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Neuanfang in Schweden: Romy Fölcks neues Buch «Die Regenschwimmerin»

Drei Frauen, eine Insel und der Mut, das Herz noch einmal zu öffnen. «Die Regenschwimmerin» von Romy Fölck
© Lena Rivo

Romy Fölcks Roman «Die Regenschwimmerin» erzählt auf der schwedischen Insel Ekerö nahe Stockholm die berührende Geschichte von Judith, Evi und Marga – ein gefühlvoller Roman über Neuanfänge, verletzte Seelen und die heilende Kraft der Freundschaft.

Liebe Romy Fölck, wie viel von Ihren eigenen Sommerurlauben auf der schwedischen Insel Ekerö steckt in der Atmosphäre des Romans? 

Ich war 2010 das erste Mal auf der Insel Ekerö, die neben Färingsö Schauplatz im Roman ist. Schon im ersten Jahr verliebte ich mich in dieses wundervolle Land, seine Weite und die unfassbar schöne Natur, in das besondere Licht über dem riesigen See und in seine entspannten Menschen. Jeden Sommer fahren mein Mann und ich dorthin, und es fühlt sich schon ein wenig wie Nachhausekommen an, weil wir einen engen Freund besuchen, der sogar Pate für eine Figur stand: für die gute Seele im Roman, Ruud. Ich ließ das Schwedengefühl, das mich so erdet, in den Roman einfließen. 

Warum war Ekerö der perfekte Sehnsuchtsort, um Judith, Evi und Marga in ihrer jeweiligen Lebensmitte aufeinandertreffen zu lassen? 

Alle drei Frauen haben einen Schicksalsschlag zu verkraften, jede auf ihre Weise, für jede in dem Moment eine Katastrophe, die sie straucheln lässt. Bei der Ältesten, bei Marga, liegt er dreißig Jahre zurück. Sie lebt seitdem in Schweden. Judith und Evi kämpfen mit Problemen, die ihr Leben gehörig durcheinanderwirbeln. Und auch diese beiden Mittvierzigerinnen zieht es auf diese Insel, die sie aus Kindertagen kennen, weil sie hier wieder zu sich selbst finden können. Ich weiß selbst, wie erholsam und heilend es ist, den Sommer am Mälarensee zu verbringen. 

Die ältere Marga schwimmt bei jedem Wetter im See – was symbolisiert ihre unerschütterliche Kraft für die jüngeren Frauen? 

Marga ist eine Frau in ihren Siebzigern, die das Leben schlimm gebeutelt hat und die ihm dennoch die Stirn bietet. Sie hat vor dreißig Jahren einen schweren Verlust erlitten, hat bei einem Unglück ihren Mann und ihre Tochter verloren. Und dennoch hat sie sich nicht aufgegeben. Marga ist für die jüngeren Frauen ein Beispiel, dass man auch in der dunkelsten Stunde die Kraft findet, in die Zukunft zu blicken und wieder Glück zu empfinden – vielleicht in einer einsamen Waldhütte am See, mit einem Fuchs als Gefährten, wie Marga.

Über die Figur Judith

Judith: Für die Hamburger Verlagsleiterin bricht eine Welt zusammen, als ihr Ehemann sich völlig unerwartet trennt und ihr für das Scheitern der Beziehung die Schuld gibt. Judith sucht Abstand und Ruhe und fährt auf eine kleine schwedische Insel nahe Stockholm. Hier hat sie die schönsten Sommer ihrer Kindheit verbracht, will in dem kleinen roten Gästehaus ihr Leben neu ordnen. Sie ahnt nicht, dass ihre frühere Freundin Evi, deren Wege sich vor dreißig Jahren am Abend des Krebsfestes trennten, auch auf der Insel ist.

Über die Figur Evelin

Evelin: Die gefeierte Londoner Künstlerin flieht vor einer verheerenden Diagnose in die alte Fischerhütte ihres Onkels in Schweden. Eine fortschreitende Krankheit lässt ihre Hände schmerzen, auf der Insel will sie ihr letztes Bild malen. Es fällt ihr schwer, sich eine Zukunft ohne ihre Kunst vorzustellen, und als sie dann ihre einst beste Freundin Judith wiedertrifft, werden alte Wunden aufgerissen. Doch in jeder Veränderung steckt eine Chance, das versteht Evi allmählich, während sie lernt, die Vergangenheit loszulassen und sich mutig ihrer Zukunft zu stellen.

Über die Figur Marga

Marga: lebt seit einem Schicksalsschlag zurückgezogen in einer Hütte im Wald. Immer wenn es regnet, geht sie im See schwimmen. Alle wissen von den Eigenheiten der alten Dame, und auch wenn sie alleine lebt, ist sie nicht einsam. Sie hat einen Traum: Sie möchte die Nordlichter in ihrer ganzen Pracht sehen und dafür nach Nordschweden reisen. Als ein ungebetener Gast aus ihrer Vergangenheit auftaucht und ihr Vermieter ihr wenig später unerwartet kündigt, droht sie ihren sicheren Rückzugsort für immer zu verlieren. Doch Marga weiß: Für einen Neuanfang ist es auch mit Mitte siebzig nicht zu spät.

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Portrait von Romy Fölck
© kerstinpetermann
Romy Fölck

Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura und arbeitete viele Jahre in der Wirtschaft. Mit Mitte 30 entschied sie, ihrem Traum, Schriftstellerin zu sein, eine Chance zu geben. Sie kündigte Job und Wohnung in Leipzig und zog in den Norden. Hier lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann in einem Haus zwischen Deichen und Apfelbäumen an der Elbe. Ihr erster Roman im Wunderlich Verlag, «Die Rückkehr der Kraniche», stieg sofort in die SPIEGEL-Bestsellerliste ein.

Zur AutorinBücher von Romy Fölck