27.10.2017   von rowohlt

Pressemitteilung des Rowohlt Verlags anlässlich des Abschlusses der Ausgabe der gesammelten Werke Vladimir Nabokovs

Im Herbst 1989 begann der Rowohlt Verlag auf Initiative des damaligen Verlegers Dr. Michael Naumann und des ZEIT-Journalisten, Herausgebers und Übersetzers Dieter E. Zimmer mit einem Mammutprojekt, das nun, 28 Jahre später, abgeschlossen werden konnte: einer Ausgabe der gesammelten Werke Vladmir Nabokovs. Geplant waren 22 Bände zwischen 1989 und 2006, geworden sind es 24 im Herbst 2017. Jüngst ist mit «Briefe an Véra» der letzte Band erschienen. Diese gesammelten Briefe Nabokovs an seine Frau sind nun zum ersten Mal auf Deutsch lesbar.


Zum Auftakt erschienen 1989 zwei Bände mit den Erzählungen sowie eine revidierte Übersetzung von Nabokovs wohl erfolgreichstem Buch, dem Skandalerfolg «Lolita». Rezeptionsgeschichtliche Gründe, die Quellenlage der Nabokov-Forschung und die Anpassung an moderne Konventionen des literarischen Übersetzens machten eine Wort-für-Wort-Revision jeder einzelnen der bereits vorliegenden Übersetzungen nötig; andere Werke wurden, unter der maßgeblichen Leitung von Dieter E. Zimmer, neu übersetzt, zu einem nicht geringen Teil von ihm selbst.


Im Falle von «Lolita» wurde die ursprünglich von Helen Hessel angefertigte und von Maria Carlsson überarbeitete Übersetzung aus dem Englischen, 1959 in einer der legendären Rowohlt-Revisionsklausuren lektoriert, an der in einem Hotel in Meran neben Maria Carlsson Heinrich Maria Ledig-Rowohlt selbst sowie Kurt Kusenberg und Gregor von Rezzori teilnahmen, von Dieter E. Zimmer noch zwei weitere Male bearbeitet und nicht zuletzt gegen die von Nabokov selbst ins Russische übersetzte Autorenfassung verglichen.


Der Rowohlt Verlag verdankt diese Ausgabe, die in ihrer Vollständigkeit und Genauigkeit die international führende sein dürfte, der Akribie und der nie erlahmenden Energie ihres Herausgebers und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für Dieter E. Zimmer ist dies ein Lebenswerk geworden, für den Verlag ein Höhepunkt seines Programms.

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