20.11.2018   von rowohlt

Ein Held, geschmiedet im Feuer der Schlacht

Robert Fabbris Vespasian-Reihe – ein Highlight für alle Fans spannender, opulenter historischer Stoffe

© Tim Byrne
© Tim Byrne

Er mag nicht die Berühmtheit von Augustus, Tiberius, Caligula oder Nero genießen, aber Historiker sehen in Vespasian einen der wirkmächtigsten Imperatoren der römischen Antike. Robert Fabbri verbindet in seinem glanzvollen Bestseller-Epos über das Leben des Kaisers Vespasian exakt recherchierte Historie und packende Action zu einem großartigen Stoff für Serienleser sowie Fans von Bernard Cornwell und David Gilman.


Robert Fabbri arbeitete nach seinem Studium an der University of London 25 Jahre lang als Regieassistent im Film-Business. Er war an so unterschiedlichen Filmen beteiligt wie «Die Stunde der Patrioten», «Hellraiser», «Hornblower» und «Billy Elliot – I Will Dance». Aus Leidenschaft für antike Geschichte bemalte er 3.500 römische Zinnsoldaten – und begann schließlich zu schreiben. Sein Vespasian-Epos wurde zum internationalen Bestseller.


Bei rororo werden bis August 2019 die ersten sechs Bände der Reihe erscheinen (die weiteren Bände folgen).

Was Vespasian zum idealen Fixpunkt einer Historien-Saga macht


Titus Flavius Vespasianus, geboren am 17. November 9 in Falacrinae, gestorben am 23. Juni 79 in Aquae Cutilae. Vespasian kam nach den bürgerkriegsähnlichen Unruhen im Vierkaiserjahr 69 n. Chr. an die Macht. Er war der erste römische Herrscher, der nicht der Senatsaristokratie entstammte (sein Vater Titus Flavius Sabinus war Steuereinnehmer in der Provinz Asia). Als Imperator Caesar Vespasianus Augustus wurde er zum ersten römischen Kaiser aus der flavischen Dynastie. Vespasian war durch und durch Realpolitiker: erfolgreicher Heerführer, kluger Allianzenschmieder, geschickter Finanzsanierer. Seine clevere Steuerpolitik (u.a. Latrinensteuer: «Pecunia non olet» – Geld stinkt nicht) ermöglichte ihm die Begleichung der gigantischen Staatsschulden. Nach den desaströsen Jahren unter Nero, der Selbstmord begangen hatte, und den Wirren des Vierkaiserjahres bestand Vespasians Leistung darin, Rom in der Tradition von Augustus eine pax Flavia zu bescheren.


Vespasians militärische Karriere führte ihn durch die halbe Welt: als Militärtribun nach Thrakien, Germanien und Britannien, unter Nero als Prokonsul in die Provinz Africa. Sein heikelster Auftrag war das Kommando über die Niederschlagung des jüdischen Aufstands; rund 60.000 Bewaffnete brauchte es, um die Provinz Judäa zu befrieden.


Zu Vespasians bleibenden Hinterlassenschaften zählt der Wiederaufbau des Kapitols, vor allem aber die Errichtung des flavischen Amphitheaters, des Kolosseums – jener Bau, der für Zehntausende Menschen und Tiere zur «Todesmaschine» wurde, und von dem der gelehrte Mönch Beda sagte: «Solange das Kolosseum besteht, besteht auch Rom. Fällt das Kolosseum, fällt auch Rom. Und fällt Rom, so fällt auch die Welt.» Eingeweiht wurde es im Jahr 80 n. Chr., von Vespasians Sohn (und Nachfolger) Titus.


Es gab nicht viele römische Kaiser, die zu ihrer Zeit beliebt waren; dank seiner Bürgernähe und der vergleichsweisen Transparenz, mit der er in Rom die Regierungsgeschäfte führte, dürfte Vespasian zu diesem Kreis gehören. Anders als manche seiner Vorgänger starb er eines natürlichen Todes. Nach seinem Tod im Jahre 79 n. Chr. erhob ihn der Senat ohne Widerspruch als einen der vorbildlichsten Kaiser des Imperiums unter die Götter.


