Neue Einblicke in die Geschichte einer berühmten Familie. Zum Jahrestag der Erstveröffentlichung von Franz Kafkas Amerika
Am 31. Mai 1918 wird ein Mann zum Verhör geladen. Sein Name: Franz Kafka.
Es handelt sich allerdings nicht um den heute berühmten Schriftsteller aus Prag, sondern um dessen Cousin: zehn Jahre jünger, Vorbild (vielleicht) für die Figur des Karl Roßmann im 1927 posthum veröffentlichten Amerika-Roman. Cousin Franz oder Frank, wie er sich bald lieber nennt, ist als Fünfzehnjähriger auf einem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie in New York angelandet. Was ihn dort erwartet? Nicht das, was er sich erhofft hat. Stattdessen: der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Misstrauen. Verdächtigungen. Schließlich gibt es da noch einen Bruder, der vor ihm nach New York ausgewandert ist und von dem man munkelt, er sei ein deutscher Spion …
«Familien sind kompliziert, und Namensdopplungen machen es nicht eben leichter.»
Vor unseren Augen füllt eine Aktennotiz sich mit Leben. Franz alias Frank Kafka steht dem Militärgeheimdienst Rede und Antwort. Oder eher: Er wickelt die Beamten ein in historische Exkurse, unterhält sie mit Anekdoten aus seiner böhmisch-jüdischen Familiengeschichte. Er redet um sein Leben.
«Eine großartige Autorin ist zu entdecken ... scharfsinnig und voll wilder Fantasie.» der Freitag
Yulia Marfutova hat in den Beständen der National Archives in Washington, DC, einen Archivschatz gehoben und verwandelt ihn in große Literatur. Der Fall Kafka ist eine literarische Familienaufstellung und zugleich ein fesselnder politischer Roman.
- Eine Zeitreise, die bis in die Gegenwart reicht
- Fundiert recherchiert und glänzend erzählt
«Extrem stark. Völlig eigene Stimme.» Florian Illies