Wolfgang Herrndorf

Tschick

«Ein klappriges Auto kam die Straße runtergefahren. Es fuhr langsam auf unser Haus zu und bog in die Garagenauffahrt ein. Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. ‹Ah›, sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. ‹Macht das Spaß?›» Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

Themen:   Berlin; Brandenburg; empfohlenes Alter: ab 14 Jahre; geeignet für sich entwickelnde erwachsene Leser; Moderne und zeitgenössische Belletristik; Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Regionalroman; Kinder/Jugendliche: Gegenwartsliteratur

Der mit 10.000 Euro dotierte Clemens Brentano Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg geht an Wolfgang Herrndorf. Er erhält den Preis für seinen Roman «Tschick». Wolfgang Herrndorf, geboren 1965 in Hamburg, studierte Malerei in Nürnberg. Er arbeitete als Illustrator beim Haffmanns Verlag und für die Zeitschrift „Titanic“. 2002 ...

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