14.10.2015   von rowohlt

Messeimpressionen, Tag 2

Neues von der Frankfurter Buchmesse, Neues von Rowohlt!

© iStockphoto.com
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Alle Aussteller sind da, die Regale sind gefüllt, unzählige Buchmenschen flanieren ab heute von Halle zu Halle, von Stand zu Stand. Wir flanieren mit – und begegnen u.a. Jojo Moyes, Franz Kafka, Tobi Katze und ... Tschick. Hier sind unsere Messeimpressionen, Tag 2.

Die Buchmesse nimmt Fahrt auf ...

Menschen mit freilaufenden Kleinkindern oder Hang zu klaustrophobischen Attacken sollten sich gut überlegen, ob sie die Frankfurter Buchmesse besuchen. You'll never walk alone – nirgendwo jenseits der U-Bahn in Tokio gilt das so sehr wie hier. Menschenmassen, wohin das Auge schaut. Morgens auf dem Weg zum Messegelände; in den Gängen, auf den Rolltreppen und Laufbändern; bei Lesungen und Präsentationen. Es ist laut, heiß und hektisch. Und macht doch ungeheures Vergnügen – auch wenn es ein ständiger Kampf gegen die eigene Müdigkeit ist: Kopf gegen Körper. Manche MarathonläuferInnen, heißt es, buchen die Messe als Trainingslager: zig Kilometer Rennerei unter erschwerten Bedingungen. Keine schlechte Idee!

Jojo Moyes ist da!

Sie ist zweifellos einer der Stars der diesjährigen Buchmesse: Jojo Moyes. Mit «Ein ganzes halbes Jahr», ihrem bittersüßen Liebesroman um Lou und Will, hat sie Millionen Leserinnen in aller Welt zu Tränen gerührt. Dass es eine (absolut unerwartete!) Fortsetzung der Geschichte gibt, hat Jojo-Fans entzückt. Wie es zu dem neuen Roman «Ein ganz neues Leben» kam, das erzählt sie hier beim  «Blauen Sofa» von 3sat. Übrigens ist es ein Gerücht, dass Moyes nur weibliche Leser hat; immer mehr Männer bekennen (erst zaghaft, dann mit wahrem Bekennerlöwenmut): Auch ich lese Jojo Moyes!

What about Kafka?

Eines der augenfälligsten Buchmessenphänomene ist die Flut von Papier-, Plastik- und Jutetüten, die Menschen mit sich herumschleppen. Geradezu mitleiderregend der Anblick an den Wochenenden, wenn von überehrgeizigen Eltern und anderen Erziehungsberechtigten fehlgeleitete Knirpse, die kaum bis zur Tischkante reichen, im Schweiße ihres jungen Angesichts prall gefüllte Tüten hinter sich her schleifen. Was da drin ist? Vorschauen, Feuilletonbeilagen, Leseexemplar, Leseproben, bunte Gimmicks aller Art, Süßkram, kurz: alles, was sich abtransportieren lässt, ohne die Hallen-Security in Bewegung zu setzen.
Manche dieser Tüten & Taschen geben mit ihren kryptischen Botschaften Rätsel auf. Diese hier zum Beispiel: «Facebook is not Franz Kafka» – das war in dieser Klarheit bislang noch nicht gesagt worden. Was Kafka dazu wohl auf seinem Facebook-Account dazu posten würde?

Tschick ante portas!

Die Frankfurter Buchmesse bietet unzählige Möglichkeiten, Wichtiges – und auch rasend Unwichtiges – zu bewerben. Es gibt jede Menge spektakulärer Werbeformen und -plattformen: in und an den Messehallen, an Straßenbahnen, Hauswänden etc. Eine der schönsten dieser Werbeflächen löst Vorfreude auf eine Buchverfilmung aus: von der Außentreppe von Halle 3, in der sich die meisten Literaturverlage präsentieren, grüßt «Tschick». Regisseur Fatih Akin («Gegen die Wand», «Soul Kitchen») wird die Verfilmung von Wolfgang Herrndorfs Megaerfolg im Herbst 2016 in die Kinos bringen.


Jojo im Dauereinsatz



Wenn eine der erfolgreichsten Unterhaltungsschriftstellerinnen der Gegenwart zu einer Lesereise samt Auftritt bei der Frankfurter Buchmesse aufbricht, dann weiß sie schon vorher, dass das knallharte Arbeit bedeutet. Interviewmarathon, Hände schütteln, Smalltalk, Bücher signieren, weite Wege zurücklegen, von blauen zu roten Sofas, vom Fernsehstudio zum Rowohlt-Stand und zurück. Wir sind beeindruckt, mit welch freundlicher Gelassenheit die in Saffron Walden, Essex, lebende britische Autorin das absolviert hat – Chapeau.


Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh’ ...



Tobi Katze hat eines der unglaublichsten Bücher über eine Krankheit namens Depression geschrieben: „Morgen ist leider auch noch ein Tag“. «Ich bin das einzige iPhone 5 in einer Welt voller Android-Telefone. Was allen hilft, passt nicht in meine Anschlüsse» - das ist einer dieser typischen Sätze des Mannes, der sich entschieden hat, mit Witz und Selbstironie aus der Düsternis seiner inneren Welt auszubrechen. Und der es mittlerweile schafft, vor vielen, vielen Leuten als Kabarettist aufzutreten. Und der in Frankfurt mit Schuhen herumspaziert, zu denen man nur eines sagen kann: sehr, sehr geil.


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