08.12.2016   von rowohlt

Zoe gibt nie auf

Wild, abenteuerlich und unglaublich lustig: der neue rattenscharfe Kinderroman von David Walliams

© Tony Ross (Illustr.)
© Tony Ross (Illustr.)

In Zoes Leben gibt es eine Menge Dinge, die nicht gerade gut laufen. Seit dem Tod ihrer Mutter geht es ihrem Vater ziemlich schlecht; jetzt hat er auch noch seine Arbeit in der Eisfabrik verloren. Zoes unsäglich faule Stiefmutter Sheila macht ihr das Leben zur Hölle, Tina Trott, ihre grässliche Klassenkameradin, schikaniert sie. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, stirbt auch noch ihr bester Freund, der Hamster Purzel. Aber davon lässt sich ein Mädchen wie Zoe nicht unterkriegen. Zuerst kehrt das Glück in ihr Leben zurück in Gestalt einer liebenswerten (und hochtalentierten!)  kleinen Ratte. Und dann zieht sie Seite an Seite mit ihrem Papa in die Schlacht gegen «Burger-Bert» … 

David Walliams: «1,90-Meter-Hüne mit dem Skyscraper-großen Herzen» (Die Welt)


In England kennt ihn jedes Kind: David Walliams, den Schauspieler aus der Comedyserie «Little Britain» und Jurymitglied von «Britain's Got Talent». Wenn Walliams nicht gerade an einem Kinderbuch schreibt, schwimmt er schon mal für einen guten Zweck durch den Ärmelkanal, die Straße von Gibraltar oder die Themse hinab. Aber nicht einfach mal ein paar Kilometer, sondern 225 Kilometer (!) von Gloucestershire bis zur Westminster Bridge in London. Mit dieser Aktion sammelte David Walliams 2012  mehr als eine Million Euro für die Wohltätigkeitsorganisation Sport Relief. Unterwegs rettete er noch ganz nebenbei den Labrador Vinny vor dem Ertrinken …


Nun aber endlich zur Geschichte um Zoe, Purzel und Archibald. Irgendwas soll hier rattenscharf sein …

Ein ganz besonderes kleines Mädchen


Zoe ist unendlich traurig, als sie Purzel, ihren heißgeliebten Hamster, tot in seinem Käfig findet. Ihre Stiefmutter Sheila reagiert roh und herzlos wie immer: «Ach Gottchen, wie supertraurig. Was 'n Herzschmerz, das arme Tierchen is verreckt!» Wie ihr Vater nach dem Tod von Zoes Mutter an eine so schreckliche Frau wie Sheila geraten konnte, ist Zoe ein Rätsel. Sheila ist gehässig, boshaft und hinterlistig. Obendrein ist sie ist extrem fett von all den eklig riechenden Krabbenchips, die sie ständig in sich reinstopft.  Und Tiere (außer vermutlich Krabben) sind ihr ein Gräuel, selbst wenn es nur kleine Hamster sind.


Für Zoe, das Mädchen mit den roten Haaren und der Zahnspange, war Purzel, der einzige «Breakdance-Hamster der Welt»,  einfach alles: Spielkamerad, Spaßvogel – und der flauschigste, süßeste Schutz gegen ihre Einzelkind-Einsamkeit! Und nun ist Purzel tot. Und Zoe wieder allein. Aber nicht lange! Vielleicht ist es ja so: Immer dann, wenn man sich so richtig schlecht fühlt und der Himmel schon morgens Bleigrau trägt, passiert etwas Unerwartetes – so auch bei Zoe. Wie aus dem Nichts huscht eines Tages ein winziges Etwas durch ihr Zimmer, eine kleine Ratte. Die süßeste, hübscheste Babyratte, die man sich nur vorstellen kann! Und weil ihr Hamster ja auch nicht den Namen «Hamster» trug, sondern auf Purzel hörte, braucht auch Zoes neuer Freund einen Namen: Archibald! 


