18.03.2016   von rowohlt

Messeimpressionen Leipzig – Tag 2

Willkommen auf der Leipziger Buchmesse 2016, willkommen bei Rowohlt!

© iStockphoto.com
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Leipzig, the place to be! Bis Sonntag hat die Buchmesse ihre Pforten geöffnet. Vieles spricht dafür, dass es einen neuen Besucherrekord gibt. Wir berichten täglich von der Leipziger Buchmesse: Messeimpressionen in Wort und Bild. Heute u.a. mit dabei: Kirsten Fuchs, Manga-Kids, Kolleginnen mit Marathonausdauer, Druckfrisches von Denis Scheck, allerschönste Bücher und eine britische Polizistin, die es mit einer abscheulichen Mordserie in Southampton zu tun hat. 



Kirsten Fuchs' «Mädchenmeute» für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert

«Mädchenmeute» ist ein mitreißender Roman über ein 15-jähriges Mädchen, Charlotte, die mit sieben anderen Mädchen ins Feriencamp fährt, um dort einen Sommer der Freiheit zu erleben. Die taz lakonisch wie grammatikalisch gewagt: «Das Buch ist bombe.» Wie sehr sich die Berliner Autorin über die Nominierung freut, zeigt dieses Bild. Kirsten Fuchs ist aber nicht nur am Rowohlt-Messestand präsent, sie rennt auch von Lesung zu Lesung, von Interview zu Interview. Wie viele Schritte sie wohl laut Fitness-App nach einem ereignisreichen Leipziger Buchmessentag auf der Uhr stehen hat? Dazu jetzt mehr:



11.222 Schritte: eine beachtliche Messetagesbilanz!

Wir finden: Es wird viel zu wenig über die (leicht)athletische Dimension von Events geredet. Manche Marathonläufer*innen, heißt es, nutzen die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig als Trainingslager: zig Kilometer Rennerei unter wahrhaft erschwerten Bedingungen. Unserer Social-Media-Referentin Hannah Mordhorst verdanken wir diesen denkwürdigen Schnappschuss. Als moderne junge Frau trägt sie stets & überall ein Smartphone mit integrierter Fitness-App bei sich. Was würden Humboldt, Gauß und Daniel Kehlmann wohl zu dieser Art von «Vermessung der Welt» sagen? (Humboldt wäre vermutlich begeistert, bei den beiden anderen Herren bin ich mir nicht so sicher …) 11.222 Schritte, das sind ein paar nette Trainingskilometer im Leipziger Glaspalast. Zurückgelegt gestern übrigens in Ballerinas. Heute ist Kollegin Mordhorst mit weniger flachen Schuhen im Einsatz. Wir hier in Reinbek und anderswo sind wild darauf zu erfahren, welche Zahlenkolonne heute Abend auf ihrer Fitness-Uhr aufleuchtet. Übrigens: Hannah trainiert unseres Wissens NICHT für einen der vielen Frühjahrsmarathons. Sie macht einfach nur ihren Job …



Denis Scheck: Druckfrisch aus Leipzig

«Ich hab so viel Hunger, dass ich vor lauter Durst nicht weiß, was ich rauchen soll …» Für Denis Scheck wäre Heinz Strunk ein mehr als verdienter Preisträger für den Leipziger Buchpreis 2016 gewesen. «Der goldene Handschuh» zeige zwar eine fürchterlich trostlose Welt, aber Strunk gehe in seinem dokumentarischen Roman ernsthaft und literarisch überzeugend der Frage nach, wie das Böse in der Welt zustande kommt. 



Steffen Martus auf dem Blauen Sofa

Die Aufklärung, eine Epoche zwischen Friedenssehnsucht und patriotischer Kriegsverherrlichung, wissenschaftlicher Strenge und Schwärmerei für Okkultismus und Geisterseherei: Steffen Martus, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin, hat mit seinem hochgelobten Buch die Aufklärung vom Kopf auf die Füße gestellt.  Im Gespräch mit Thomas Jantschek auf dem Blauen Sofa erklärt der Leibniz-Preisträger, weshalb unsere Welt ohne die Aufklärung im 18. Jahrhundert anders aussähe.



