11.01.2018   von rowohlt

MONKEEWRENCH – vier Superhacker zwischen Genie und Wahnsinn

«Knallhart und gut: Diese Reihe gehört zum Besten, was das Genre zu bieten hat!» (Focus)

© iStockphoto.com
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Sie nannten es «Die sechste Idee»: jene sieben Wissenschaftler, die zur Zeit des Kalten Krieges an einem Geheimprojekt der US-Regierung arbeiteten. An einer Erfindung, deren Umsetzung die Welt in eine Katastrophe stürzen würde. Als Chuck Spencer gut fünfzig Jahre später die Website www.thesixthidea.com online stellt, um in Kontakt mit anderen Nachfahren der Atomphysiker zu kommen, setzt er eine dramatische Entwicklung in Gang. Spencer und sein Freund sind die Ersten, die die Nachforschungen nach der «Sechsten Idee» mit dem Leben bezahlen …
«Cold Kill», der siebte Band von P. J. Tracys Thrillerserie um die Detectives Magozzi und Rolseth und ihre Freunde von der Monkeewrench-Crew, ist extrem spannend – und politisch brisant.

Harley und Annie. Roadrunner und Grace. Leo und Gino.


Als ihr fulminantes Thrillerdebüt erschien, hatten detektivisch beschlagene Leser wenig Mühe, das Pseudonym P.J. Tracy zu entschlüsseln. Dafür reichte ein Blick ins Impressum. P. J. (Patricia Jean) und Traci Lambrecht alias P.J. Tracy beherrschen meisterlich das Spiel mit falschen Fährten. Ihre in Minneapolis und St. Paul spielenden Thriller sind packend, politisch brisant und glänzend geschrieben, mit Dialogen zum Niederknien. Wer noch nichts von dem amerikanischen Mutter-Tochter-Duo gelesen hat, sollte unbedingt mit «Spiel unter Freunden» beginnen. Hier findet das Personal aller Tracy-Thriller zum ersten Mal zusammen: die befreundeten Kollegen Leo Magozzi und. Gino Rolseth vom Minneapolis Police Department (MPD) und die vier so speziellen wie genialischen Programmierer der Sofwareschmiede Monkeewrench. 


Hinter Monkeewrench steckt ein Quartett von Super-Hackern mit eigener FBI-Akte. Würden alle ihre Gesetzesverstöße entdeckt und geahndet, «kriegen wir hier leicht mehrere hundert Jahre Knast zusammen». Niemand ist so gut wie sie in der hehren Kunst, die hohen Mauern aus Anonymisierungsprogrammen, Botnetzen und Firewalls zu sprengen, hinter der sich internetaffine Täter zu verschanzen wissen. 


Harley ist Biker aus Leidenschaft, Hacker aus Überzeugung. Ein Mann wie ein Schrank, langhaarig, bärtig. Multimillionär mit einem Faible für barocke Möbel, teure Autos und Motorräder; reich geworden (wie die anderen) durch Sicherheitssoftware. Annie: Grace' beste Freundin. Hübsch, mollig, sinnlich, wirkt auf Männer wie ein Magnet – Harley eingeschlossen. Sie schafft es, selbst Männern den Kopf zu verdrehen, die Stein und Bein schwören würden, nur auf Frauen mit Model-Idealmaßen zu stehen. Ihre Körperfülle hüllt sie am liebsten in hautenge, leuchtend farbige Kleider und an Exzentrik schwer zu überbietende Schuhe und Stiefel. Credo: «Ein Tag ohne Pailletten ist nicht lebenswert, ein Tag ohne Make-up undenkbar.» Roadrunner: der Nerd unter ihnen. Äußerlich das genaue Gegenteil von Harley – dürr, schlaksig, eine Bohnenstange im Radrenntrikot aus Lycra  (was merkwürdigerweise seine Überzeugungskraft gegenüber seriösen Kunden nicht im Geringsten schmälert). Grace ist die heimliche Chefin der Crew. Alles an ihr ist dunkel; ihre Locken, die Kleidung, die obligatorischen Reitstiefel. Über ihre Vergangenheit spricht sie nicht gern, ihre Flugangst ist legendär; sicher fühlt sie sich nur in geschlossenen Räumen. Ständige Begleiter: die Promenadenmischung Charlie, ihr Messer, ihr Revolver. Ihr Haus ist wie eine Festung gesichert. Dass manche sie für paranoid halten, ist ihr egal.


