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Virale Weisheiten

Aus dem Aschram in alle Welt: Der Influencer, Autor und einstige Mönch Jay Shetty teilt in seinem neuen Buch «Das Think Like a Monk-Prinzip» uralte Lehren im Kontext unserer Zeit und inspiriert weltweit Millionen. Eine Anleitung zum Loslassen, Wachsen und Geben.

Jay Shetty

Augen wie ein schimmernder Opal, gletscherweiße Zähne, ein filmreifes Lächeln – wer Jay Shetty sieht, denkt vielleicht an einen Schauspieler oder an den Gründer eines erfolgreichen Silicon-Valley-Start-ups. Dass der 33-Jährige drei Jahre lang als Mönch in einem indischen Aschram lebte, dort mehrere Stunden täglich meditierte und uralte hinduistische Schriften studierte, ist auf den ersten Blick schwer vorstellbar. Als 18-Jähriger hörte Shetty, der damals Management mit Schwerpunkt Verhaltenswissenschaften an einer renommierten Londoner Business School studierte, einen Vortrag des Mönchs Gauranga Das. Eine Begegnung, die ihn nachhaltig veränderte.

Aschram statt Anzug

In den darauffolgenden vier Jahren führte Shetty, der als Jugendlicher mit Drogen und Alkohol in Kontakt kam und fast von der Schule flog, ein Leben zwischen zwei Extremen. «Ich versuchte, zwei Welten unter einen Hut zu bringen, pendelte zwischen Kneipen und Restaurants auf der einen und Meditieren und auf dem Boden schlafen auf der anderen Seite», so Shetty. Seine Semesterferien verbrachte er regelmäßig in einem Aschram in Mumbai. Nach seinem Uni-Abschluss tauschte er 2010 die Business-Kleidung gegen ein Mönchsgewand und verbrachte drei Jahre mit hinduistischen Mönchen und dem Studieren der Bhagavad Gita, der zentralen Schrift des Hinduismus. «Was mich bei meinem Studium der Mönch-Philosophie am meisten verblüffte, war die Tatsache, dass sich die Menschheit in den vergangenen dreitausend Jahren kaum verändert hat.» Noch immer suchen Menschen nach einem sinnerfüllten Leben, wollen innere Ruhe und Zufriedenheit finden. Shetty stellt fest, dass diese uralten Lehren hochaktuell sind. Nach den Jahren im Aschram will er sein Wissen mit der Welt teilen, möchte motivieren und inspirieren. Das macht er mit großem Erfolg – in den sozialen Medien folgen ihm über 32 Millionen Menschen. Auch in seinem neuen Buch «Das Think Like a Monk-Prinzip» teilt der inzwischen verheiratete Shetty seine erworbenen Weisheiten und setzt sie in den Kontext unserer Zeit.

Elementare Fragen

Geprägt vom Ausbruch der Corona-Pandemie sind Kontrollverlust und Angst Bestandteil einer kollektiven Gefühlslage, die unsere Gegenwart bestimmt. Was sich bei dem einen in wirrer Wut, irrationalen Zweifeln und Rücksichtslosigkeit äußert, zeigt sich bei der anderen in Sorge um die berufliche Existenz, in Ohnmachtsgefühlen oder depressivem Rückzug. In den unterschiedlichen Schattierungen der gegenwärtigen Angst zeigt sich das, was alle wissen und für gewöhnlich lieber verdrängen: Nichts im Leben ist sicher, jeder Mensch ist sterblich. Shetty sagt: «Letztlich ist die Tatsache, dass wir sterben müssen, ein großartiger Anlass, das eigene Leben zu überdenken.»

Die Frage, wie wir leben wollen, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen, welche Werte uns durch die Welt navigieren, wie wir Beziehungen führen möchten, welche Wege wir für den Umgang mit Ängsten und Selbstzweifeln finden – all das erörtert Shetty in seinem Buch, das er in die Etappen «Loslassen», «Wachsen» und «Geben» unterteilt.

In der Stille des Raumes

Als Shetty in den Aschram kam, gab es für ihn und die anderen Mönche kein Internet, keine Filme, keine Musik, keine Spiegel und ausschließlich schlichte Mahlzeiten. «An Stelle dieser Ablenkungen trat nichts außer Raum, Stille und Ruhe», erinnert sich Shetty. Seiner Erfahrung nach sind Menschen nicht gern allein mit ihren Gedanken: «Wir neigen dazu, die Stille zu meiden, die Köpfe zu füllen und weiterzumachen, statt innezuhalten.» Für ihn brachte die Fokussierung auf das Allernötigste eine Offenbarung. «Wenn wir begraben sind unter nicht lebensnotwendigen Dingen, verlieren wir aus den Augen, was tatsächlich von Bedeutung ist.» Das Loslassen von materiellen Sachen, äußeren Einflüssen, inneren Widerständen und hemmenden Ängsten ist für den ehemaligen Mönch ein wichtiger Teil des Lebensrhythmus.

