Paul Auster

Mann im Dunkel

Der zweiundsiebzigjährige August Brill, ehemals Literaturkritiker und Lebemann, liegt morgens um drei in einem dunklen Zimmer – ein Schlafloser, von Erinnerungen getrieben und von seinen Phantasien. Er glaubt sich allein mit seinen Nachtgedanken, doch auch seine Tochter und seine Enkelin liegen wach, jede für sich, beide mit gebrochenem Herzen.
Schwebend zwischen Traum und Wachzustand, spinnt der alte Mann sich eine Geschichte zusammen: Ein junger Mann erwacht in einem tiefen Erdloch. Wie er hineingekommen ist, weiß er nicht – auch nicht, wie er je wieder herausgelangen soll, aus dem Loch und aus jener merkwürdigen Uniform, die er am Leib trägt. Bei Tagesanbruch findet er sich auf einer einsamen Landstraße wieder, mit einer geladenen Pistole im Gepäck und dem Auftrag, im Namen der Sezession jenen zweiundsiebzigjährigen Witwer zu erschießen, dessen Kopf diese wundersam verkehrte Welt entspringt: ein Amerika im Krieg gegen sich selbst, ein Land, in dem der 11. September ein Tag ist wie jeder andere ...

Themen:   Moderne und zeitgenössische Belletristik; Belletristik in Übersetzung

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