Hier im Schnelldurchlauf die sechs früheren Monkeewrench-Romane:

SPIEL UNTER FREUNDEN


In Kingsford County, Wisconsin, werden die Kleinfeldts, ein altes Ehepaar, in einer Kirche per Kopfschuss ermordet. Zur gleichen Zeit beginnt in Minneapolis eine Mordserie, die sich mit schockierender Präzision an das Drehbuch eines Computerspiels hält: Serial Killers Detective. Entwickelt wurde es von der Softwarefirma Monkeewrench, die nun mit ansehen müssen, wie ihre Arbeit als Blueprint für ein Massaker benutzt wird. Ein Jogger, niedergemäht auf seiner Trainingsrunde. Eine junge Frau, makaber aufgebahrt auf den weiten Schwingen eines Friedhofengels. Ein Unbekannter auf einem Raddampfer, eine x-beliebige Kundin in der Mall of America – alle exakt so liquidiert, wie in der Serial-Killers-Testversion vorgegeben. Es könnten noch viel mehr Opfer werden; das Spiel besitzt 20 Level, und erst Level 4 ist erreicht. Hunderte von Spielern haben die Testversion aus dem Internet heruntergeladen, jeder von ihnen kann der Täter sein. Die Zeitbombe tickt.  


Als sich die Ermittlungen von Leo Magozzi und Gino Rolseth vom Morddezernat Minneapolis mit denen des Sheriffs von Kingsford County, kreuzen, gibt es eine erste Spur. Und neue Fragen: Weshalb flohen die bigott-fanatischen Kleinfeldts von einem Ort zum nächsten, um sich schwer bewaffnet vor wem auch immer zu schützen? Und weshalb tauchten die Monkeewrench-Leute damals an der University of Georgia in Atlanta ab, um unter anderem Namen in Minneapolis ein neues Leben zu beginnen? Am Ende steht ein ungeheuerlicher Verdacht steht im Raum …

DER KÖDER


In St. Paul, der Hauptstadt von Minnesota, wurde Morey Gilbert, der 80-jährige Besitzer einer Gärtnerei, erschossen, Kurz darauf sterben drei weitere alte Menschen. Zwei wurden wie Morey mit einem Kopfschuss exekutiert, während das dritte Opfer an Schienen gekettet wurde – und panisch vor Angst an einem Herzschlag starb. Unter den alten Menschen in und um St. Paul macht sich Panik breit.


Dass kein paranoider Rentnerhasser hinter der infamen Mordserie steckt, wissen Magozzi und Rolseth spätestens, als die eingebrannten Ziffern auf den Armen der Toten sie als Überlebende deutscher Konzentrationslager ausweisen. Wer aber kann ein Interesse an der Liquidierung alter Juden haben, die schon einmal durch die Hölle gehen mussten? Das Auffinden der Mordwaffe ist ein Schock – und eine heiße Spur: Mit der Pistole wurden seit mehreren Jahrzehnten Menschen in aller Welt erschossen. Und kein einziger dieser Fälle konnte bis dahin aufgeklärt werden… «Grotesk, witzig, traumhafte Dialoge. Ein Autorenduo mit Power.» (KrimiWelt)

MORTIFER


An Spannung kaum zu toppen ist P .J. Tracys Monkeewrench-Thriller Nr. 3. Die Idee entstand vor vielen Jahren, als Traci und ihre Eltern durch ein hübsches Landstädtchen kamen, an einem strahlend schönen Herbsttag. Aber weshalb war in dieser friedlichen Idylle kein einziger Mensch auf den Straßen zu sehen? P.J. und Traci spielten die wildesten Phantasien durch: Eine Stadt ohne Menschen, was kann passiert sein? Die Giftgasattacke in der Tokioter U-Bahn 1995 und der Anschlag in Oklahoma City, als der rechte Fanatiker Timothy McVeigh 168 Menschen in den Tod bombte, ließ auf einmal eine Idee reifen. Was sie in «Mortifer» aus dieser Idee gemacht haben, ist einfach atemberaubend.


