ABGESAGT: Edgar Selge
- Hamburg, Bucerius Kunst Forum
- 07.12.2021
- 20:00 Uhr
Mehr als zehn Millionen Menschen sitzen weltweit hinter Gittern, in Deutschland sind es ungefähr 50.000. Fünfzigtausend Gefängnisgeschichten, fünfzigtausend Geschichten von Schuld und Sühne, fünfzigtausend Geschichten von „Resozialisierung“, die selten erzählt werden. Was also geschieht im Gefängnis, wie sah einst und wie sieht heute dort der Alltag aus? „Bricht“ dieser spezielle Ort den Insassen bzw. die Insassin oder kann von dort der Beginn eines neuen Lebens ausgehen? Wie hat sich im Lauf der Zeit der Blick der Öffentlichkeit auf die Institution Gefängnis gewandelt, wie hoffnungsvoll können wir heute noch an die Idee der Resozialisierung glauben? Kann das Wegsperren irgendetwas Sinnvolles bewirken oder ist es doch nur die fantasielose Maßnahme einer Gesellschaft, der nichts Besseres einfällt? Und schließlich: Was macht das Gefängnis mit denen, die im Justizvollzug arbeiten – und mit ihren Angehörigen? Darüber sprechen wir mit dem Schauspieler Edgar Selge, der gewissermaßen mit dem Gefängnis aufwuchs. Sein Vater leitete in den 1950er Jahren eine Jugendstrafanstalt in Westfalen. In seinem neuen Buch Hast du uns endlich gefunden erzählt Selge vom Leben mit den Gefangenen. Die Historikerin Annelie Ramsbrock untersucht in ihrer Studie Geschlossene Gesellschaft das Gefängnis als „Soziallabor der Gesellschaft“: Kann es wirklich gelingen, Verbrecher:innen in Gefangenschaft zu resozialisieren? NDR Kultur zeichnet den Abend auf und strahlt den Mitschnitt am 30. Januar 2022 in der Sendung Sonntagsstudio aus.
Veranstaltungsort
Bucerius Kunst Forum
Alter Wall 12
20457 Hamburg
Anmeldung unter www.zeit-stiftung.de/hoersalon