Chronik 1950 - 1969

1950
17. Juni: Erstverkaufstag für die ersten vier rororo-Taschenbücher: Hans Fallada, «Kleiner Mann – was nun?»; Graham Greene, «Am Abgrund des Lebens»; Rudyard Kipling, «Das Dschungelbuch»; Kurt Tucholsky, «Schloß Gripsholm». Die Auflage beträgt je 50.000 Exemplare, der Preis je 1,50 DM. Bis Mitte Oktober folgen weitere acht Bände, die Gesamtauflage beträgt zu diesem Zeitpunkt 620.000 Exemplare.
August: Zusammenführung aller Verlagsniederlassungen in der Hamburger Rowohlt Verlag GmbH, die sich nach Abfindung der alten Teilhaber in ausschließlichem Besitz von Ernst Rowohlt und Heinrich Maria Ledig befindet. Letzterer kommt mit seinen Mitarbeitern nach Hamburg und wird zum zweiten alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer bestellt. Kurt Busch (Verwaltung) und Edgar Friederichsen (Herstellung) erhalten die Prokura, etwas später auch Karl Hans Hintermeier.
Zum Jahresende zieht der vergrößerte Verlag zum Reesendamm 3, Hamburg 4, um.
9. November: Da sich das Komitee im Vorjahr nicht einigen konnte, erhält William Faulkner erst jetzt den Literaturnobelpreis für 1949.
Simone de Beauvoir, «Amerika – Tag und Nacht»; Hans Fallada, «Der Trinker»; Ernest Hemingway, «49 Stories»; Walter Jens, »Nein – Die Welt der Angeklagten»; Jacques Prévert, «Gedichte und Chansons»; Jean-Paul Sartre, «Was ist Literatur?»; Wolfgang Weyrauch, «An die Wand geschrieben»; Thomas Wolfe, «Es führt kein Weg zurück» erscheinen.
1951
Januar: Rowohlt schreibt den ersten rororo-Schaufensterwettbewerb aus.
Mai: Ernst von Salomon löst mit seiner Autobiographie «Der Fragebogen» eine heftige Diskussion über die Aufarbeitung der NS-Zeit in der Bundesrepublik aus. Das Buch entwickelt sich zum ersten Bestseller der BRD, von dem allein im ersten Jahr über 150.000 Exemplare verkauft wurden.
Achmed Amba, «Ein Mensch sieht Stalin»; Simone de Beauvoir, «Das andere Geschlecht»; Ernest Hemingway, «Haben und Nichthaben/Über den Fluß und in die Wälder»; Walter Mehring, «Arche Noah SOS»; Jean-Paul Sartre, «Der Pfahl im Fleische» erscheinen.
1952
1. März: Als 50. Taschenbuchband erscheint rorotucholsky, eine «Auswahl aus Scherz, Satire und Ironie». Die Gesamtauflage beträgt zu diesem Zeitpunkt 3 Mio. Exemplare, von denen 2,8 Mio. Bücher verkauft wurden.
Kurt W. Marek verlässt den Verlag, um als freier Autor arbeiten zu können.
In diesem Jahr erscheinen u.a. Nelson Algren, «Der Mann mit dem goldenen Arm»; Paul Bowles, «Himmel über der Wüste»; Jean Effel, «Die Erschaffung der Welt»; Ernest Hemingway, «Der alte Mann und das Meer»; Walter Mehring, «Die verlorene Bibliothek»; Jean-Paul Sartre, «Das Sein und das Nichts/Das Spiel ist aus».
1953
1. Januar: Gründung der Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH als hundertprozentige Tochter der Rowohlt Verlag GmbH, parallel dazu Löschung der Stuttgarter Verlag GmbH. Neuer Verlagssitz ist seit Ende 1952 Bieberstraße 14, Hamburg 13.
Albert Camus, «Der Mensch in der Revolte»; Ludwig Marcuse, «Pessimismus»; Henry Miller, «Wendekreis des Krebses/Wendekreis des Steinbocks» (Verkauf nur gegen Altersnachweis); Raymond Peynet, «Aus lauter Liebe»; Gregor von Rezzori, «Maghrebinische Geschichten»; James Thurber, «Die letzte Blume»; Günther Weisenborn, «Der lautlose Aufstand»; Thomas Wolfe, «Geweb und Fels».
