05.02.2016   von rowohlt

«Der Hodscha und die Piepenkötter» – die Komödie zum Ernst der aktuellen Lage

Treffen sich zwei Kulturen ... Ursel Piepenkötter vs. Nuri Hodscha: der Film zum Roman

© Milena Djuranovic
© Milena Djuranovic

Am 17. Februar lief in der ARD ein hinreißend komischer Film: «Der Hodscha und die Piepenkötter». Die Verfilmung basiert auf dem 2011 bei Rowohlt erschienenen gleichnamigen Roman von Birand Bingül, der sich als WDR-Redakteur seit langem mit den Themen Integration und Migration beschäftigt. In Bingüls Roman verhaken und verbeißen sich zwei Protagonisten auf geradezu bizarre Weise: die so egozentrische wie machthungrige Politikerin Piepenkötter und der religiöse Sturkopf Nuri Hodscha.
«Skurrile Provinzposse», titelte die Hamburger Morgenpost und empfahl das Buch Thilo Sarrazin zur baldigen Lektüre. Regisseurin Buket Alakus hat sich auf Grundlage des Drehbuches von Gernot Gricksch an die filmische Umsetzung des Stoffes gemacht.

Und das ist die Geschichte ...


In ihrer Stadt ist Ursel Piepenkötter (Anna Stieblich) die unangefochtene Nummer eins. Als amtierende Oberbürgermeisterin liebt sie das Bad in der Menge, sie ist resolut und kämpferisch. Ihre Spezialdisziplinen: Tricksen, Tarnen, Täuschen. Ihr oberstes Ziel: die Wiederwahl. Doch die gerät in Gefahr, als Nuri Hodscha (Hilmi Sözer), der neue Geistliche der türkischen Gemeinde, zum Einstand ankündigt, eine prächtige Moschee bauen zu wollen. Vielen Bürgern der Stadt ist der Islam nicht geheuer – muss eine Bürgermeisterin da nicht eingreifen und Profil zeigen?


Oberbürgermeisterin Piepenkötter wittert die Chance, durch eine wohldosierte Portion Populismus die Wahl für sich zu entscheiden. Doch bei Nuri Hodscha gerät sie an den Falschen: Der Mann Allahs ist ein Schlitzohr ohnegleichen. Ob Kuhhandel oder Erpressung – auch ihm sind alle Mittel recht.


Schauspieler Hilmi Sözer: «Birand Bingül schreibt, wie einem der Schnabel wachsen sollte: schonungslos ehrlich und humorvoll sensibel. Und das bei dem Thema ‹Islam in Deutschland› hinzukriegen, menschlich und verbindend, das ist für mich etwas ganz Wertvolles. Und ich glaube, daß wir aus Bingüls Steilvorlage einen ebenso furiosen Film gemacht haben.»


Top