21.03.2016   von rowohlt

Messeimpressionen Leipzig – Tag 4

Das war die Leipziger Buchmesse 2016

© iStockphoto.com
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Leipzig, das war vom 17. bis 20. März «the place to be»! Bis Sonntag hatte die Buchmesse ihre Pforten geöffnet, nun wird abgebaut und Bilanz gezogen. Bereits die die bloßen Zahlen sind imposant: mit 260.000 Besucher*innen gab es einen neuen Rekord. Hier die letzte Ausgabe unserer Leipziger Impressionen, u.a. mit dabei: Mofahelden und Cosplayer, Buchtüten und Büchertürme, klare Worte und Unberechenbares …


Auch Mofahelden zieht es nach Leipzig

Lars Niedereichholz (hier am Rowohlt-Stand mit Pressefrau Leonie Krey) nimmt uns in seinem Roman «Mofaheld» mit auf eine großartige Zeitreise ins Jahr 1986. Die Story: Als seine über 70-jährigen Eltern die Wohnung auflösen, um ins Altenstift zu ziehen, schieben sie Sohn Marc eine Kiste zu. Bei näherem Hinsehen eine Schatzkiste: Musikkassetten mit Dark Wave, Cure, W.A.S.P., alte Kinokarten, ein unbenutztes Kondom und – als Krönung – die Betriebsanleitung zu seinem alten Gilera ec1-Mofa. Für Marc heißt es: mit Karacho zurück in die 80er!   


Länge x Breite x Höhe – Bücher, wohin das Auge schaut

Das Auge liest mit: Neben unzähligen Büchern in physischer und elektronischer Form begegnet man bei den Leistungsschauen der Branche in Leipzig und Frankfurt auch immer wieder Büchern in skulpturaler Form. Mal als riesenhaft hohe Exemplare, mal in miniaturisierter Form wie Kindergeburtstag-Muffins oder wie hier als extrem dekorativer Bücherturm. Kunstvoll gestapelt aus Dutzenden von Taschenbüchern und Hardcovern – toll anzusehen. Nur umstürzen sollte dieses Kulturdenkmal nicht …



Klare Worte

Sage niemand, Büchermenschen ignorierten vor lauter Schöngeistigkeit und Kulturbeflissenheit die drängenden politischen Fragen der Zeit. In beeindruckender Weise setzte die Leipziger Buchmesse ein Zeichen in der Flüchtlingsdebatte. Und nicht nur das: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sagt klipp und klar und schwarz auf weiß (pardon: weiß auf schwarz): Freiheit ist ein Menschenrecht und Pressefreiheit unerlässlich für das Zusammenleben von Menschen in Freiheit. Dieser Schnappschuss zeigt im Hintergrund gleich einen der Adressaten dieser Botschaft. Ungarn – ein Land, in dem unter Ministerpräsident Orbán Aktivist*innen der Zivilgesellschaft und soziale wie sexuelle Minderheiten systematisch kriminalisiert werden. Hier heißt es: Position beziehen, Wort für Wort.


Vince Ebert vergnügt sich am Rowohlt-Stand

Mit Wortwitz und Komik begeistert der Wissenschaftskabarettist sein Publikum – auch in Leipzig. Sein neues Buch «Unberechenbar» räumt mit dem modernen Mythos auf, alles sei plan- und berechenbar und jeder seines eigenen Glückes Schmied. Wer dieses scharfsinnige, charmante und lustige Buch gelesen hat, weiß, wie viel in unserem Leben dem Zufall geschuldet ist, egal was die «Tschakka-du-schaffst-das-Typen» uns weismachen wollen. 


Leipzig 2016 mit Besucherrekord

260.000 Besucher*innen – das sind noch einmal fast zehntausend mehr als im Vorjahr. Mehr als 2200 Aussteller, Hunderte von Lesungen, Diskussionen und Präsentationen im Rahmen von «Leipzig liest», dazu spannende Gespräche und Kontakte bei der Bloggerkonferenz im CCL und spektakuläre Bilder bei der Manga-Comic-Con, wo Cosplayer in den herrlichsten, abgefahrensten Kostümen zu bewundern waren: Kein Wunder, dass die Buchmesse zu einem Anziehungspunkt für die ganze Familie geworden ist.


In die Tüte gesprochen

Zu den augenfälligsten Buchmessenphänomenen zählt die Flut von Papier-, Plastik- und Jutetüten, die Menschen (auch und gerade Kinder!) hier mit sich herumschleppen. Es gibt aber auch jede Menge mitzunehmen: bunte Prospekte, Leseexemplare,  Leseproben, Gimmicks, Süßkram, Marketing-Schnickschnack. Die Ariadne-Kolleg*innen, die es immer wieder mit herausragenden Spannungsromanen auf die ZEIT-Krimibestenliste schaffen, sagen mit ihren schicken Stoffbeuteln unmissverständlich, was im Zweifelsfall zu tun ist. Da mag sich Lesen noch so schön auf Besen reimen … 


Hello and goodbye!

Schön war's in Leipzig. Danke für alles – wir kommen 2017 wieder, ganz sicher. Und freuen uns jetzt schon darauf.

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