Im Gespräch

«Auf diesem Friedhof liegen anscheinend ein paar Leichen im Keller»

«Six Feet Under» in der Uckermark? Ein neuer Fall für Miss Merkel! – Im Gespräch: David Safier

David Safier
© Manuel Gutjahr

Der Gärtner ist nicht immer der Mörder, manchmal ist er auch die Leiche. Das wird Rentnerin Angela klar, als ihr Mops die Leiche des Gärtners auf dem Klein-Freudenstädter Friedhof in der Uckermark entdeckt. Die Mordverdächtigen sind allesamt in zwei verfeindeten Bestatter-Familien zu finden. Da gibt es einen dubiosen Geschäftsführer, eine spröde Buchhalterin, eine sensible Trauerrednerin, einen Satanisten, einen kultivierten Steinmetzen. Mit Letzterem teilt Angela nicht nur ihre Liebe zu Shakespeare, der ältere Herr sieht auch noch aus wie ein ehemaliger französischer Filmstar. Wird Angela dem rauen Charme dieses Mannes verfallen? Der zweite Fall der Meisterdetektivin Miss Merkel stellt die Ex-Bundeskanzlerin auch privat vor kniffelige Probleme.

DAS INTERVIEW

Das Schöne an Ihren Miss-Merkel-Romanen ist, dass einem beim Lesen ständig die reale Angela Merkel im Kopf herumspukt. Hatten Sie beim Schreiben ständig zwei Merkels im Kopf, die Kanzlerin in Berlin und die Hobbydetektivin in der Uckermark? Oder gab es da nur die missmarpleeske Kunstfigur Miss Merkel?
Die echte Frau Merkel sah ich nur vor mir, wenn sie in den Nachrichten über den Bildschirm flimmerte. Ansonsten lebte ich immer mit der Miss Merkel aus meinen Romanen. Die aber hat natürlich ganz schöne Ähnlichkeit mit der echten. Viele Leser haben mir geschrieben: «Genau so habe ich sie mir vorgestellt.» Und einige haben noch hinzugefügt: «Ich hoffe, Frau Merkel hat im echten Leben eine genauso gute Ehe wie in Ihrem Roman.»

Es heißt, einen nicht unbeträchtlichen Anteil an der Figur der Miss Merkel habe ein bekannter Fernsehermittler: Inspektor Columbo aus der gleichnamigen Serie. Wieso gerade Columbo?
Ich hatte mit meinem Agenten darüber spekuliert, was Frau Merkel wohl in der Rente machen wird, aber wir kamen da nicht weit. Wir waren uns nur sicher, was sie nicht machen würde. Zum Beispiel für Gazprom tätig werden. Nach dem Gespräch habe ich eine Folge von Columbo gesehen und dachte mir: Das passt, Merkel löst Mordfälle. Wie der Inspektor, und wie Miss Marple auch, ist sie sehr intelligent und wird vom Gegner gerne mal unterschätzt.

Im ersten Miss-Merkel-Krimi hatte man es mit dem Mord an einem Schlossherrn zu tun, verdächtig war rund ein halbes Dutzend Damen. Im Band 2 geht’s noch ein bisschen morbider zu, involviert sind zwei konkurrierende Bestattungsinstitute und eine veritable Satanistenszene. Könnte es sein, dass es im dritten Miss-Merkel-Fall (den es hoffentlich geben wird!) um einen handfesten politischen Skandal geht?
Die Zeit wird es zeigen. Ich habe sehr viele Ideen für weitere Fälle, eine davon geht in diese Richtung.

Miss Merkel und ihr Ehemann, «Quantenchemiker» Achim (Sauer), nennen sich liebevoll «Puffeline» und «Puffel». Hatten Sie nie die Sorge, dass Ihnen diese Art von schrägem Humor auf die Füße fallen, sprich: Unmut hervorrufen könnte?
Warum denn? Es ist ein freundliches Buch, mit dem man auf vielen Ebenen Freude haben kann: Da gibt es den Humor, das Murder-Mystery zum Selberlösen als Hommage an Agatha Christie und dann auch noch politischen und gesellschaftlichen Kommentar. Da ist für jeden ganz viel dabei.

Sie haben ein Händchen für starke, eigensinnige Frauengestalten. Angefangen damals bei Lolle in der ARD-Serie «Berlin, Berlin» über die Steinzeitfrau Urga in «Aufgetaut», Nellie in «Traumprinz» und Mira in «28 Tage lang» bis eben zu Miss Merkel. Wieso fällt es Ihnen so leicht, weibliche Romanprotagonisten «aus dem Ärmel zu schütteln»?
In meinen Büchern geht es auch viel um Emotionen, und Frauen können besser kommunizieren, wenn es um die geht. Daher ist es sogar einfacher, aus ihrer Perspektive zu schreiben.

Ihre Erfolgsromane sind in vielem unverkennbar: im Ton, im Humor, aber auch in der Gestaltung, im Design. Wer kennt sie nicht, die gezeichnete blaue Ameise auf dem Cover von «Mieses Karma»? War mit dieser genialen Coveridee eigentlich sofort klar, dass es auch danach weitere «gelbe Bücher» geben würde?
Es war erst klar, als wir das Cover des zweiten Romans «Jesus liebt mich» entwickelt haben. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich gefragt habe: «Warum nehmen wir nicht wieder das Gelb?» – und meine Lektorin antwortete: «Ja, warum eigentlich nicht?» Und so wurde es zur Marke.

Apropos Columbo: Glauben Sie, dass Sie selbst einen brauchbaren Detektiv abgäben, wenn Sie irgendwann mal in Rente gehen werden (dann eher an der Weser und nicht in der Uckermark …)?
Ich bin nicht so mutig wie Frau Merkel. Ich wäre sicherlich ein brauchbarer Mister Stringer oder ein anderer ängstlicher Sidekick von einem großen Detektiv.

Miss Merkel: Mord auf dem Friedhof

Der Gärtner ist nicht immer der Mörder, manchmal ist er auch die Leiche. Das wird Rentnerin Angela spätestens klar, als ihr Mops die Leiche des Gärtners auf dem Klein-Freudenstädter Friedhof in der beschaulichen Uckermark entdeckt. Kopfüber steckt der Tote in der Erde, nur die Beine ragen heraus. Die Mordverdächtigen sind allesamt in zwei verfeindeten Bestatter-Familien zu finden. Da gibt es einen dubiosen Geschäftsführer, eine spröde Buchhalterin, eine sensible Trauerrednerin, einen Satanisten sowie einen kultivierten Steinmetz. Mit Letzterem teilt Angela nicht nur ihre Liebe zu Shakespeare, der ältere Herr sieht auch noch aus wie ein ehemaliger französischer Filmstar. Wird Angela dem rauen Charme dieses Mannes verfallen? Und was sagt ihr Gatte Achim dazu? Der zweite Fall der Meisterdetektivin Miss Merkel stellt die Ex-Bundeskanzlerin auch privat vor kniffelige Probleme.

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David Safier

David Safier

David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre. Seine Romane, darunter «Mieses Karma», «Jesus liebt mich», «Happy Family» und «MUH!» erreichten Millionenauflagen im In- und Ausland. Der erste Band seiner Krimireihe rund um die Ex-Kanzlerin gegört zu den bestverkauften Büchern des Jahres 2021. Als Drehbuchautor wurde David Safier unter anderem mit dem Grimme-Preis sowie dem International Emmy ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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