Die Facetten des Abschieds: 6 Buchempfehlungen für Umbruch und Neuanfang
Das Thema Abschied ist so universell wie herausfordernd. In diesem Moment scheint die Zeit kurz stillzustehen, bevor sie uns unweigerlich in eine neue Richtung schubst.
Abschied ist viel mehr als ein finales Ende. Er ist unser täglicher Begleiter – mal leise und fast unbemerkt, wenn ein Tag zu Ende geht, mal laut und lebensverändernd, wenn wir geliebte Menschen, Träume oder Sicherheiten verlieren. In jedem «Lebewohl» verbirgt sich der Moment, an dem sich unser Leben verändert.
Wir haben sechs Bücher ausgewählt, die das Thema Abschied aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Ob philosophisch, autobiografisch oder als fesselnder Roman: Diese Werke schenken uns Kraft und helfen uns dabei, weiterzumachen. Ob es darum geht, Ängste anzunehmen, Loszulassen oder die Kostbarkeit des Augenblicks zu erkennen, Bücher sind literarische Anker durch Zeiten des Umbruchs.
Gabriele von Arnim: «Abschied leben»
Tagebuch / Memoir
Abschied ist ein Dauerzustand. In ihrem berührenden «Tagebuch eines Zeitgefühls» zeigt Gabriele von Arnim, dass wir ständig Abschied nehmen – von der Jugend, von Gewissheiten, von uns selbst. Sie lehrt uns, den Aufbruch im Abschied nicht zu übersehen. Ein kluges Plädoyer für die Lebenslust trotz der Unausweichlichkeit des Endes.
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Ein kluges Werk über das Ringen um Zukunftszuversicht in einer krisengeschüttelten Gegenwart
Siri Hustvedt: «Ghost Stories»
Erinnerung / Trauer
In diesem intimen Werk der Erinnerung schreibt Siri Hustvedt über ihren verstorbenen Mann Paul Auster. Sie stellt sich mit aller Macht der Trauer und der schier unmöglichen Aufgabe, ohne Paul weiterleben zu müssen. Doch vielmehr lebt sie mit ihm weiter und setzt ihm mit diesem Buch ein literarisches Denkmal, in dem sich Trauernden wiederfinden können. Ein großes Buch, das zeigt, wie Liebe über den Tod hinaus lebendig bleibt.
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«Ein Ereignis» (Adam Soboczynski, Das literarische Quartett)
Natalie Knapp: «Der unendliche Augenblick»
Philosophie / Ratgeber
Die Philosophin Natalie Knapp widmet sich den Schwellensituationen des Lebens. Wenn Vertrautes wegbricht und Veränderung eintritt, entsteht ein «unendlicher Augenblick» der Unsicherheit. Doch von den Erfahrungen aus diesen Phasen, so intensiv sie sich anfühlen, können wir noch lange zehren und lernen. Ein Buch, das den Blick auf Schicksalsschläge radikal verändert.
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«Nach zwei Stunden mit Natalie Knapp fühlt man sich viel aufgeräumter.» (Süddeutsche Zeitung)
Stewart O’Nan: «Letzte Nacht»
Roman / Gegenwartsliteratur
Der letzte Abend in einem kleinen Restaurant: Stewart O’Nan meistert die Kunst, das Große im Kleinen zu erzählen. Während die Fritteusen ein letztes Mal zischen, blicken wir in die Seelen von Menschen, deren Alltag wegbricht. Ein atmosphärischer Roman über die menschliche Würde im Moment des Wandels.
- «An diesem kleinen Buch stimmt alles.» (NZZ)
Nelio Biedermann: «Anton will bleiben»
Gegenwartsliteratur / Debütroman
Anton ist Witwer und erfährt, dass er bald sterben wird. Was wird von ihm bleiben? Statt zu resignieren, entdeckt er die Kostbarkeit des Flüchtigen. Nelio Biedermann schreibt mit erstaunlicher Leichtigkeit über Freundschaft, Vergänglichkeit und den Mut, bis zum Schluss neu zu beginnen.
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«Dieses Buch ist eine Schatzkiste, nicht nur an philosophischen Gedanken, sondern auch an humorvollen, filmreifen Szenen.» (Luzerner Zeitung)
Janne Mommsen: «Das Licht in den Wellen»
Familienroman / Generationenroman
Kurz vor ihrem 100. Geburtstag macht sich Inge Martensen ein letztes Mal auf die große Reise gen USA. Der nahende Ehrentag lässt sie auf ihr bewegtes Leben zwischen Föhr und New York zurückblicken. Immer wieder musste Inge Abschied nehmen: erst von Föhr, dann wieder von New York, von geliebten Menschen, von Plänen, Ideen und Träumen. Aber eins hat Inge nie verloren: die Hoffnung.
- «Ein mutmachender Roman über Aufbruch, Heimat und Durchhaltevermögen.» (Freundin)