In Four Corners, wo der Wechsel von Wetter und Jahreszeit zu den aufregendsten Attraktionen des Alltags zählen, bringt ein mit Giftgas beladener Milchlaster Tod und Verderben. Durch eine Autopanne geraten Grace und Annie von Monkeewrench, und die FBI-Agentin Sharon mitten hinein in ein Inferno. Eine bis an die Zähne bewaffnete Söldnertruppe macht Jagd auf die drei, weil sie einen teuflischen Plan zu vereiteln drohen …

MEMENTO


Als in Minneapolis nach einem lausigen Winter endlich der Schnee dicken Flocken fällt, kann auch der große Schneemann-Wettbewerb stattfinden, auf den sich die Kinder der Stadt so gefreut haben. Die Freude endet jäh mit einer makabren Entdeckung. Zwei der Schneemänner entpuppen sich als ermordete Polizisten vom 2. Revier in Minneapolis. Wenig später taucht in Dundas County im tiefsten Minnesota ein dritter toter Schneemann auf – kein Zufall.


Magozzi und Rolseth sind wenig begeistert, diesen Fall gemeinsam mit der völlig unerfahrenen Iris Rikker lösen zu müssen, die gleich an ihrem ersten Tag als Sheriff quasi im Vorgarten einen Toten serviert bekommt. Weil es den Computertüftlern von Monkeewrench gelingt, einen durch unzählige Firewalls gesicherten Chatroom zu knacken, ist klar, dass sämtliche Morde mit Bitterroot zu tun haben, einer Einrichtung für verfolgte und misshandelte Frauen, die auf Besucher wie ein riesiger Hochsicherheitstrakt wirkt. Die Wahrheit, die sich ihnen dann in Bitterroot enthüllt, trifft die Ermittler wie ein Schock …

SIEH MIR BEIM STERBEN ZU


Es gibt alles online. Auch den Tod. Für ihren fünften Thriller haben P. J. Tracy ein finsteres Thema gewählt: das Internet als Medium kollektiv verabredeter Morde. Es ist eine neue, ungeheuer zynische Form von Gewaltkriminalität, mit denen es Polizei und FBI zu tun bekommen. Menschen werden kaltblütig ermordet – und der oder die Mörder filmen ihre Tat und stellen sie ins Netz, damit alle Welt sie sehen kann. Töten und Sterben vor laufender Kamera – das ist der Thrill. Für Gino Rolseth ist es «das Allerschlimmste, was ich je gesehen habe» – schlimmer als all die sadistischen Snuff-Filmchen, die im Netz kursieren. 


Zu Tode geprügelt, erschossen, stranguliert, in die Tiefe gestoßen, ertränkt – in Cleveland, Seattle, Los Angeles, Austin, Chicago, Minneapolis … Zu Bald kursieren fast ein Dutzend gefilmter Morde im Netz; immer schwieriger wird es, die Nachrichtensperre aufrechtzuerhalten. Der Schrecken wird noch gesteigert, als die Monkeewrench-Crew herausfindet, dass die Mörder ihre Taten im Netz schon vorher angekündigt hatten, in einer speziellen Formatierung – eine mörderische Signatur …

TODESNÄHE


In der Nacht: Der Ex-FBI-Agent Smith verschwindet auf einem Hochseetörn.  Am nächsten Morgen: In Minneapolis wird Aimee Sergeant aufgefunden, mit durchtrennter Kehle.  Die 15-jährige Aimee war Tage zuvor mit vier anderen Indianermädchen am helllichten Tag im Reservat Sand Lake im Norden Minnesotas verschleppt worden. Wenig später: Zwei weitere Tote – ein Bandenkrieg? Am nächsten Tag: Drei tote Männer. Das Haus, vor dem sie liegen, entpuppt sich als Waffen-Arsenal: Panzerfäuste, Gewehre, Munition, Kisten voller Sprengstoff. Stand Little Mogadishu, das Problemviertel von Minneapolis, vor einer neuen Runde mörderischer Bandenkriege?


Sechs Ermordete innerhalb weniger Stunden – alles Einzelfälle? Die Detectives Rolseth und Magozzi glauben nicht daran. Smith hatte mit der Terrorabwehr zu tun. Vieles spricht dafür, dass ein verheerender Anschlag kurz bevorsteht. Doch was ist das Ziel? Im  Indianerreservat Elbow Lake wird sich das Schicksal von Leo Magozzi, Gino Rolseth und ihren Freunden von Monkeewrench entscheiden – dort, von wo Joe Hardy in der Nacht vor den Morden nach Minneapolis aufgebrochen war … Während die Detectives noch ihren Gegner auszumachen versuchen, hat der sie schon fest im Visier …

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