Gudrun Ziegler

Alexander S. Puschkin

Bereits zu Lebzeiten war er Legende: Rebell, Verbannter, Spaßvogel und einsam; belastet mit dem Nimbus eines genialen Poeten. Gegen diese Vereinnahmung durch die Gesellschaft suchte er sich zu wehren, denn schon im Lyzeum hatte er einen eigenen Freiheitsbegriff erdacht. Immer wieder stellte er sich seiner Umwelt, versuchte es mit Rollenspiel, Ironie, Sarkasmus, Provokation - um dann um so tiefer in Melancholie zu verfallen, jene russische chandra oder toska, für die es keine adäquate deutsche Übersetzung gibt. Es kann alles bedeuten: Sehnsucht, Schwermut, Trübsal, Langeweile, spleen. Es ist wohl ein Gefühl der Sinnlosigkeit, des Sehnens nach etwas Vergangenem oder Unerreichbarem.

Themen:   Russland; erste Hälfte 19. Jahrhundert (1800 bis 1850 n. Chr.); Romantik; Biografien: Literatur

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