28.07.2016   von rowohlt

Das Monster von Detroit

«Furchterregend und hypnotisch» (Stephen King): Lauren Beukes' Thriller Broken Monsters»

© Gavin Hall; Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich, Kim Becker
© Gavin Hall; Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich, Kim Becker

Detroit - Symbol für Aufstieg und Niedergang des American Dream. Zwischen Industrieruinen und Kunstprojekten geschieht Grässliches. Menschen werden ermordet und zu «Kunstwerken» arrangiert: Ein Junge mit menschlichem Oberkörper und den Beinen eines Rehs. Eine Keramikkünstlerin als grausige Tonskulptur. Detective Gabriella Versado hat schon vieles gesehen, doch so etwas noch nie. Sie ahnt nicht, dass sie es mit jemandem zu tun, der von dem brutalen Traum besessen ist, die Welt nach seiner Vision neu zu erschaffen. Und der vor nichts zurückschreckt … Lauren Beukes' Thriller-Szenario in «Broken Monsters» nennt Spiegel Online kurz und bündig «eine Sensation».

Stimmen zum Roman

James Ellroy: «Was für eine brillante Krimi-Phantasmagorie!!!! Dieser umwerfende Roman ist das neue Standardwerk zum urbanen Verfall.»


Die Welt: «Wo auch immer dieses Buch auftaucht, es sollte sperrangelweit aufgerissen werden.» – «Szenen, Dialoge: Bei Lauren Beukes wackelt nichts. Rhythmus! Sie schreibt ja auch Drehbücher … Der Roman klingt so dermaßen zeitgenössisch, dass es die helle Freude ist.»


The Guardian: «Beukes zeigt, dass Horror der einzig mögliche Weg sein kann, unsere Realität begreifbar zu machen.»


Die Story: Eine kaputte Stadt und ihre Albträume

537 Seiten, wie man sie selten gelesen hat. Mit Whodunnit hält man sich hier nicht lange auf, der Macher der monströsen Morde ist früh schon klar. Clayton Brooks ist ein psychotischer Künstler mit einer Vision, einer Mission – seine Kunst soll aus dieser Welt einen anderen Ort machen, er ist unterwegs zu einer «Welt unter der Welt». Alles Gewöhnliche, Banale, Alltägliche will er transzendieren, indem er «Objekte» schafft, die die Welt noch nie gesehen hat. Dafür müssen Menschen sterben, er braucht sie als Rohmaterial.


Zum Beispiel der 11-jährige Junge, getötet mit einem Druckluftnagler, auf Hüfthöhe zerteilt und auf den Unterleib eines Hirschs geklebt. Oder jener enthauptete Mann, dessen Torso mit einem knallbunten Pappmascheeballon auf den Schultern in einer Bushaltestelle zur Schau gestellt wird. Je unfassbarer und brutaler, umso näher an den Phantasien des Detroiter «Monsters». Ganz in der Nähe von Brooms Opfern finden Polizisten und entsetzte Passanten Kreideumrisse einer Tür. Notausgänge aus der Zivilisation, Einstiege in eine Welt jenseits der bekannten Welt? Wer weiß das schon.


Brooms Morde: prachtvoller Gruselstoff für die Boulevardmedien. «Das Monster von Detroit», «Der Banksy unter den Serienkillern» – Schauergeschichten, die sich wie von selbst schreiben in einer zerrissenen Stadt wie Detroit, die wie keine andere US-Metropole für Ruinenpornografie und Einschusslöcher steht (aber eben auch für Techno-Kultur, Avantgardekunst und Urban Gardening). Für die in der Mordserie ermittelnde Polizistin Gabriella «Gabi» Versado ist die hysterisch aufgeladene Stimmung Gift; wie soll man in dieser von Hype & Horror aufgeputschten Atmosphäre saubere Polizeiarbeit leisten? Einer, der die Berichterstattung skrupellos anheizt, ist Jonno Haim, ein abgehalfterter New Yorker Journalist, der in Detroit noch mal richtig durchstarten will: als Videoblogger mit etwas, was man nicht anders als «Schweinejournalismus» bezeichnen kann. Und die Klickzahlen glühen.


Vielleicht hätte Gabriella Versado etwas früher ihrem Teenagertöchterchen Layla auf die Finger schauen sollen, die gemeinsam mit ihrer besten Freundin stundelang mit Fakeprofil pädophile Chat-User jagt. Im großen Showdown von «Broken Monsters» wird man sie wiedersehen.


Die Autorin: Lauren Beukes

Geboren 1976 in Johannesburg, Südafrika. Autorin und Journalistin; sie schreibt Romane, Graphic Novels und Drehbücher. Heute lebt sie in Kapstadt. Mit ihren ersten beiden Romanen «Moxyland» (rororo 25969) und «Zoo City» (rororo 25968) gewann sie den Arthur C. Clarke Award, einen der beiden renommiertesten internationalen Sci-Fi- Literaturpreise. Lauren Beukes lebt in Kapstadt. 


«Sie fahren am Yachtclub vorbei, und sie zeigt auf den alten Zoo, der mit Brettern verschalt ist, die Tiere sind lange weg. Vielleicht sind sie mit den Weißen in die Vororte geflüchtet.» Was Lauren Beukes schreibt, ist einfach – fantastische Literatur. «Niemals weniger als absolut fesselnd!» (Val McDermid)

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