Heinrich und Götz George

Selten war ein Verhältnis von Vater und Sohn so innig und so komplex – obwohl sich die Lebenszeit beider kaum überschnitt: Heinrich George herrschte seit den 1920ern als Berliner Theaterkönig, spielte unter Brecht und in «Metropolis». Im Dritten Reich führte er seine Karriere zu neuen Höhen, ließ sich für Propaganda einspannen; er starb 1946 im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen. Der Sohn Götz war da acht Jahre alt, doch mit dem Vater beschäftigte er sich zeitlebens – dem widersprüchlichen Künstler, dem er auf eigene Weise nachfolgte. Götz George spielte in Karl-May-Streifen, dann in «Schtonk» oder «Rossini», in denen sich die Republik spiegelte, glänzte in Charakterrollen wie in «Der Totmacher». Als «Schimanski» wurde er zum beliebtesten deutschen Fernsehkommissar und zum Prototyp des neuen Manns, der auch verletzlich sein durfte. Bei aller Verschiedenheit eint Vater und Sohn: Beide waren ungemein populär, echte Volksschauspieler. Ihr Leben erzählt ein Jahrhundert deutscher Geschichte.
Thomas Medicus versteht es wie wenige, seine Figuren lebhaft auszuleuchten und zugleich das große Panorama zu zeichnen. Eine außergewöhnliche, bewegende Vater-Sohn-Geschichte – und die Doppelbiographie zweier prägender Künstler des 20. Jahrhunderts.

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  • Publisher: Rowohlt E-Book
  • Release: 13.10.2020
  • ISBN: 978-3-644-00503-7
  • 416 Pages
  • Author: Thomas Medicus

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  • 2021: Shortlist - Historische Buch des Monats

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Buchcover von Heinrich und Götz George: Zwei Leben
Thomas Medicus Heinrich und Götz George
Portrait von Thomas Medicus
© Marco Urban
Thomas Medicus

Thomas Medicus , born in 1953, wrote for the  FAZ , among others, and was deputy editor of the culture and entertainment section of the  Frankfurter Rundschau . Today he works as a freelance publicist in Berlin. In 2012 he wrote the much-praised biography Melitta von Stauffenberg.  Neue Zürcher Zeitung described his novel Heimat as "unconventional and gripping … a multi-layered contemporary historical narrative". In 2020, he published the dual biography Heinrich und Götz George , about which the Deutschlandfunk remarked: "Sensational... In their life stories, more than a century of German history unfolds".