1954
28. Oktober: Ernest Hemingway erhält den Literaturnobelpreis.
Im Buchverlag erscheinen u.a. Paul Distelbarth, «Rußland heute»; Ernest Hemingway, «Die grünen Hügel Afrikas»; Hans Henny Jahnn, «Neuer Lübecker Totentanz»; Ernst Kreuder, «Herein ohne anzuklopfen»; Henry Miller, «Schwarzer Frühling»; Jean-Paul Sartre, «Dramen»; Friedrich Sieburg, «Die Lust am Untergang»; Steinberg’s «Umgang mit Menschen».
1955
14. Juli: Da Ernst Rowohlt zunehmend mit Erkrankungen zu kämpfen hat, wird die Verlagsführung auf die Schultern von Heinz Ledig und seinen engsten Mitarbeitern verlagert. Kurt Busch und Siegfried Buchenau (ein Mitarbeiter Ernst Rowohlts aus der Berliner Zeit) werden in die Geschäftsführung beider Gesellschaften aufgenommen.
September: Start der Taschenbuch-Reihe «rowohlts deutsche enzyklopädie» (rde) mit Hans Sedlmayer, «Die Revolution der modernen Kunst». Herausgeber ist Ernesto Grassi.
27. Oktober: Der Isländer Halldór Laxness erhält den Literaturnobelpreis. Sein Roman «Atomstation» erscheint noch im gleichen Jahr als rororo 162.
Simone de Beauvoir, «Die Mandarins von Paris»; C. W. Ceram, «Enge Schlucht und Schwarzer Berg»; Lion Feuchtwanger, «Spanische Ballade»; Jean Genet, «Querelle»; George Grosz, «Ein kleines Ja und ein großes Nein»; Walter Jens, «Der Mann, der nicht alt werden wollte»; Friedo Lampe, «Das Gesamtwerk»; Arthur Miller, «Brennpunkt»; Robert Musil, «Tagebücher, Aphorismen, Essays und Reden» erscheinen.
1956
Oktober: Der 200. rororo-Band erscheint, die Gesamtauflage beträgt mittlerweile 19,5 Mio. Exemplare. Davon entfallen 1,5 Mio. Bücher auf die Reihe rde.
17. Dezember: Karl Hans Hintermeier und Edgar Friederichsen rücken in die Geschäftsführung der Rowohlt Verlag bzw. Taschenbuch Verlag GmbH nach, Annelotte Becker-Berke, rechte Hand Ledigs, erhält die Prokura.
Es erscheinen in diesem Jahr u.a. Kurt Kusenberg, «Lob des Bettes»; Tibor Mende, «Gespräche mit Nehru»; Henry Miller, «Der Koloß von Maroussi»; Morus, «Eine Weltgeschichte der Sexualität«; Walt Whitmans Werk.
1957
Januar: Die ersten 500.000 Exemplare von Cerams «Götter, Gräber und Gelehrte» sind verkauft.
1. Februar: Eintritt von Klaus Juncker, der den Bühnenvertrieb reaktiviert und zum Rowohlt Theater Verlag ausbaut.
April: Start der Taschenbuch-Reihe «Rowohlts Klassiker der Literatur und Wissenschaft» (rk) mit Platon, «Sämtliche Werke» (Band 1); Gracián, «Criticón»; Vigny, «Glanz und Elend des Militärs»; Shakespeare, «Romeo und Julia». Herausgeber ist wiederum Ernesto Grassi.
17. Oktober: Albert Camus erhält den Literaturnobelpreis.
Im Buchverlag erscheinen u.a. Albert Camus, «Der Fall»; Ernest Hemingway, «Die Sturmfluten des Frühlings/Tod am Nachmittag»; Halldór Laxness, «Salka Walka».
1958
März: Start der Taschenbuch-Reihe «rowohlts monographien» (rm) mit Curt Hohoff, Heinrich von Kleist in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Herausgeber ist Kurt Kusenberg.
20. September: Parallel zur Frankfurter Buchmesse feiert der Rowohlt Verlag sein fünfzigjähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt ist der 200. rororo-Band erschienen, die Gesamtauflage aller rororos beträgt mehr als 19,5 Mio. Exemplare.
Peter Rühmkorf tritt ins Lektorat ein und wird zugleich Rowohlt-Autor.
