08.01.2016   von rowohlt

Das Leuchten der Sehnsucht vor dem Verglühen

Der neue Roman von Martin Walser – eine Geschichte von Verrat und spätem Glück, von Desillusionierung und Tango-Rausch

© iStockphoto.com
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Theo Schadt, 72, Firmenchef und auch als «Nebenherschreiber» erfolgreich, wird verraten. Verraten ausgerechnet von dem Menschen, der ihn nie hätte verraten dürfen: Carlos Kroll, seinem engsten und einzigen Freund seit 19 Jahren, einem Dichter. Beruflich ruiniert, sitzt Schadt jetzt an der Kasse des Tangoladens seiner Ehefrau in München und hängt düsteren Gedanken nach. Eines Tages löst eine Kundin bei ihm eine Lichtexplosion aus. Seine Ehefrau glaubt, es sei ein Schlaganfall, aber es waren die Augen dieser Kundin, ihr Blick … Martin Walsers neuer Roman «Ein sterbender Mann» erscheint am 8.1.2016. Er erzählt vom Altsein, von der Liebe und vom Verrat – beeindruckend gegenwärtig, funkelnd von sprachlicher Schönheit und überwältigend durch seine beispiellose emotionale Kraft.



Die Zeit: «Ein bewundernswert verrückter und verwilderter Liebesroman.»


Der Spiegel: «Die Wörter sind nun frei für neue Geschichten, neue Romane. Zum Beispiel für Romane wie diesen herrlich leichten, selbstironischen, tragisch-schönen Roman des Theo-Erfinders Martin Walser.»


Deutschlandradio: «Wer wissen will, warum es sich zu leben lohnt, obwohl das schmerzlich und am Ende zweifellos tödlich ist, der sollte dieses Buch lesen.»


Abendzeitung: «Große Gefühle im Konjunktiv! Ein wohl austarierter Balanceakt zwischen Tragik, Komik und ganz großen Gefühlen.»


Kurier am Sonntag: «Walser gelingt es, die divesen Textsorten zu einem zeitgemäß vielschichtigen Mosaik über das Leben und Sterben zusammenzufügen. (...) Dargeboten wird dies alles in einer ebenso klaren wie zarten Sprache ...»


Eine kleine Tango-Playlist – die schönste Begleitmusik zu Martin Walsers neuem Roman:

Osvaldo Fresedo: Vida querida – Vida mia

«Mir fiel es von Jahr zu Jahr schwerer, die unverwüstliche Tochter zu geben. Jetzt hocke ich hier mit acht Kerzen und einer Flasche Roederer, im Hintergrund läuft der Tango Vida querida von Osvaldo Fresedo, und ich versuche zu begreifen, wie ich immer wieder an den Punkt gelange, an dem ich meine Existenz nur noch als falsch erlebe. Da ist es wieder, was ich mit ‹in der Subjektivität gefangen› meine …›

Osvaldo Fresedo: Tigre viejo

«Als wir die Tür öffnen und den in warmes Licht getauchten Tanzsaal betreten, erklingt das süße Geigenpizzicato aus Osvaldo Fresedos Tigre viejo. Sofort wird diese magische Stimmung durch und durch – in Kopf, Herz und Beinen – spürbar, eine Stimmung, in die der Tango einen offenbar weltweit hüllen kann …»

Osvaldo Fresedo: En la huella del dolor

«Amels Tochter sitzt an der Kasse. Wir wechseln in der Garderobe die Schuhe. Ich schaue mich um. Es ist ruhig, für arabische Verhältnisse sehr ruhig, die Leute tanzen jetzt zu Fresedos En la huella del dolor

Francisco Canaro: Yo no sé que me han hecho tus ojos

«Die Tänzer verlassen diszipliniert die Tanzfläche. Dann der Walzer Yo no sé que me han hecho tus ojos von Francisco Canaro. Ich schaue zu Momo, er zieht die Augenbrauen freundlich hoch und nickt mir zu. (…) Keine Bewegung, in die er mich nicht hineinnimmt. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass mir ein einziger Schritt misslingen könnte, deshalb nehme ich Erdung auf und lasse jeden meiner Schritte von dieser Kraft durchdringen. Alles geht und dreht sich wie von selbst, ein Pingpong-Spiel der Impulse, der Tempi, der Spielereien, ein Spiel zu dritt – die Musik, er, ich – , das immer wieder in einen gemeinsamen Schwung mündet und Mut für rasante Drehungen im Inneren der Achse macht. Je konzentrierter auf die Mitte, desto mehr zum Fliegen geeignet. Was ist da los? Ich kann es dir nicht sagen, kann es mir nicht sagen, brauche nichts zu sagen ..»

Lili Boniche: Ana el owerka

«Besonders berührt haben mich Lieder des algerischen Sängers Lili Boniche. Bei Ana el owerka kämpfte ich mit den Tränen, so wunderschön war es …»

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