Chronik 1970 - 1995

1970
Oktober: Herausgeber von «rororo aktuell» wird Freimut Duve.
Das in den Keller des Reinbeker Kino-Theaters ausgelagerte Archiv der Rowohlt Verlage wird in der Nacht vom 25. auf den 26. 10. bei einem Brand fast vollständig vernichtet.
Es erscheinen Edward de Bono, «In 15 Tagen Denken lernen»; Elfriede Jelinek, «wir sind lockvögel, baby!»; Laurence J. Peter und Raymond Hull, «Das Peter Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen»; Horst-Eberhard Richter, «Patient Familie»; Philip Roth, «Portnoys Beschwerden».
1971
6. März: In den Reinbeker Verlagsräumen drängen sich Hunderte von prominenten Gästen und Medienvertretern: Bundeskanzler Willy Brandt besucht Rowohlt.
19. Mai: Die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck erwirbt 26 Prozent der Anteile an der Rowohlt Verlag GmbH.
Matthias Wegner übernimmt die Leitung des Taschenbuch-Verlags.
9. Juni: Sanford J. Greenburger, der Rowohlt seit den zwanziger Jahren in New York vertreten hat, stirbt. Sein Sohn Francis tritt die Nachfolge an.
Ab Oktober erscheint das Techniklexikon in 52 Bänden.
Außerdem erscheinen Julius Fast, «Körpersprache»; Jane van Lawick-Goodall, «Wilde Schimpansen»; A. S. Neill, «Die grüne Wolke».
1972
Der Herstellungsleiter Edgar Friederichsen scheidet nach 22 Jahren aus; sein Nachfolger wird Erwin Steen.
Januar: Der erste Amerikaner von C. W. Ceram wird schlagartig ein Superbestseller.
April: In der Reihe «das neue buch» (dnb) erscheinen deutsche Erst- oder Originalausgaben. Band 1 ist «Die Jahre, die Ihr kennt» von Peter Rühmkorf.
Beginn der Kinder-Taschenbuch-Reihe «rotfuchs». Die beiden ersten Titel: «Die große Elefanten-Olympiade» von Angela Hopf und «Tischlein deck dich und Knüppel aus dem Sack» von F. K. Waechter. Bis heute sind über 1200 «rotfuchs»-Titel erschienen.
4. Mai: Uraufführung von Hochhuths «Hebamme» zeitgleich in Zürich, München, Essen, Göttingen, Kassel, Wiesbaden.
Mit «Rechtssoziologie I» von Niklas Luhmann beginnt die neue Reihe «rororo studium».
17. Dezember: Deutschsprachige Erstaufführung von Harold Pinters «Betrogen» am Wiener Burgtheater.
Erschienen sind u.a. Horst-Eberhard Richter, «Die Gruppe»; F. K. Waechter und Bernd Eilert, «Die Kronenklauer».
1973
Dezember: «Das Rock-Lexikon» von Barry Graves und Siegfried Schmidt-Joos erscheint, ein Standardwerk, das immer wieder aktualisiert und erweitert wird und bis Ende 2007 (zweibändig) eine Gesamtauflage von 520.000 Exemplaren erreicht hat.
Thomas A. Harris, «Ich bin o. k. – Du bist o. k.»; Thomas Pynchon, «Die Versteigerung von Nº 49»; Klaus Staeck, «Die Reichen müssen immer noch reicher werden» erscheinen.
1974
September: In Zusammenarbeit mit dem Braunschweiger Verlag erscheint die naturwissenschaftliche Reihe «rororo vieweg».
Außerdem James Herriot, «Der Doktor und das liebe Vieh»; Vladimir Nabokov, «Ada oder Das Verlangen»; Horst E. Richter, «Lernziel Solidarität».
1975
Februar: Innerhalb der Reihe «rororo aktuell» startet das Magazin «Technologie und Politik», wovon bis 1985 22 Ausgaben erscheinen.
Außerdem erscheinen Rolf Dieter Brinkmann, «Westwärts 1 & 2. Gedichte»; Ivan Illich, «Selbstbegrenzung»; Doris Lessing, «Der Sommer vor der Dunkelheit»; Jürg Willi, «Die Zweierbeziehung».
