Norbert Zähringer

Als ich schlief

Berlin, 1985. Beim Landeanflug auf die geteilte Stadt fällt der Flüchtlingsjunge Ismael aus dem Fahrwerkschacht eines Flugzeugs und überlebt. Auf den Zeitungsballen einer Altpapierhalde im Westen findet ihn Paul Mahlow, Judokämpfer, Frauenheld, Langzeitstudent und Wachmann. Während er den Jungen in ein Krankenhaus fährt, wird Mahlows bester Freund Alp Tazafhadi bei einer Demonstration bewusstlos geschlagen - und wacht nicht wieder auf. Die bis dahin überschaubare Welt der beiden gerät aus den Fugen. Aus dem Koma heraus, gleichsam über allem schwebend und nicht nur allgegenwärtig, sondern auch alles erinnernd, erzählt Alp die Geschichte ihrer Freundschaft, die Geschichte Ismaels und die manchmal tieftraurige, dann wieder haarsträubend komische Geschichte seiner Familie, in der ein geheimnisvoller Großvater eine teuflische Rolle spielt.
Norbert Zähringers Figuren sind Menschen, über die man wenig weiß und gerne liest: verschrobene Mitarbeiter eines Wach- und Schließdienstes, ein Imbissbuden-Millionär und Erfinder des "Schnitzel on a stick", der Spitzel wider Willen Gonzo, die cocktailtrinkende Vermieterin Miss Ellie, die schöne Nachtschwester Britta oder Yilmer, der philosophierende Arzt mit seinem Quacksalbermobil. Sein ebenso fesselnder wie anrührender Roman spannt zwischen Vergangenheit, Gegenwart und verschiedenen Kulturen ein Hochseil nach dem anderen und zeigt, wie möglicherweise alles mit allem zusammenhängt.

Themen:   Berlin; Vereinigte Staaten von Amerika, USA; Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Seelenleben; Moderne und zeitgenössische Belletristik; Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Regionalroman; Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Soziales

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