20.07.2016   von rowohlt

Fatale Fehlentscheidung

Du hast die Wahl – und triffst eine falsche Entscheidung. Die dein ganzes Leben verändert. Und ein anderes auslöscht.

© Dorling Kindersley/Getty Images; cg-textures.com
© Dorling Kindersley/Getty Images; cg-textures.com

Eine bestialische Mordserie erschüttert Süd-Florida. Junge Frauen werden entführt und zu Tode gequält, ihre Leichen inmitten von Zuckerrohrfeldern abgelegt. Die Polizei hat keine Spur. Bis eine Zeugin auftaucht: Eines Nachts, während eines schweren Tropensturms, beobachtet die junge Mutter Faith Saunders eine Frau auf der Flucht vor einem Mann. Starr vor Angst begeht Faith einen folgenschweren Fehler. Und ihr Leben verwandelt sich in einen Albtraum … Der neue, lang erwartete Roman von Bestseller-Autorin Jilliane Hoffman – ein Thriller über Schuld und Zivilcourage, der unter die Haut geht. Ein Buch, dessen Sog man sich  von der ersten Zeile an nicht entziehen kann.  

Das Ende der Unschuld

Wen rettest du, wenn du einem Mörder ins Gesicht blickst? Das ist die Frage, über die Faith Saunders in jener schicksalhaften Nacht keine Zeit hat nachzudenken. Während sie einen Blick auf ihre vierjährige Tochter Maggie wirft, die auf dem Rücksitz liegt, wird die fremde Frau bereits von einem anderen Mann auf ein verwildertes Grundstück gezerrt. 


Wen rettest du? Panisch vor Angst, versucht Faith den Wagen zu starten, um zu fliehen. Da tippt der Mann ans Fenster, legt den Zeigefinger an die Lippen: Kein Sterbenswörtchen über diese Nacht, über das, was du hier gesehen hast – niemals.

«Verbrecher ließen keine Zeugen ziehen …»

Deshalb, redet Faith sich ein, kann es kein Verbrechen gewesen sein. Hätte sie eine Entführung, Vergewaltigung oder Schlimmeres beobachtet, wäre sie längst aus dem Weg geräumt worden. Sie spricht mit niemandem über die Vorkommnisse jener Nacht, die sie bis an ihr Lebensende verfolgen werden. Nicht einmal ihren Ehemann Jarrod weiht sie ein. Doch dann bricht Maggie das Schweigen, als sie die junge Frau in den Fernsehnachrichten erkennt. «Daddy, ich kenne die Frau. Das ist die Frau, der Mommy nicht helfen wollte.» Das Fernsehbild zeigt Angelina Santri, die grausam verstümmelt in den Zuckerrohrfeldern gefunden wurde. 


Die Mörder der fremden Frau haben sie und ihre kleine Tochter gesehen, kein Zweifel. Aber keiner außer Faith weiß, weshalb sie damals nicht sofort die Polizei verständigen konnte: weil sie betrunken unterwegs war, und das mit ihrer Kleinen auf dem Rücksitz. Und weil sie fürchtete, dass ihre vermeintliche «Bilderbuchehe» rasch zu Ende wäre, würde Jarrod die ganze Wahrheit über die Horrornacht erfahren. Und so stürzt Faith in einen Abgrund aus Angst, Schuld und Verzweiflung.

Ein Albtraum beginnt

Virtuos wechselt Jilliane Hoffman die Erzählperspektiven. Mal wird aus der Sicht von Faith erzählt, mal aus der von Jarrod oder den Mördern. Auch wenn man als Leser bald weiß, auf wessen Konto die grausame Mordserie in Florida geht, wird der Spannungsbogen bis zur letzten Seite immer weiter angezogen. 


Wie ihre früheren Bestseller «Cupido», «Morpheus», «Argus» und «Mädchenfänger» ist auch «Samariter» harter Stoff. Jilliane Hoffman schont ihre Leser nicht. Mit brutalem Realismus malt sie die erschreckenden Details der Verbrechen aus – und steuert mit unerbittlicher Konsequenz auf einen Showdown zu, den man sich so nie hätte ausmalen können.



Autorin: Susan Brauer

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