E.L. Karhu

Prinzessin Hamlet

Eine Tragödie im Comic-Format 

Einmal Prinzessin sein! Für Prinzessin Hamlet ist diese Vorstellung ein absoluter Albtraum und je mehr Mutter Gertrud sie in die Rolle zu zwängen versucht, desto mehr spürt sie: sie gehört nicht in dieses Bild, gehört nicht in diese Rolle, nicht in diese Welt. An ihrem Geburtstag will sie sich von all diesen Zwängen mit großer Geste verabschieden und sich selbst als brennende Fackel von den Felsen ins Meer stürzen. Ein verzweifelter Versuch, ihre Geschichte selbst zu Ende zu schreiben. Doch ihr Plan wird vereitelt und sie wird als scheinbar Wahnsinnige in eine Klinik verwiesen, wo sie von ihrem nonkonformen, systemgefährdenden Gedankengut geheilt werden soll.
E.L. Karhu zeichnet in ihrem feministischen Shakespare-Spinoff das Gefühlsspektrum einer modernen jungen Frau, die zerrissen ist zwischen tiefster Melancholie und unbedingter Rebellion gegen vorgefertigte Rollenbilder und gesellschaftlichen Zuschreibungen. In kraftvollen, assoziativen Bildern erzählt sie von dem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben, und von der Kraft, die dieser Kampf erfordert, und die zusehends schwindet. «So wird die psychische Zerbrechlichkeit zum eigentlich Thema des Stücks: die Unfähigkeit, den Normen und Anforderungen zu entsprechen, dem Bild der staatstragenden Prinzessin oder einfach nur als Frau gut auszusehen. Die Prinzessin ist von ihrer Rolle so erschöpft, wie der Hamlet in Müllers »Hamletmaschine« und so getrieben, so zerrüttet, wie bei der englischen Dramatikerin Sarah Kane» (Die deutsche Bühne).

Themen:   Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Seelenleben; Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Heranwachsen; Feminismus und feministische Theorie; Das Selbst, das Ich, Identität und Persönlichkeit

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