1976
Carl Amery, «Natur als Politik. Die ökologische Chance des Menschen»; Nicolas Born, «Die erdabgewandte Seite der Geschichte»; E. L. Doctorow, «Ragtime»; Reiner Kunze, «Sensible Wege»; Robert Musil, «Tagebücher I und II» erscheinen.
1977
Januar: Die ersten Bände von «rororo sport» erscheinen: Skisport, Skilanglauf, Schwimmen. Die «sport»-Reihe schickt bis 2006 insgesamt 331 Titel ins Rennen und erreicht eine Gesamtauflage von 6,2 Millionen Exemplaren.
November: Die Reihe «rororo neue frau» startet. In den 20 Jahren, bis diese Reihe 1997 in die «Allgemeine Reihe» der rororo-Taschenbücher integriert wird, erscheinen rund 250 Bände, darunter «Die Farbe Lila» von Alice Walker.
Dezember: Dem spanischen Lyriker Vicente Aleixandre wird der Nobelpreis zuerkannt, der bereits 1963 als «Rowohlt Paperback» erschienene Band «Nackt wie der glühende Stein» wird neu aufgelegt.
Wilhelm Genazino, «Abschaffel»; Raymond A. Moody, «Leben nach dem Tod»; Hans Joachim Schädlich, «Versuchte Nähe»; Wolfgang Schmidbauer, «Die hilflosen Helfer» erscheinen.
1978
März: Innerhalb der «aktuell»-Reihe wird das Segment «frauen aktuell» eingerichtet. Der erste Titel: «Die verkauften Bräute. Türkische Frauen zwischen Kreuzberg und Anatolien.»
15. Mai: Uraufführung bei den Filmfestspielen in Cannes: «Despair – Eine Reise ins Licht». R.W. Fassbinders Nabokov-Verfilmung.
Dezember: Isaac Bashevis Singer bekommt den Nobelpreis. Seine Hauptwerke «Jakob der Knecht» (1965), «Der Zauberer von Lublin» (1967), «Gimpel der Narr» (1968), «Satan in Goraj» (1969) und «Mein Vater der Rabbi» (1971) sind bei Rowohlt erschienen.
Es erschienen in diesem Jahr u.a. Jolan Chang, «Das Tao der Liebe»; Marilyn French, «Frauen»; Robert Havemann, «Ein deutscher Kommunist»; Rolf Hochhuth, «Eine Liebe in Deutschland».
1979
3. Juni: Deutschsprachige Erstaufführung von Alan Ayckbourns «Spaß beiseite», inszeniert von Peter Zadek, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.
Oktober: «rotfuchs» wird durch «panther» erweitert, eine neue Taschenbuchreihe für junge Leser «zwischen den Generationen». «panther» bringt es bis 1989 auf 143 Titel.
Dezember: Wenige Wochen nach Erscheinen seines Romans «Die Fälschung» erliegt Nicolas Born am 7. 12. in Hamburg seinem Krebsleiden.
Es erscheinen Elisabeth Dessai, «Auf dem Weg in die kinderlose Gesellschaft»; George Grosz, «Briefe von 1913–1959»; John Irving, «Garp und wie er die Welt sah»; Toni Morrison, «Solomons Lied».
1980
April: «rororo elternrat» erscheint.
Mai: «rororo anders reisen». Bis 1999 erscheinen 118 Titel.
Juni: Start der von der «Spiegel»-Redaktion im Rowohlt Taschenbuch Verlag herausgegebenen Reihe «SPIEGEL Bücher».
Dezember: «Zwischen den Jahren» liefert der Rowohlt Taschenbuch Verlag in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Klaus Manns verbotenen Roman Mephisto «unverlangt» an den Sortimentsbuchhandel aus.
Barbara Beuys, «Familienleben in Deutschland»; Robert Musil, «Briefe»; Reimar Oltmanns, «Du hast keine Chance, aber nutze sie»; Jean-Paul Sartre, «Der Idiot der Familie».
1981
Februar: Mit Fidelio und Don Giovanni beginnt die Reihe der «rororo opernbücher», in Zusammenarbeit mit dem Bühnen- und Musikverlag Ricordi.
Mai: Herausgegeben vom Deutschen Museum München erscheint in der «sachbuch»-Reihe die Serie «Kulturgeschichte der Naturwissenschaften und der Technik», insgesamt 27 Bände.