Dieses Jahr erschienen sind Ulrich Becher, «Männer machen Fehler»; Albert Camus, «Der Mensch in der Revolte»; Louis-Ferdinand Céline, «Reise ans Ende der Nacht»; John Cheever, «Die lieben Wapshots»; Lawrence Durrell, «Justine»; Mascha Kaléko, «Verse für Zeitgenossen»; Henry Miller, «Big Sur und die Orangen des Hieronymus Bosch».
1959
10. Juli: Horst Varrelmann und Erwin Steen erhalten die Prokura für die Rowohlt Verlag bzw. Taschenbuch Verlag GmbH.
13. Oktober: Ernst Rowohlt wird wegen seiner «Verdienste um die moderne anglo-amerikanische Literatur» mit der Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig ausgezeichnet.
Es erscheinen Samuel Beckett, «Murphy»; Albert Camus, «Dramen»; Jack Kerouac, «Unterwegs – On the Road»; Vladimir Nabokov, «Lolita»; Raymond Peynet, «Das Rendezvous der Liebe»; Peter Rühmkorf, «Irdisches Vergnügen in g»; Italo Svevo, «Zeno Cosini».
1960
April: Henry Miller, erstmals seit 1928 wieder in Deutschland, besucht den Rowohlt Verlag.
Mai: Der Verlag zieht um nach Reinbek; das neue Haus wurde von dem Hamburger Architekten Fritz Trautwein entworfen. Fritz J. Raddatz tritt in das Lektorat ein.
Der Rowohlt Taschenbuch Verlag beteiligt sich mit 40 Prozent an der Hamburger Druckerei-Betriebs-GmbH, die ihrerseits 60 Prozent der Druckerei Clausen & Bosse erwirbt.
1. Dezember: Ernst Rowohlt stirbt. Er vermacht seine Anteile seinem Sohn Harry Rowohlt, überträgt aber gleichzeitig H.M. Ledig-Rowohlt zwei Prozent, sodass dieser nun mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter wird.
D.H. Lawrence, «Lady Chatterley»; Kurt Tucholsky, «Gesammelte Werke» (Band 1), herausgegeben von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz.
1961
August: Zur Bundestagswahl erscheint das von Martin Walser herausgegebene Taschenbuch «Die Alternative oder Brauchen wir eine neue Regierung?» in einer Auflage von 50.000 Exemplaren; noch im selben Monat müssen 25.000 nachgedruckt werden.
Auf diesem Grundstein errichtet Raddatz die Reihe «rororo aktuell».
Hans Georg Heepe, bisher Werkstudent im Rowohlt Theater Verlag, wird im Herbst im Buchverlag fest angestellt.
Oktober: Rowohlt startet die kartonierte Reihe «Rowohlt Paperback» mit vier Titeln: Claude Eatherly und Günther Anders, «Off limits für das Gewissen»; Ödön von Horváth, «Stücke, Ein Henry Miller Lesebuch»; Ernst Toller, «Prosa, Briefe, Dramen, Gedichte».
Im Taschenbuch Verlag erscheinen die ersten «rororo thriller».
Die letzten rororo-Bände mit Leinenrücken, der den Taschenbüchern den Charakter eines «richtigen» Buches verleihen sollte. Ab rororo Nr. 451 entfiel der Stoffstreifen.
Halldór Laxness, «Das Fischkonzert»; Arthur Miller, «Nicht gesellschaftsfähig» erschienen.
1962
Februar: Hanns Grössel übernimmt (bis Februar 1966) die Leitung der Übersetzungsabteilung.
April: Neuer Herausgeber von «rororo thriller» wird Richard K. Flesch. Die anfangs auf gelbem Papier gedruckten Taschenbücher werden schnell zu Markenartikeln. Zu den bekanntesten Autoren gehören Maj Sjöwall und Per Wahlöö, Janwillem van de Wetering, Harry Kemelman und das Duo Boileau/Narcejac. Bis die «rororo thriller» im Jahr 2000 in die allgemeine Belletristik integriert werden, erscheinen 1.353 Titel in einer Gesamtauflage von über 30 Millionen Exemplaren.
In diesem Jahr erschienen u.a. Jaroslav Hašek, «Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk»; Harper Lee, «Wer die Nachtigall stört …»; Hans Mayer, «Ansichten. Zur Literatur der Zeit»; Hans Werner Richter (Hg.), «Almanach der Gruppe 47 1947–1962»; Jean-Paul Sartre, «Das Sein und das Nichts».