Robert Fabbri betont im Nachwort zum ersten Band der Reihe («Das Schwert des Tribuns») den fiktionalen Charakter seines auf den historischen Schriften von Sueton, Tacitus und Cassius Dio basierenden römischen Heldenepos. «Da dieses Buch eine historische Fiktion und keine Geschichtsschreibung ist, habe ich mir mit ein paar der Figuren einige Freiheiten herausgenommen.» Für alle, die sich für die bei rororo erscheinende Reihe begeistern, hier ein erster schneller Überblick über die Themen und Protagonisten und die Reihenfolge der Bände:

VESPASIAN. Das Schwert des Tribuns


Im Jahr 26 n. Chr.
verlässt der 16-jährige Vespasian sein behütetes Heim. Er will den Namen seiner Familie ehren, sich der Armee anschließen und Rom dienen. Doch die größte Stadt der Welt befindet sich in der eisernen Gewalt von Seianus, Kommandeur der Prätorianergarde. Blutjung und unerfahren wird Vespasian in die Politik Roms hineingezogen und muss aus der Stadt fliehen. Er nimmt einen Posten als Tribun in Thrakien an. Dort liegt Rebellion in der Luft – denn vor dem Machtringen in Rom gibt es kein Entkommen …

VESPASIAN. Das Tor zur Macht


Rom, im Jahr 30 n. Chr.
Nur ein Mann kann Seianus zu Fall bringen, den Kommandeur der Prätorianergarde, der alle Macht in Rom an sich gerissen hat: der thrakische Priester Rhotekes. Nur ein Mann kann ihn heimlich nach Rom bringen: Vespasian, dem der Verräter einst bei der Niederschlagung des thrakischen Aufstands entkam. Vespasian überwindet Festungsmauern. Hinterhalte in verschneiten Bergen. Piraten auf hoher See. Seianus' Spione. Doch die schlimmste Gefahr lauert im Herzen des römischen Reiches selbst, im verkommenen Hof von Tiberius, dem paranoiden und lasterhaften Kaiser von Rom.

VESPASIAN. Der falsche Gott


Das Jahr 34 n. Chr.:
Vespasian dient am Rande des Imperiums, bis er endlich nach Rom zurückkehren darf. Unerwartet ereilt Kaiser Tiberius der Tod, und Caligula ergreift die Macht – doch die leuchtende Hoffnung Roms verkommt zu einem unkontrollierbaren Despoten, der sich als Gott huldigen lässt. Verschwenderische Bauten, endlose Spiele, ein verängstigter Senat verblassen neben Caligulas gewagtestem Plan: eine Brücke über die Bucht von Neapel, über die er dekoriert mit dem Brustpanzer Alexanders des Großen reiten will. Kein anderer als Vespasian soll die legendäre Rüstung rauben …

VESPASIAN. Der gefallene Adler


Im Jahr 41 n. Chr.:
Caligula wurde ermordet, Claudius ist der neue Kaiser von Rom – willensschwach, unbeholfen und unbeliebt. Claudius braucht einen schnellen Erfolg. Sein Plan: Vespasian soll den gefallenen Adler der XVII Legion zurück nach Rom bringen. Ein Relikt, das vor vierzig Jahren in den Wäldern Germaniens verloren ging, für die römischen Soldaten wie ein Heiligtum. Mit einem Reitertross nehmen Vespasian und sein Bruder die Fährte auf. Doch jemand sabotiert die Mission, und Nacht für Nacht werden mehr ihrer Gefolgsleute ermordet. Vespasian schlägt sich bis nach Britannien durch. Aber der Zorn seines Herrschers reicht weit …

VESPASIAN. Das Blut des Bruders


Britannien, 45 n. Chr.:
Druiden haben Sabinus gefangen und wollen ihn ihren Göttern zum Opfer bringen. Vespasian muss seinen Bruder retten – und die Eroberung des Südwestens dieser heimgesuchten Insel sicherstellen. Indessen ist das Römische Reich alles andere als stabil: Messalinas Zeit als Kaiserin findet ihr blutiges Ende. Kaiser Claudius‘ drei Freigelassene ringen um die Kontrolle über den Thron, und jeder von ihnen stellt sich hinter eine andere neue Gebieterin. Wer wird den Sieg davontragen? Und zu welchem Preis für Vespasian?

VESPASIAN. Roms verlorener Sohn


51 n.Chr.:
Nach Jahren zähen Widerstands fängt Vespasian einen der größten Feinde Roms, den Britischen Kämpfer Caratacus. Doch das bringt ihn nicht aus der Schusslinie der Politik. Vespasian wird nach Armenien entsendet: Dort floriert ein jüdischer Kult, dessen Anhänger sich weigern, Rom Treue zu schwören. Außerdem heißt es, Claudius‘ Gattin Agrippina schmiede Pläne zur Destabilisierung des Ostens. Vespasian gerät in Gefangenschaft. Wie kann er sich befreien? Und ist es hinter Mauern nicht sicherer als in Rom unter Agrippina, die Vespasian verachtet?

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