Oktober: In der Reihe «rororo sachbuch» erscheint «Miteinander reden» von Friedemann Schulz von Thun, ein Longseller.
Es erscheinen außerdem Bruce Chatwin, «In Patagonien»; Friedrich Christian Delius, «Ein Held der inneren Sicherheit»; Thomas Pynchon, «Die Enden der Parabel»; Anne-Marie Tausch, «Gespräche gegen die Angst».
1982
1. März: Kurt Busch, 36 Jahre Geschäftsführer für Finanzen und Verwaltung, geht in den Ruhestand; sein Nachfolger wird im Mai Götz Reese. Erwin Steen, Leiter der Herstellung, wird zum Geschäftsführer bestellt.
August: Mit dem Titel «Mann-Sein. Identitätskrise und Rollenfindung des Mannes in der heutigen Zeit» beginnt die «mann»-Reihe, die bis 1993 lebendig bleibt: 67 Titel, Gesamtauflage: 920.000 Exemplare.
Betty Edwards, «Garantiert zeichnen lernen»; Alfred Polgar, «Kleine Schriften», Band 1 Musterung; Kurt Tucholsky, «Unser ungelebtes Leben. Briefe an Mary» erscheinen.
1983
März: Zum 75-jährigen Bestehen des Verlags erscheint eine zehnbändige Jubiläumsbibliothek.
10. März: Zwei Tage vor seinem 75. Geburtstag verkauft H. M. Ledig-Rowohlt zeitgleich mit Harry und dessen Mutter Maria Rowohlt die restlichen Gesellschafteranteile der Familie an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.
11. April: Ledig-Rowohlt legt sein Amt als Geschäftsführer nieder. Matthias Wegner wird neuer Verlagsleiter.
Es erscheinen u.a. Elfriede Jelinek, «Die Klavierspielerin»; Heinar Kipphardt, «Bruder Eichmann»; Kenneth Blanchard und Spencer Johnson, «Der Minuten-Manager».
1984
Januar: Start der Reihe «rororo computer»: die erste deutsche Taschenbuchreihe zum Thema. In der Reihe erscheinen 360 Bände mit einer Gesamtauflage von 6,5 Millionen Exemplaren.
April: Die neue wissenschaftliche Reihe «rowohlts enzyklopädie» (re) beginnt zu erscheinen.
Das erste Heft der «Rowohlt Revue», Auflage 650.000 Exemplare, erscheint.
Juli: Helmut Dähne wird kaufmännischer Geschäftsführer, als Nachfolger von Götz Reese.
November: In der Reihe «rororo tomate» kommen satirische Texte heraus. Als Bestseller erweisen sich die Else-Stratmann-Geschichten von Elke Heidenreich.
Dezember: Klaus Juncker geht in den Ruhestand, die Leitung des Theater Verlags übernimmt Malte Hartmann. Zum Jahresende verlässt Matthias Wegner den Verlag.
Erscheinen sind Rainer Grießhammer, «Der Ökoknigge»; Vladimir Nabokov, «Sprich, Erinnerung, sprich».
1985
Januar: Dieter von Holtzbrinck beruft zum 1. Juni Michael Naumann zum neuen Verlagsleiter.
August: Das erste Programm des neu konzipierten Imprints «Wunderlich» erscheint. Hier werden in den nächsten Jahren Bestseller von Rosamunde Pilcher, Pauline Gedge, Martha Grimes, Philip Kerr, Christian Jacq u.a. veröffentlicht.
Oktober: «rororo transformation» widmet sich Themen wie Meditation, Esoterik, Spiritualität. In 15 Jahren erscheinen 137 Titel, Gesamtauflage 2,5 Millionen Exemplare.
Dezember: Der Literaturnobelpreis geht an Claude Simon, dessen wichtigste Werke bei Rowohlt schon in Vorbereitung sind.
Cheryl Benard und Edit Schlaffer, «Viel erlebt und nichts begriffen»; Georg Heinzen und Uwe Koch, «Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden»; Anja Meulenbelt, «Die Gewöhnung an das alltägliche Glück»; Wolfgang Schmidbauer, «Die Angst vor Nähe»; John Updike, «Die Hexen von Eastwick» erscheinen.