1963
Januar: Klaus Juncker wird Leiter des Rowohlt Theater Verlags.
20. Februar: Uraufführung von Rolf Hochhuths Drama «Der Stellvertreter» an der Freien Volksbühne, Berlin; Regie: Erwin Piscator. Die Buchausgabe wird erst am Vorabend einzeln an bestimmte Theaterkritiker ausgeliefert, um einem Verbot der Aufführung vorzubeugen. Der Stellvertreter wurde von mehr als 80 Theatern in 26 Ländern aufgeführt, Gesamtauflage: über 500.000 Exemplare.
4. Oktober: Uraufführung des Films «Schloß Gripsholm» von Kurt Tucholsky.
Dezember: James Baldwin, «Giovannis Zimmer» und «Schwarz und Weiß oder Was es heißt, ein Amerikaner zu sein»; Katherine Anne Porter, «Das Narrenschiff»; Arno Schmidt, «Nobodaddy’s Kinder».
1964
Oktober: Jean-Paul Sartre lehnt die Annahme des Literaturnobelpreises ab.
2. Oktober: «Das Gartenfest» von Václav Havel kommt im Berliner Schiller-Theater auf die Bühne.
2. November: Deutschsprachige Erstaufführung von Joe Ortons «Seid nett zu Mr. Sloane» im Deutschen Schauspielhaus Hamburg.
Es erscheint Band 100 der «rororo monographien»: Johann Wolfgang von Goethe. Dieser Band wurde bis Ende 2007 195.000-mal verkauft. Die Topseller der Reihe: Bertolt Brecht 172.000, Franz Kafka 200.000, Hermann Hesse 223.000 Exemplare.
Es erscheinen Gisela Elsner, «Die Riesenzwerge»; Marcel Jouhandeau, «Gesammelte Werke in Einzelausgaben» (Band 1); L. L. Matthias, «Die Kehrseite der USA»; Anne Philipe, «Nur einen Seufzer lang».
1965
April: In der «thriller»-Reihe erscheint Hansjörg Martins erster Kriminalroman «Gefährliche Neugier». Damit wird eine neue Tradition deutschsprachiger Gegenwartskrimis begründet.
14. September: Wolf Vostell und Joseph Beuys veranstalten zur Buchpremiere der Dokumentation Happenings. Fluxus, Pop Art, Nouveau Réalisme in der Eingangshalle des Reinbeker Verlagshauses ein Happening.
Hubert Fichte, «Das Waisenhaus»; Jean Genet, «Querelle» (erste allgemein zugängliche Buchhandelsausgabe); Jean-Paul Sartre, «Die Wörter».
1966
Februar: Unter dem Slogan «Koche froh mit rororo!» erscheinen die ersten Taschen-Kochbücher von Ulrich Klever, Sybil Gräfin Schönfeldt und dem Fernsehkoch Clemens Wilmenrod.
September: Neu im Lektorat der Schriftsteller Hermann Peter Piwitt.
Robert Musils Novelle «Die Verwirrungen des Zöglings Törleß» wird unter dem Titel «Der junge Törleß» von Volker Schlöndorff verfilmt.
Konrad Bayer, «Der sechste Sinn»; Betty Friedan, «Der Weiblichkeitswahn oder Die Mystifizierung der Frau»; Pierre Klossowski, «Die Gesetze der Gastfreundschaft»; Friederike Mayröcker, «Tod durch Musen»; Oscar Wilde, «Briefe Band 1 und 2» erscheinen.
1967
Februar: Die neue Taschenbuchreihe «rororo theater» erscheint. Der erste Band: Jean-Paul Sartre, «Die Fliegen. Die schmutzigen Hände».
Mai: Die neue Reihe «rororo sachbuch» startet mit dem Titel «Formeln zur Macht» von Wilhelm Fucks. Neuer Lektor und Leiter der Übersetzungsabteilung wird Helmut Frielinghaus.
18. Oktober: Alan Ayckbournes Komödie «Halbe Wahrheiten» kommt im Hamburger Thalia-Theater auf die Bühne und wird von 59 Theatern nachgespielt.
