Christopher R. Browning

Ganz normale Männer

Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung" in Polen 

Im Sommer 1942 wurde ein Bataillon der Hamburger Polizeireserve, etwa 500 Männer, die zu alt zum Dienst in der Wehrmacht waren, nach Polen zu einem Sonderauftrag gebracht.
Dort wurde ihnen eröffnet, dass sie die jüdische Bevölkerung in polnischen Dörfern aufzuspüren, die noch arbeitsfähigen Männer für den Lagereinsatz auszusondern, die übrigen - Alte, Kranke, Frauen und Kinder - auf der Stelle zu erschießen hätten. Vor ihrem Einsatz mchte der Kommandant den Leuten das Angebot, wer sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühle, könne sein Gewehr abgeben und würde dann zu einer anderen Aufgabe eingesetzt. Nur etwa 12 Männer von fast 500 traten vor.
In ganz Polen und Russland wüteten in der Folgezeit diese Polzeibataillone, erschossen Tausende von Menschen und brachten weitere Tausende in Konzentrationslager. Durch minuziöse auswertung aller verfügbaren Quellen versucht der Autor nicht zu erklären, aber doch Gründe und beeinflussende Umstände dafür zu finden, wie "ganz normale Männer" zu Massenmördern gemacht werden konnten.
In einem neuen Nachwort von 1998 setzt sich Browning mit den Thesen Daniel Jonah Goldhagens ("Hitlers willige Vollstrecker") kritisch auseinander.

Themen:   Russland; Polen; Deutschland: Nationalsozialismus (1933–1945); Bezug zu Juden und jüdischen Gruppen; Holocaust; Zweiter Weltkrieg

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