1986
August: Die «aktuell»-Reihe besteht seit 25 Jahren, in denen 10 Millionen Bände verkauft wurden.
September: Band 1 der «Kriminalgeschichte des Christentums» von Karlheinz Deschner erscheint.
Peter Wippermann wird Artdirector in Reinbek.
Robin Norwood, «Wenn Frauen zu sehr lieben»; José Saramago, «Das Memorial»; Hans Joachim Schädlich, «Tallhover»; Angela Sommer-Bodenburg, «Der kleine Vampir»; Carola Stern, «In den Netzen der Erinnerung» erscheinen.
1987
22. Januar: Edmond Lutrand stirbt, seit 1952 mit seiner Frau Rita Leiter des Pariser Büros.
Mai: Ralf Königs Comic «Der bewegte Mann» erscheint in der «mann»-Reihe. Die Geschichten aus der Schwulen-Szene werden rasch populär, die Gesamtauflage von Königs Comic-Alben bei Rowohlt liegt bei weit über einer Million Exemplaren.
Juni: Das Deutsche Literaturarchiv Marbach eröffnet im Schiller-Nationalmuseum die Kabinett-Ausstellung «Kurt Wolff (1887–1963). Ernst Rowohlt (1887–1960)».
«Rowohlt Jahrhundert» bringt Klassiker der literarischen Moderne in 100 Bänden.
Es erscheinen u.a. Rita Mae Brown, «Herzgetümmel»; Friedrich Christian Delius, «Mogadischu Fensterplatz»; Klaus Harpprecht, «Georg Forster oder Die Liebe zur Welt»; Oliver Sacks, «Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte».
1988
Januar: Walter Hellmann wird neuer Artdirector.
März: Autoren, Kollegen und Freunde schlagen in einem Privatdruck Purzelbäume für Heinrich Maria Ledig-Rowohlt zu dessen 80. Geburtstag, Siegfried Unseld schreibt zu diesem Anlass «Verleger als Beruf».
September: Der Rowohlt Verlag klagt beim Verwaltungsgericht Köln gegen die Indizierung des Romans «Kokain» von Pitigrilli durch die Bundesprüfstelle.
Dezember: Nach 36 Rowohlt-Jahren geht der Geschäftsführer Horst Varrelmann in den Ruhestand; seine Aufgaben im Vertrieb übernimmt Lutz Kettmann.
In diesem Jahr erschienen Karl Corino, «Robert Musil. Leben und Werk in Bildern und Texten»; Stephen Hawking, «Eine kurze Geschichte der Zeit»; Ian Kershaw, «Der NS-Staat»; Michael Lukas Moeller, «Die Wahrheit beginnt zu zweit».
1989
Oktober: Corinna Brocher wird neue Leiterin des Rowohlt Theater Verlags.
Es erscheinen Paul Auster, «Im Land der letzten Dinge»; Danuta Czech, «Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939–1945»; «Vladimir Nabokov: Gesammelte Werke», hg. von Dieter E. Zimmer, Beginn mit zwei Bänden Erzählungen und Lolita; Art Spiegelman, «Maus. Die Geschichte eines Überlebenden».
1990
Januar: Als erster westdeutscher Verlag veranstaltet Rowohlt ein Seminar für Buchhändler aus der DDR.
Start der Reihe «Medizin und Gesundheit».
März: Im Wunderlich-Programm erscheint der Roman «Die Muschelsucher» von Rosamunde Pilcher, Beginn einer spektakulären Erfolgsgeschichte.
September: Gründung des Verlags «Rowohlt Berlin», der von Ingke Brodersen geleitet wird. Die erste Publikation ist die Übernahme der Zeitschrift «Kursbuch», die ab Heft 101 in dem neuen Verlag erscheint.
November: Einen «Sieg für die Kunstfreiheit» erringt Rowohlt vor dem Bundesverfassungsgericht. In dem Musterprozess ging es um die rororo-Ausgabe der Lebensgeschichte der Dirne Josefine Mutzenbacher, deren Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften aufgehoben wird.
Im «rororo sachbuch» erscheint die nach dem Ursprungsmagazin benannte Serie «Men’s Health».
