Erscheinungstermin: 10.03.2020

Leseprobe

Die Villa

Eine Gründerzeitvilla wie aus dem Bilderbuch: schmiedeeisernes Tor, zu seiten der Auffahrt ein großer Springbrunnen, der Eingang flankiert von hohen Kandelabern, Rhododendron und Rosen im verwunschenen Park, zweigeschossige Treppenhalle, Salon, Herren- und Speisezimmer, Stuck, Bleiglasfenster, Zimmerfluchten unten wie oben, Parkett oder gefliest. Bewohnt wird die Villa, die in der vogtländischen Kleinstadt Reichenbach steht, seit 1940 von Hans und Elisabeth Kramer, ihren vier Kindern und dem Personal. Doch die sorglose Zeit währt nicht lange. Der Vater - Wollkaufmann und überzeugter Nationalsozialist - kann angesichts der Verbrechen des Naziregimes an seinem Glauben nicht festhalten. Nach seinem frühen Tod wird die Familie von den Schrecken des Krieges eingeholt. 

In seinem Buch "Die Villa" hat sich Hans Joachim Schädlich den Jahren zwischen 1931 und 1950 zugewandt, der Zeit vom Ende der Weimarer Republik bis zu den Anfängen der DDR. In virtuoser Verdichtung erschafft er ein Psychogramm des vermeintlich harmlosen Durchschnittsmenschen, wie es aktueller nicht sein kann, und er führt vor Augen, wie eine Familie im Widerstreit von Wahn und Gewissen die Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegsjahre erlebt. Getreu seiner Maxime, dass das Entscheidende einer Erzählung die Leerstellen sind, lässt er Raum für eindrucksvolle Bilder, Stimmungen und auf historischen Fakten fußende Imagination. Die Villa wird zum Gleichnis - exemplarisch für die Umbrüche des 20. Jahrhunderts.

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  • Verlag: Rowohlt Buchverlag
  • Erscheinungstermin: 10.03.2020
  • Lieferstatus: Verfügbar
  • 192 Seiten
  • ISBN: 978-3-498-06555-3
Book Cover
Die Villa

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  • Hans Joachim Schädlich ist der Virtuose der sprechenden Dinglichkeit. Er erzählt nicht, er benennt.

    Tilman Krause, Die Welt, 21. März 2020
  • Schädlich schildert den Alltag von Krieg und Nachkrieg im typischen Stil seiner grandiosen späten Bücher: szenisch, spröd, präzis. Damit vermeidet er jede Gefühligkeit. In seiner so austarierten wie existenziell dringlichen Prosa zeigt er sich als Meister der Andeutung und Aussparung.

    Manfred Papst, NZZ am Sonntag, 26. Juli 2020
  • Die Technik der Lüge (...) hat sich Hans Joachim Schädlich sein Leben lang nicht aneignen können. Das macht den Rang seiner Bücher aus.

    Jochen Schimmang, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2020
  • Ein bleibendes Meisterwerk seiner großen Kunst.

    Erhard Schütz, Das Magazin, 8. Juni 2020
  • Schädlichs Meisterschaft besteht darin, die Leerstellen mit Bedeutung aufzuladen. (...) Lauter kunstvoll gefügte Andeutungen addieren sich zu großer Kunst.

    Ulrich Steinmetzger, Hessische Allgemeine, 4. Juni 2020
  • Hans Joachim Schädlich beweist mit seiner Art des Schreibens, dass sich Literatur durchaus der Schlichtheit, dem (scheinbar) Einfachen verschreiben kann, um Grossartiges zu erzählen.

    Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch, 21. Mai 2020
  • Eines seiner persönlichsten Bücher, weil Schädlich von der eigenen Geschichte erzählt, vom Leben und Überleben seiner Familie im Vogtländischen zwischen dem Ende der Weimarer Republik und der Gründung der DDR. Und auch wenn die geschilderten Ereignisse mehr als 70 Jahre zurückliegen, gewinnen die mit ihnen verbundenen Fragen eine bedrohliche Aktualität.

    Ulrich Rüdenauer, SWR 2 "Lesenswert", 20. Mai 2020
  • "Die Villa" ist gerade darin ein unerbittliches Buch, dass es die Verwicklung des einzelnen in die Zeitläufte lediglich aufzeigt.

    Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 11. Mai 2020
  • Das Ungekünstelte ist die grosse Kunst des Romans "Die Villa".

    Roman Bucheli, NZZ Online, 16. April 2020
  • Nicht selten hat man beim Lesen das Gefühl, die Wörter und Sätze seien wie in Töne gesetzt. Auch das macht den ungewöhnlichen Reiz seiner Bücher aus.

    Jörg Aufenanger, Berliner Zeitung, 4. April 2020
  • Die Kunst Schädlichs zeigt sich darin, dass sein Erzähler den Stoff so unterkühlt und scheinbar teilnahmslos vorträgt, dass sich der Leser empören muss. Als hätte er das Unerhörte nie gehört.

    Ulrich Greiner, Zeit Literaturbeilage, 12. März 2020
  • Man ahnt: Das ist wirklich erlebt, einer von diesen Jungen könnte der Autor gewesen sein. (...) Junge Menschen sollten es lesen, am besten schon in der Schule.

    Steffen Jacobs, RBB Radio, 10. März 2020

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