Ihr glaubt gar nicht, wie talentiert so eine junge Ratte sein kann! Zoe hat ja schon Purzel die unglaublichsten Breakdance-Kunststücke beigebracht (Windmühle! Moonwalk! Salto!). Nun ist halt Archibald das neue Talent in ihrer Dressurschule. Purzel hätte seine Freude an dem Kleinen gehabt! Nach wenigen Tagen hat Archibald jede Menge toller Sachen drauf: Luftsprünge, Hüpfen auf einem Bein, lässiger Gang, coole Tanzbewegungen … Ihr müsst eines wissen:


Zoe hat einen Traum, einen Lebenstraum. Viele andere Mädchen in ihrem Alter wollen vielleicht Rennfahrerin, Balletttänzerin oder Youtube-Bloggerin werden; das alles interessiert Zoe nicht. Sie träumt davon, eines Tages mit einem Wanderzirkus berühmter Tierstars um die Welt zu ziehen und Menschen glücklich zu machen. Natürlich müssen es Tiere mit speziellen Talenten sein, zum Beispiel:  ein Frosch als Superstar-DJ, eine rappende Wasserschildkröte,  Walzer tanzende Rennmäuse, ein Opernarien schmetternder Elefant, ein zaubernder Esel, eine Boyband aus Meerschweinchen, ein Bungee-springendes Nilpferd, natürlich auch eine Schweineballerina, um nur mal ein paar zu nennen. 

Berts Burger: unappetitlich, ekelhaft, gemeingefährlich


Weil Zoe so vernarrt in Archibald ist, nimmt sie ihn mit in die Schule, obwohl dort striktes Haustierverbot herrscht. Natürlich wird Archibald – «eine Ratte! eine Ratte mitten in der Schule!» – entdeckt. Und eine dramatische Geschichte beginnt …


In ihr kommen eine ganze Reihe schräger Vögel vor:  Miss Mirry, genannt «Miss Mini», Zoes penetrante Geschichtslehrerin. Schuldirektor Mr. Grave. Tina, Zoes Quälgeist aus der Schule. Die schlimme Sheila (die endlich einen Mann ganz nach ihrem Geschmack findet). Und ein Widerling mit pechschwarzer Sonnenbrille, der die miesesten Burger der Welt herstellt – Bert. (Schaut ihn euch mal auf dem Umschlag des Buches an; dem Typen möchte man doch wirklich nirgendwo begegnen!) «Bert war genauso unappetitlich wie die Burger, die er verkaufte. Der selbsternannte ‹Koch› trug immer dasselbe dreckige gestreifte T-Shirt und dieselbe fettverklebte Jeans, die tief unter seinem Trommelbauch saß. Über das T-Shirt zog er einen blutverschmierten Arbeitskittel. Berts Hände waren immer schmutzig, und sein dichtes Haar war voller Schuppen groß wie Reiscrispies. Sogar seine Schuppen hatten Schuppen …»


Widerlicher noch als Berts Aussehen ist sein Charakter. Der Mann brät nicht nur Burger, sondern ist im Nebenberuf auch noch Schädlingsbekämpfer, Spezialgebiet: Ratten ... Ihr ahnt vermutlich schon, womit der Fiesling wirklich sein Geld verdient (und dass er es dabei natürlich auch auf den kleinen Archibald abgesehen hat). Um ihm das Handwerk zu legen, braucht Zoe dringend Hilfe. Mit wem sonst als ihrem Vater sollte sie in die Schlacht gegen Burger-Bert ziehen?!


Klar, ihrem Papa geht es überhaupt nicht gut, seit die Eisfabrik, in der er viele Jahre arbeitete,  nach China verlagert wurde. (Für Zoe war es natürlich ein Traumjob, den ihr Vater hatte, bekam sie doch die großartigsten Eissorten frei Haus geliefert, zum Beispiel Knall-Sorbet, Cola-Wackelpudding oder Ananas mit Lakritz …) Aber als es drauf ankommt, steht er fest an Zoes Seite. Denn mit einem hat das Rattenburger-Monster nicht gerechnet: Dass die rothaarige Zoe wie eine Löwin kämpfen kann, wenn es um die geht, die sie liebt. Ihren Vater zum Beispiel. Und natürlich Archibald …


 

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