Dezember: Das «rororo sachbuch» «Unser blauer Planet» von Heinz Haber ist das erste durchgehend vierfarbig gedruckte Taschenbuch auf dem Markt.
1. Dezember: Time Inc., New York, erwirbt einen Anteil von 331/3 Prozent am Rowohlt Taschenbuch Verlag. Dank dieser Transaktion kann der Taschenbuch Verlag die restlichen 60 Prozent Anteile am Kapital der Hamburger Druckerei-Betriebs-GmbH übernehmen; diese erhöht ihre Beteiligung am Kommanditkapital von Clausen & Bosse auf 80 Prozent.
Es erscheinen u.a. Eric Berne, «Spiele der Erwachsenen»; Eric Malpass, «Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung»; Gerhard Rühm (Hg.), «Wiener Gruppe. Achleitner, Artmann, Bayer, Rühm, Wiener. Texte, Gemeinschaftsarbeiten, Aktionen»; Peter Rühmkorf, «Über das Volksvermögen».
1968
In diesem Jahr erscheinen 15 «aktuell»-Bände, darunter der Spitzentitel «Rebellion der Studenten» oder «Die neue Opposition» von Uwe Bergmann, Rudi Dutschke u.a.
April: Hermann Gieselbusch, der erste Sachbuchlektor im Rowohlt Taschenbuch Verlag, tritt sein Amt an. Der gesamte nichtpolitische Programmsektor – Handbuch, Ratgeber, Kochbuch, Sachbuch – entwickelt sich so rapide, dass eine Sachbuchredaktion aufgebaut werden muss.
Juli: Fritz J. Raddatz wird Geschäftsführer.
September: Begründung der Reihe «rororo sexologie», in der 42 Bände erscheinen.
Außerdem erscheinen in diesem Jahr Hubert Fichte, «Die Palette»; Henry Miller, «Stille Tage in Clichy»; Vladimir Nabokov, «Fahles Feuer»; Hubert Selby, «Letzte Ausfahrt Brooklyn»; Susan Sontag, «Kunst und Antikunst»; Tom Wolfe, «Das bonbonfarbene tangerinrot-gespritzte Stromlinienbaby».
1969
22. Januar: Im Verlag findet die erste Betriebsversammlung statt, auf der die Belegschaft die Wahl eines Betriebsrats beschließt. Die vier eingeladenen Geschäftsführer des Familienunternehmens äußern sich dagegen, Harry Rowohlt engagiert sich dafür. Der erste Betriebsrat tritt am 2. April zusammen.
Mai: Band 1 der von Gerhard Szczesny in Zusammenarbeit mit den Dritten Programmen des deutschen Fernsehens herausgegebenen Reihe «rororo tele» erscheint: Roland Fuchshuber, «Wir machen ein Programm. Eine Einführung in die Praxis der Datenverarbeitung».
Ab Oktober verstärkt Wolfgang Müller die Redaktion; bis 1974 erscheinen 55 Titel.
21. August: Die bald so benannte «Ballonaffäre» braut sich zusammen, die in der Geschäftsführung und im Lektorat zu tiefgreifenden Änderungen führt: Vertriebschef Karl Hans Hintermeier und Cheflektor Fritz J. Raddatz scheiden aus dem Verlag aus. Rowohlt verzichtet, nachdem Demonstrationen und Störungen angekündigt sind, auf eine Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse.
September: «Mathematik» erscheint als erster Band der Reihe «Das farbige LIFE Bildsachbuch».
1. November: Matthias Wegner tritt in Reinbek als neuer Geschäftsführer und Stellvertreter des Verlegers an.
Im Rahmen der «rororo klassiker» startet die schwarzrote Reihe «Texte des Sozialismus und Anarchismus 1800–1950».
Dezember: Das «rororo sachbuch» «Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung. Das Beispiel Summerhill» von A. S. Neill erscheint und wird schnell zu einem der größten Taschenbuch-Bestseller.
Außerdem erscheinen Simone de Beauvoir, «Eine gebrochene Frau»; Ernesto «Che» Guevara, «Aufzeichnungen aus dem kubanischen Befreiungskrieg 1956–1959» (Einleitung von Fidel Castro); Walter Kempowski, «Im Block»; John Updike, «Ehepaare»; James D. Watson, «Die Doppelhelix»; Oswald Wiener, «Die Verbesserung von Mitteleuropa».

Top