Außerdem Harold Brodkey, «Unschuld; Richard J. Evans, «Tod in Hamburg»; Kazuo Ishiguro, «Was vom Tage übrigbleibt»; John Irving, «Garp und wie er die Welt sah».
1991
Februar: Bruno Ganz liest «Der Fremde» von Albert Camus, Auftakt von «Literatur für KopfHörer», dem ersten Hörbuch-Label in Deutschland.
November: In der «Allgemeinen Reihe» startet die Taschenbuchausgabe von diederichs märchen der weltliteratur, 56 Titel mit einer Gesamtauflage von 700.000 Exemplaren.
Außerdem erscheinen u.a. Hervé Guibert, «Der Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat»; Péter Nádas, «Buch der Erinnerung»; Peter Przybylski, «Tatort Politbüro»; Eduard Schewardnadse, «Die Zukunft gehört der Freiheit».
1992
Februar: Am 27.2., wenige Tage vor seinem 84. Geburtstag, stirbt Heinrich Maria Ledig-Rowohlt in Neu-Delhi, wo er am Internationalen Verlegerkongress teilgenommen hatte.
Mai: Die Reihe «rororo science» startet.
Oktober: Während der Frankfurter Buchmesse wird erstmals der «Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis» verliehen.
Es erschienen Paul Auster, «Die Musik des Zufalls»; Nicholson Baker, «Vox»; Elke Heidenreich, «Kolonien der Liebe»; Herta Müller, «Der Fuchs war damals schon der Jäger»; Robert Musil, «Der literarische Nachlass» (CD-ROM); Peter Schneider, «Paarungen»; John Updike, «Rabbit in Ruhe».
1993
März: Michael Naumann verzichtet nach anonymen Drohungen auf die Veröffentlichung des Buches «Should the Baby Live?» von Helga Kuhse und Peter Singer.
25. April: Václav Havel, seit 30 Jahren Rowohlt-Autor und seit dem 26.1.1993 Präsident der Tschechischen Republik, besucht den Verlag in Reinbek.
11. Mai: Uraufführung von René Pollesch, «Ich schneide schneller 4», im Theater am Turm in Frankfurt am Main.
August: Erwin Steen, Geschäftsführer und Leiter der Herstellung, geht nach 40 Jahren der Verlagszugehörigkeit in den Ruhestand. Die Leitung der Abteilung übernimmt Elke Enns.
Oktober: Der Literaturnobelpreis wird Toni Morrison zugesprochen, deren Werk seit 1979 bei Rowohlt erscheint.
Es erscheinen Christopher Browning, «Ganz normale Männer»; Cormac McCarthy, «All die schönen Pferde»; Jan-Uwe Rogge, «Kinder brauchen Grenzen»; Helmut Schmidt, «Handeln für Deutschland».
1994
1. Januar: Rowohlt übernimmt die Rechte am Werk von Erika und Klaus Mann.
Juni: Michael Töteberg übernimmt die Leitung der Agentur für Medienrechte, die schnell ausgebaut wird und ihren Umsatz vervielfacht.
6. Oktober: «Der bewegte Mann», Sönke Wortmanns Realverfilmung der Comics von Ralf König, startet in den deutschen Kinos.
Dezember: Carl von Ossietzkys Sämtliche Werke werden in acht Bänden publiziert.
Es erschienen in diesem Jahr Friedrich Christian Delius, «Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde»; Wilhelm Genazino, «Die Obdachlosigkeit der Fische»; Alissa Walser, «Dies ist nicht meine ganze Geschichte».
1995
April: Der erste von insgesamt sechs Bänden «Stadtgeschichten» von Armistead Maupin erscheint als rororo.
Oktober: Rowohlt geht als einer der ersten deutschen Verlage mit einer eigenen Homepage online.
Dezember: Nach zehn Jahren als Verlagsleiter scheidet Michael Naumann zum Jahresende bei Rowohlt aus. Nikolaus Hansen wird zu seinem Nachfolger berufen.
Albert Camus, «Der erste Mensch»; Friedrich Christian Delius, «Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus»; Betty Friedan, «Mythos Alter»; Klaus Harpprecht, «Thomas Mann»; Elfriede Jelinek, «Die Kinder der Toten»; Peter Rühmkorf, «TABU I» erscheinen.

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