01.10.2014   von rowohlt

Zwei Menschen. Eine Pistole. Eine Kugel.

M. J. Arlidges «Einer lebt, einer stirbt» ist einer der aufregendsten Thriller der letzten Jahre. Absolut alternativlos ...

Amy könnte Sam jetzt töten. Es wäre ganz leicht. Sam schläft. Amy und ihr Freund wurden entführt und eingesperrt – Entkommen aussichtslos. Zwischen ihnen liegt eine Pistole. Mit einer Kugel. «Das ist der Preis der Freiheit. Du musst töten, um zu leben. Willst du leben, Amy?» Sam ist der erste Tote einer ganzen Serie barbarischer inszenierter Morde nach dem immer gleichen Muster: Zwei Geiseln, eine Kugel. Für Detective Inspector Helen Grace von der Southampton Central Police wird der Fall zum Albtraum …

Mörderisches Eene-Meene-Muh

Eine schrecklichere Konstellation ist kaum vorstellbar: Zwei Menschen werden entführt und an einen finsteren. unerreichbaren Ort verschleppt. Sam und Amy werden in einem schon lange nicht mehr genutzten Schwimmbad eingekerkert: fünf Meter hohen Kachelmauer, keine Leiter, kein Entkommen. Kein Essen, kein Trinken, keine Hoffnung. Für die Arbeitskollegen Ben und Peter wird ein finsteres Silo in der Nähe des stillgelegten Kraftwerks Dunston zur Todesfalle, für Marie Storey und ihre behinderte Tochter Anna die eigene Wohnung im verfallenen Melbourne Tower von Southampton. Und Immer ist es die gleiche fürchterliche Situation: Zwei Menschen, eine Pistole, eine Kugel. Einer muss sterben, damit der andere leben kann.
Gebannt folgen wir, wie sich die Schlinge langsam, aber unvermeidlich um die Täterin zusammenzieht. Dass eine Frau diese unfassbar grausamen Verbrechen begangen haben muss, ist dem Ermittlungsteam um Detective Inspector Grace spätestens klar, als der zweite Überlebende auftaucht: Peter Brightston. Er und Ben, sein Kollege aus der Anwaltskanzlei, waren nach einem Meeting in Portsmouth spätabends mit ihrem Wagen im New Forest liegengeblieben. Eine Frau im Lieferwagen hatte sie mitgenommen, betäubt – und dann vor die brutale Alternative gestellt: Einer von euch wird sterben. Einer von euch, verzweifelt und halb wahnsinnig vor Hunger und Durst, wird den anderen in den Tod schicken. Wer wird es sein – Ben oder Peter?

Die Hoffnung stirbt zuerst ...

M. J. Arlidge hat fünfzehn Jahre lang als Drehbuchautor für die BBC gearbeitet. Das merkt man seinem Debütroman an. 117 kurze, messerscharfe Kapitel; schnelle Schnitte, überraschende Perspektiven. Überzeugend, wie Arldige auch den Figuren neben Detectiev Inspector Helen Grace Tiefe und Komplexität gibt: Helens Kollegen von der Abteilung für Schwerverbrechen beim Southampton Police Department, Charlie Brooks und Mark Fuller; Emilia Garanita, Spitzname «Die Schöne und das Biest», Reporterin der Southampton Evening News; oder die Therapeutin Hannah Mickory, ein spätes «Eene meene»-Opfer.
Aber wer ist die unbekannte Mörderin? Was treibt sie an, wofür übt sie derart grausame Rache? Wurden die Opfer zufällig ausgesucht? Ist es egal, wer von den beiden Opfern stirbt und wer überlebt? Hat sie es vielleicht mehr auf die abgesehen, die das Todesspiel überleben? Und – wen will sie mit ihrer gnadenlosen Treibjagd wirklich treffen? M. J. Arlidges Thriller Eene Meene läuft auf ein Furcht erregendes Finale zu – konsequent und unerbittlich …

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