18.08.2016   von rowohlt

Traust du dich zu leben?

Die Geschichte einer jungen Frau, die sich nach einer Leukämie-Erkrankung ins Leben zurückkämpft. Und in die Liebe.

© Dieter Braun
© Dieter Braun

Gesund – aber nicht geheilt. Das ist Ninas Diagnose nach überstandener Leukämie. Für die Zwanzigjährige klingt das wie: Freu dich bloß nicht zu früh. Ohnehin hat die Krankheit alles verändert. Mit ihrer besten Freundin Bahar ist sie zerstritten, ihr Bruder ist streng gläubig geworden, und Nina würde eher einem Hütchenspieler vertrauen als ihrem eigenen Körper. Dann lernt Nina Erik kennen und ist schneller in ihn verliebt, als ihre Angst vor einem Rückfall es erlaubt. Aber wie soll Liebe funktionieren, wenn einem der Mut zum Leben fehlt? «Auf Null» – Catharina Junks mitreißender, lebenskluger und hinreißend komischer Debütroman.


Mehr Informationen zu Catharina Junks Roman (mit Leseprobe und großem Gewinnspiel) finden Sie auf rowohlt.de/auf-null


Stimmen zum Roman


«Dieses Buch hat mich umgehauen. Catharina Junks Story geht ans Herz und ist trotzdem richtig komisch.» (David Safier)
«Ein lustiges, berührendes Buch, das sich ohne weiteres mit ‹Tschick›, ‹Auerhaus› und ‹Das Schicksal ist ein mieser Verräter messen kann.» (Daniela Oswald, Der Buchladen)
«Ich wollte das Buch heute Morgen nur mal schnell anlesen und bin nichtmehr davon losgekommen. So ein wunder-, wunderschönes Buch! Ich bin begeistert.» (Yvonne Meurer-Jensen, Buchhandlung Bücher-Känguruh)

Das Interview


Was hat die in «Auf Null» erzählte Geschichte mit Ihrem eigenen Leben zu tun?
Wie meine Hauptfigur Nina bin auch ich kurz nach Beginn meines Studiums in Münster an Akuter Myeloischer Leukämie erkrankt, und diese Erfahrungen bilden die Grundlage für den Roman. Weitere autobiographische Bezüge sind, dass ich ebenfalls in Niedersachsen aufgewachsen bin, einen jüngeren Bruder habe und, wie Nina, Sonnenblumen nicht ausstehen kann, weil in meinem Krankenhauszimmer ebenfalls van Gogh hing. Das war es dann aber auch schon. Die in «Auf Null» erzählte Geschichte ist frei erfunden, und keine der auftretenden Figuren habe ich im wirklichen Leben jemals getroffen. Eigentlich schade, wenn ich so darüber nachdenke.


Viele Romane, die eine plötzliche Erkrankung thematisieren, handeln von der Zeit vor und während der Krankheit. «Auf Null» beginnt mit dem Tag nach der «Gesund»-Diagnose, rückt also die Ängste und Mühen in den Fokus, ins Leben zurückzufinden. Stand diese Zeitperspektive von Anfang an fest, oder hat sie sich erst während des Schreibens ergeben?
Ja, mich hat immer die Zeit «danach» interessiert. Weil die tiefe Verunsicherung nach einer Krebserkrankung einen sehr, sehr lange begleitet und man jederzeit die nächste Erschütterung fürchtet. Die Angst vor einem Rückfall wird zu einem ständigen Rauschen, das über allem liegt. Gleichzeitig denkt man: Jetzt sei doch endlich mal froh, du lebst doch noch!
Bei mir hat es zehn Jahre gedauert, bis ich wieder einigermaßen klargekommen bin, und auch heute, nach über zwanzig Jahren, werde ich nervös, wenn bei einer Erkältung die Lymphknoten anschwellen. Andere Betroffene erleben das auch so oder ähnlich, und deswegen erschien es mir erzählenswert.


Ihre Protagonistin Nina lernt Schritt für Schritt, sich wieder selbst zu vertrauen – ein schmerzhafter Lernprozess voller Ängste. Gibt es diesen einen Moment, wo innerlich ein Schalter umgelegt wird und man weiß: Ich schaffe das?
Nein, meiner Ansicht nach gibt es den nicht. Und Nina macht ja genau den Fehler, auf diesen einen magischen Moment zu warten. Bis dahin versucht sie, zweckpessimistisch ihrem Glück aus dem Weg zu gehen. Sie hofft, so den Abschiedsschmerz vom Leben und von den Menschen, die sie liebt, klein halten zu können, falls die Leukämie doch wiederkommt und sie womöglich stirbt. Gleichzeitig hat Nina aber eine so große Sehnsucht nach Glück, Liebe und Unbeschwertheit, dass es für sie immer schwieriger wird, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Am Ende ist ihr Bedürfnis, wieder mutig und offenen Herzens zu sein, zunehmend stärker als ihre Angst …


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