Thomas Melle

Sickster

Zwei junge Männer stehen an vorderster Front einer überhitzten Konsum- und Leistungswelt – und halten stand, bis die Beschleunigung ihr Leben erfasst, überwuchert: Der idealistische Magnus Taue schreibt für das Kundenblatt eines Ölkonzerns, fühlt sich als Loser und hasst seine Arbeit mit der Wut eines Schläfers. Thorsten Kühnemund, Manager und Macho, leidet insgeheim am erfolgreichen Hochglanzleben voller Druck und Alphatierneu­ro­sen, er betäubt sich mit Alkohol, schnellem Sex und Abstürzen im molochartigen Clubbing der Stadt. Aus Schulzeiten bekannt, freunden die beiden sich zögerlich an. Doch dann brechen die Fassaden ein. Magnus fühlt sich zu Thorstens Freundin Laura hingezogen, und alle drei strudeln ins Haltlose. So beginnt eine Suche nach irgendeiner Wahrheit des Empfindens, Denkens und Tuns – eine Suche im Rausch, Schmerz und Wahn, und in der eigenen Seele …
Einfühlsam und radikal erforscht Thomas Melle ein sich immer schneller um ein leeres Zentrum drehendes Leben – bis an die Grenzen des Ichs und darüber hinaus. «Sickster» ist ein großes diag­nostisches Zeitbild – und das Romandebüt eines Autors, dessen Sprache, so Iris Radisch, «bis ins letzte Komma aufgeladen» ist.

Themen:   Moderne und zeitgenössische Belletristik; Lifestyle-Literatur; für Männer und/oder Jungen

Für seinen Roman «Sickster» wurde Thomas Melle von Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Frankreichs Kulturminister Frédéric Mitterrand am 8. Dezember in Paris der Franz-Hessel-Preis 2011 verliehen. Mit dem deutsch-französischen Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur werden jeweils ein deutschsprachiger und ein französischsprachiger ...

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