28.11.2016   von rowohlt

Gassi gegangen, Hund vergessen

Dumm für einen Augenblick: die lustigsten Gedankenaussetzer! 250 Seiten neue Sekundenschafe

© Andrew Bret Wallis/Getty Images
© Andrew Bret Wallis/Getty Images

«Hatte mir ein Pfund Tee gekauft, ganz teuren Darjeeling. Morgens, direkt nach dem Aufstehen, wollte ich mir eine Tasse kochen. Wasserkocher angeschaltet, Teedose geöffnet und einen Löffel davon ins Teesieb gegeben. Dann einen Liter Wasser in die geöffnete Teedose gegossen. Danach war ich schlagartig wach!» Jeder kennt das: Für einen Sekundenbruchteil denkt oder macht man völligen Quatsch. Malte Welding hat dem weit verbreiteten Phänomen der Augenblicksdummheit einen Namen gegeben: «Sekundenschaf». Nachdem der Band mit Gedankenaussetzern Tausende von Leserinnen und Leser begeistert hat, wurde gemeinsam fleißig weitergesammelt, auf Facebook und Twitter.  Mit «Hat deine Mutter Kinder?» liegen jetzt Hunderte neuer lustiger Sekundenschafe vor.


Wir haben aus der riesigen Sekundenschaf-Herde mal ein paar besonders schöne, schräge, kuriose herausgepickt. Jede Menge mehr Schafe finden Sie auf: www.sekundenschaf.de

«Der kurze Moment, in dem man etwas völlig Idiotisches denkt»


Meine zehn Monate alte Tochter schlief endlich ruhig in ihrem Kinderzimmer, und ich nutzte die Zeit, um zu lesen. Doch der noch nicht verrichtete Abwasch ließ mir irgendwann keine Ruhe mehr. Also ging ich in die Küche, um meine Pflichten zu erledigen. Als ich das Licht in der Küche einschalten wollte, dachte ich mir noch: «Schalt nur das kleine Licht an, das große ist zu laut.»


Ich laufe kürzlich durch einen Supermarkt. Kommt mir ein Mann im locker sitzenden Muscle-Shirt entgegen, man sieht deutlich seine schlanke und durchtrainierte Figur. Im Einkaufswagen schiebt er einen Maxi-Cosi mit neugeborenem Baby vor sich her. Ich denke im ersten Augenblick: «Mensch, der hat ja eine tolle Figur! Dafür, dass er erst vor kurzem Vater geworden ist.»


Mein Kind: «Die drei Könige haben Jesus Weihrauch, Gold und Möhre gebracht.» Ich: «Nein. Das waren Salbei, Gold und Myrrhe.»


Ich passe gerade auf ein einjähriges Mädchen auf. Als ich ihren Schlafsack suche und nicht finden kann, erschrecke ich kurz, weil ich glaube, dass sie ihn vielleicht verschluckt hat.


Der Sohn (neun Jahre) kommt nach Hause, zieht sich die Schuhe aus, blickt fasziniert auf seine Füße und sagt: «Jetzt hatte ich den ganzen Tag die rechte Socke linksrum an.» Ich denke: «Ist der niedlich doof. Gibt doch gar keine linken und rechten Socken … Oh!»


An unserem Bürogebäude ist ein Fischteich mit einer Brücke, die über das Gewässer führt. Ich komme von der Mittagspause zurück, es regnet. Kein Fisch im Teich zu sehen. Ich denke: «Ja klar, die sind alle unter die Brücke geschwommen, da sind sie im Trockenen.»


Ein Sekundenschaf aus Japan. Zu sehen ist eine Speisekarte für Fleisch. Bei A4 und A5 handelt es sich (bekanntermaßen) um Güteklassen, ein Bekannter hält sie für (in Japan ebenfalls geläufige) Papierformate. «Boah, jetzt ein Din-A4-Steak!»


Ich habe eine Schale voll trockenem Müsli, aber kaum noch Milch im Tetrapak. Also denke ich: «Ich gieße langsam, dann reicht die Milch vielleicht doch.»

«Jetzt sag nicht, dass der Karfreitag auch am Wochenende ist ...»


Ich fahre mit dem Auto und habe das Navi an. Die Stimme sagt: «In 100 Metern links abbiegen.» Ich ordne mich links ein und fahre langsam auf die Ampel zu. Die Ampel ist rot und ich halte an. Das Navi sagt: «JETZT links abbiegen.» Ich sage ärgerlich: «Es ist ROT!»


Gestern Abend schaute ich eine Doku über Bela Lugosi. Während des Interviews aus den 1930er Jahren dachte ich: «Wie gut die Leute damals schon englisch gesprochen haben.»


«Möchtest du ‹Rommel, der Wüstenfuchs› sehen?» «Nein, bitte keinen Tierfilm, da muss ich immer weinen!»


Legte ein Paket Biobutter in den Einkaufswagen und überlegte mir, womit Veganer ihre Steaks so braten.


Im Büro auf die Toilette gegangen, Tampon gewechselt, Tampon in eine dieser Hygiene-Papiertüten gewickelt, Tüte sorgfältig zusammengefaltet, aus Toilette rausgegangen und die Türe in den Postausgang gelegt.


Ich unterhalte mich mit einer Kollegin über ihren bevorstehenden Urlaub. nach Kreta soll es gehen. Und was sage ich darauf? «Oh wie schön – ich war noch nie in Spanien!»


Ich habe heute im Büro gesehen, dass 2016 einige Feiertage auf einen Samstag oder Sonntag fallen, und denke: «Jetzt sag nicht, dass der Karfreitag auch am Wochenende ist.»


In der einen Hand das Telefon, in der anderen einen Schokokuss. Telefon klingelt. 10 Minuten später immer noch den Schaumzucker aus dem Ohr gekratzt.


Bei einem Ausflug durch die Eifel fuhren wir an einer Imkerei vorbei. Draußen hing ein Schild mit einem Honigtopf und der Aufschrift «Reiner Bienenhonig». Ich: «Wie genial, dass ein Imker ausgerechnet Reiner Bienenhonig heißt.»

Top