Schöne, schönste und allerschönste Bücher

Wer in diesem Jahr bei der großen Leipziger Bücherschau ist, sollte unbedingt bei der Stiftung Buchkunst vorbeischauen – Stand G600 in Halle 3. Hier finden sich Bücher aus aller Welt, mit den prachtvollsten, originellsten Umschlägen und typografischen Innengestaltungen. Wenn hier das Herz eines bibliophilen Buchliebhabes nicht höherschlägt – wo dann?



Analoge Kollegen vor digitalen Novitäten

Vor allem die Vertriebskolleg*innen sind im kräftezehrenden Buchmessen-Dauerstress. Tausend Fragen, die am Infotresen auf einen einprasseln: Wo ist Lektor X, und wo Pressefrau Y? Wo geht es zur Stiftung Buchkunst – und warum ist Autorin Z nicht in Leipzig? Gibt es Freiexemplare für unseren Love-and-Landscape-Blog? Kriege ich einen Kaffee, vielleicht auch einen Schokoriegel? Es muss einmal gesagt werden: Ohne die freundlichen Kolleg*innen am Stand wäre eine Buchmesse eine triste Sache.  Hier sieht man übrigens die gut gelaunten Kollegen Traugott Schreiner (Vertrieb) und Jessica Küster (Auszubildende) gemeinsam mit der Rowohlt e-Revue: In ihr wird großformatig alles Digitale aus dem Hause Rowohlt vorgestellt: rowohlt rotation, der tausendaugen-Blog, rowohlt repeertoir und die E-Books aus den Bereichen Theater und Monographien.



Das Leben ist eine Party!

Das hier sind keine karnevalistischen Überbleibsel, das ist Verkleidungskunst – und die hat bei der Leipziger Buchmesse Tradition. Oasen der Stille gibt es vielleicht auch hier (wer welche kennt: bitte melden!). Aber da, wo Manga-Kids und andere fantasievoll kostümierte Menschen unterwegs sind, herrscht laute, drangvolle Enge. Oft schwimmt man förmlich gegen die bunte Woge an. Dafür kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Was das mit Büchern, mit Literatur zu tun hat? Jede Menge! Viele der bunten Figuren in exzentrischen Outfits sind geradewegs Büchern entsprungen, z.B. Mangas und anderen Comics.



It's a crowdy place

Menschen mit freilaufenden Kleinkindern oder einem ausgeprägten Hang zu klaustrophobischen Attacken sollten sich gut überlegen, ob sie wirklich ihren Fuß in die Leipziger Buchmessen-Hallen setzen. You'll never walk alone: das gilt nicht nur in Liverpool und Dortmund, sondern auch in Leipzig. (Wobei hier selbstverständlich nicht die Rede vom designierten Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig aus dem Mateschitz'schen Brauseimperium ist.) Einzelmenschen, Menschengruppen, Menschenwolken (erstaunlich viele jung und sehr jung und teilweise grandios kostümiert!): auf dem Messegelände, in den Gängen, auf den Rolltreppen, bei Lesungen und Fernsehinterviews. Es ist laut, heiß, hektisch – und macht großes Vergnügen. So geht's zu in der Welt der Literatur!



D.I. Helen Grace ermittelt in Leipzig

In der Messebuchhandlung ein Hingucker: die Romane von M. J. Arlidge. Der Brite hat fünfzehn Jahre als Drehbuchautor für die BBC gearbeitet; das merkt man seinen atemberaubend spannenden Büchern an: kurze, messerscharfe Kapitel; schnelle Schnitte, überraschende Perspektiven. Arlidge hat hat eine der aufregendsten Heldinnen der aktuellen Thrillerliteratur geschaffen: Detective Inspektor Helen Grace von der Southampton Central Police. Hier zu sehen sind die ersten beiden Titel der Serie; der dritte D.I. Grace-Thriller erscheint im Juni 2016. Heißer Lesetipp!



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