Willi Germund

Niere gegen Geld

Wie ich mir auf dem internationalen Markt ein Organ kaufte 

Wie weit würden Sie gehen, um Ihr Leben zu retten?
«Dieses Buch soll keine Provokation sein. Es stellt gewiss keine Rechtfertigung für meinen Entschluss dar, mir eine neue Niere zu kaufen. Es ist aber auch keine Anleitung, wie man sich auf dem internationalen Organmarkt eine Niere, ein Herz oder gar eine Lunge besorgen kann. Ich möchte mit diesem Buch in erster Linie versuchen, ungeschminkt die subjektive Sicht eines Betroffenen darzustellen. Es gibt nur wenige Beschreibungen aus der Sicht von Kranken, die ein Organ benötigten und sich auf dem Schwarzmarkt umgesehen haben. Fast alle verstecken sich verständlicherweise und sprechen nicht gerne über die Herkunft ihrer transplantierten Organe. Ich bin bestens mit den vielen moralischen und legalen Einwänden vertraut, die gegen den kommerziellen Transplantationsmarkt erhoben werden. Ich habe sie auch lange selbst geteilt. Während meiner Krankheit stellte ich fest, in welch atemberaubendem Tempo diese Vorbehalte an Bedeutung verloren. Ich bewundere jeden Patienten, der über die Stärke verfügt, seinen Namen auf eine Liste setzen zu lassen, jahrelang zu warten und die Hoffnung zu bewahren. Ich hätte wahrscheinlich nicht genug Kraft besessen, um diese Ungewissheit zu ertragen.»
Das Versagen seiner Nieren ist ein Schock, und die Wartezeiten für Transplantationen in Deutschland sind lang. Willi Germund greift nach dem letzten Strohhalm und sucht auf dem internationalen Markt eine Spenderniere gegen Barzahlung. Doch ist das moralisch vertretbar?
In seinem Buch erzählt er von seiner weltweiten Suche, von Verzweiflung, zähen Verhandlungen mit «Kontaktleuten» und zunehmender körperlicher Schwäche – bis ihm die Organspende eines jungen Afrikaners das Leben rettet. Ein hochspannender Einblick in das Geschäft mit Medizintourismus und Organhandel.

Themen:   Ethische Themen und Debatten; Transplantationschirurgie; Umgang mit Krankheit und Gesundheitsproblemen

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