, / schaltet sie den Bildschirm ein / und schiebt sich 'ne Blu-Ray rein. / Ein Liebesfilm, von dem sie hörte, / dass er vor allem Fraun betörte.» Und geht das gut aus für Ute? Jaja, durchaus! Und als Zugabe gibt es noch im Anhang so gut wie unversauten Weihnachtsbaumschmuck zum Selberausschnippeln. Heute ein König!

Arthur Anjou: Weihnachten geht mir auf die Nüsse


Es ist jedes Jahr das Gleiche: Kaum ist Halloween vorbei, beginnt der Weihnachts-Wahnsinn. Das Fest der Liebe ist omnipräsent: in den Schaufenstern, im Großraumbüro, in den Herzen der Menschen. Alle lieben Weihnachten. Wirklich alle? Falls Sie nicht dazu gehören, brauchen Sie eine Strategie, um durch den Dezember kommen. Dabei hilft Ihnen dieses Buch. In Form von 31 Kalenderblättern werden alle wichtigen Themen abgehandelt (Schrottwichteln mit Freunden, Geschenketerror, Weihnachtsmärkte, Geschmacksverirrungen beim Baumschmücken, die Unmöglichkeit der richtigen Menüwahl etc.).  Und es zeigt sich: Ja, man kann all das überleben. Man muss nur darüber lachen können. Vielleicht ist das schon die frohe Botschaft?


Arthur Anjou sah sich als Opfer des um ihn rum grassierenden Weihnachtswahns. Aus Selbstschutz hat er dieses kleine, farbenfrohe (und ungemein nützliche!) Buch geschrieben. Gleich zu beginn lässt er uns einen Blick auf seine Top 5 der nervigsten Geschenke werfen: 1. Parfümierte Kerzen. (Sind dir Formaldehyd und Acrolein ein Begriff? Lies mal bei Wikipedia nach.) 2. Ein Macaron-Set. (Zubereitungszeit: ungefähr acht Stunden, Erfolgsquote: 0,2 Prozent.) 3. Ein Kirschkernkissen. (So bequem wie das Nagelbrett eines Fakirs.) 4. Balsamicoessig- und Olivenöl-Sprüher. (Nur zu verwenden, wenn man seine Kleidung mit kleinen Fettspritzern sprenkeln möchte. Funktioniert auch auf den Klamotten anderer.) 5. Badesalze. (Du hast gar keine Badewanne? Macht nichts …)

Petra Oelker: Drei Wünsche


Auf dem Weihnachtsmarkt im Hamburger Dom, mitten im Gedränge der Marktleute und ihrer flanierenden Kundschaft, suchen drei Frauen das Glück: Theda hat ihre Stellung verloren, eine Vernunftehe in der ostfriesischen Heimat scheint der einzige Ausweg. Madame Augusta hadert mit dem Tod ihrer alten Vertrauten, trotz des Trubels fühlt sie sich allein. Elsi hat sich verliebt, doch ihr Vater ist alles andere als einverstanden mit ihrer Wahl. Drei Frauen, drei Wünsche. Sie alle hoffen auf ein Weihnachtswunder ...


Zmtpunsch und Quittenbrot: Weihnachten im alten Hamburg! Zurück in den Dezember 1773 – eine wahre Weihnachtswundergeschichte, hinreißend illustriert von Andrea Offermann.

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