Atmen gegen die Angst

Wer sich weniger ablenkt, spürt vielleicht auch schwierige Emotionen wie Angst oder Schmerz. Shetty sagt: «Schmerz verlangt nach unserer Aufmerksamkeit.» Anstatt ungeduldig oder wütend zu reagieren, empfiehlt er die 4-4-6-Atemtechnik – 4 Zeiten einatmen, 4 Zeiten Atem anhalten, 6 Zeiten ausatmen – und eine Meditation, die im Umgang mit Angst hilfreich sein kann. Beim Einatmen sagt man innerlich das Mantra: «Ich sehe dich, meine Angst.» Und beim Ausatmen: «Ich sehe dich und bin für dich da.»

Sobald wir erkannt haben, wovor wir uns fürchten, können wir die Angst loslassen. Ähnliches gilt auch für den Umgang mit Negativität. Dabei geht es Shetty nicht darum, schlechte Gedanken und Gefühle einfach wegzuwischen. Vielmehr regt er eine Technik für ein achtsameres Denken an: «Spot, Stop, Swat» – negative Gedanken bemerken, bremsen, besser machen.

Mönchsein kann jede*r

Rund 70.000 Gedanken jagen tagtäglich durchs menschliche Gehirn. Viele davon bestehen aus Angst, Sorgen, Negativität und Stress. Entscheidend ist der Umgang damit. Shetty sagt: «Das Mönchsein ist eine Geisteshaltung, die sich jede und jeder zulegen kann.» In den Kapiteln «Wachsen» und «Geben» betont er neben einem Fokus auf den Aspekt «Dankbarkeit» vor allem eines: «Wir sind nicht unsere Gedanken!» So empfiehlt er neben Meditation und Atemübungen, ein größeres Verständnis und Mitgefühl für sich selbst zu entwickeln. Glaubenssätze wie «Ich bin langsam, ich kann das nicht», lassen sich etwa umwandeln in «Du arbeitest daran, du wirst immer besser. Ich kann das, indem …». Negativen Gedankenschleifen lösungsorientiert zu begegnen führt laut Shetty dazu, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, statt in Selbstvorwürfen zu verharren.

Was er stets betont: «Die meisten von uns Mönchen haben es nicht geschafft, das Nörgeln, Vergleichen und Kritisieren ganz sein zu lassen.» Wer seinen Weg durchs Leben finden will, muss aufrichtig sein mit sich und anderen. Und geduldig. Shetty sagt: «Erwarte von niemandem, dass er perfekt ist. Und glaube auch nicht, du selbst seist perfekt.»

Das Think Like a Monk-Prinzip

Als er gerade frisch von der Business School kommt, wendet sich der gebürtige Londoner Jay Shetty von der Welt der Anzüge und Büros ab, reist nach Indien ins Aschram und wird Mönch. Nach drei Jahren folgt er seiner inneren Berufung und kehrt zurück, um sein Wissen mit anderen zu teilen. Mit großen Erfolg: Heute folgen ihm über 39 Millionen Menschen in den sozialen Medien. Uralte Weisheiten relevant und zugänglich zu machen und auf die praktischen Fragen unserer Gegenwart anzuwenden - darin liegt Jays unglaubliche Kraft. Denn wir alle wünschen uns, im Einklang mit unserem wahren Selbst zu leben und Orientierung zu finden in der Hektik des Alltags. Jay Shetty führt uns vor Augen, wie wir unser Leben bewusster und sinnerfüllter gestalten, und zeigt uns: Das Mönchsein ist eine Geisteshaltung, die sich jeder zulegen kann.

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Worum geht es?

Wie finde ich innere Ruhe und Kraft für ein sinnvolles, erfülltes Leben? Auf diese und andere existenzielle Fragen findet Ex-Mönch und Influencer Jay Shetty vielfältige und tiefgründige Antworten. Basierend auf seiner Auseinandersetzung mit der hinduistischen Lehre Bhagavad Gita, wendet er uralte Weisheiten auf die Fragestellungen unserer Zeit an.

Warum ist es so lesenswert?

Jay Shetty erzählt in «Das Think Like a Monk-Prinzip» nicht nur seinen außergewöhnlichen Lebensweg vom Business-Studenten zum Mönch und vom Mönch zum Influencer. Er bietet auch zahlreiche praktische Übungen, die helfen können, das eigene Leben bewusster zu gestalten. Eine inspirierende Mischung aus Biographie und Achtsamkeitsratgeber.