D. H. Lawrence

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Gesammelte Erzählungen 

D. H. Lawrence hat wie kaum ein anderer Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts die Konflikte zwischen physischer und seelischer Existenz, zwischen zivilisatorischem und sinnhaftem Dasein überzeugend gestaltet. Es gelang ihm, nicht nur die Beziehungen zwischen Mann und Frau poetisch zu definieren, sondern sie der Wahrheit eines elementaren Lebens einzuordnen. Denn als eines der Grundübel des technischen Zeitalters sah Lawrence die Vereinsamung, die den Einzelnen im Anderen nur noch den Feind wittern lässt und seinen Egoismus verschärft.
In diesen exemplarischen Erzählungen richtet er sich gegen eine Gesellschaft, die die Kluft zwischen den Geschlechtern durch unverbindlichen und beiläufigen Umgang miteinander zu vertuschen sucht und sich mit ihrere Pseudo-Erotik immer mehr von einem echten Verhältnis zwischen Mann und Frau entfernt. Besonders in seinen Frauengestalten wird der Zwiespalt von Instinkt und Intellekt deutlich. Oft folgen diese Frauen wie in einer Trance ihrer Natur; doch wenn sie auf ihre Erlebnisse zurücksehen, finden sie sich von einem Ekel heimgesucht, wie er erst viel später von Sartre beschrieben wird. Doch Lawrence wollte sich nicht mit dem Rückzug auf die pessimistische Analyse seiner Zeitgenossen Proust und Joyce abfinden. Noch in den existentiellen Niederlagen seiner Gestalten suchte er Triumphe vitaler Selbstverwirklichung zu offenbaren.

Themen:   England; Belletristik: Erzählungen, Kurzgeschichten, Short Stories; Klassische Belletristik; Erotische Liebesromane; Belletristik in Übersetzung

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