11.10.2016   von rowohlt

«Man sagt nicht ‹bitte› bei Revolutionen»

«Margarete Stokowskis Texte sind bitterböse und lustig, persönlich und polemisch» (Süddeutsche Zeitung)

«Der Feminismus erklärt mir nicht, warum der Bus nicht auf mich wartet. Aber er erklärt mir, warum ich mich für mein Zuspätkommen entschuldigen werde, auch wenn ich nicht schuld war, sondern der Bus zu früh gefahren ist. Er erklärt mir, warum viele der Frauen, die ich kenne, sich auch noch entschuldigen würden, wenn sie von einem Meteoriten getroffen werden.» Die Autorin und Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski schreibt in ihrem Buch über «die kleinen schmutzigen Dinge» und über die großen Machtfragen – und wie beides zusammenhängt. «Untenrum frei» ist weder Autobiografie noch feministisches Manifest. Und doch ist es das wohl klarsichtigste, scharfzüngigste und radikalste feministische Buch der Stunde.


Die Zeit: «Der neue Feminismus hat hier einen coolen Auftritt: witzig und böse.»


Falter: «Margarete Stokowski hat ein fesselnden Buch über ihre Erfahrungen als Frau geschrieben ... Sie entkräftet die gängigsten Mythen über Feminismus auf unaufgeregte und humorvolle Art. Wer gegen geschlechtersensible Sprache argumentiere, weil diese unästhetisch sei, solle sich konsequenterweise auch weigern, Menschen mit dem Namen Horst anzusprechen,ätzt sie.»


Die Welt: «‹Untenrum frei› zeigt: Der Feminismus ist eine Erfolgsgeschichte.»


Zeit Online: «‹Untenrum frei» ist für den deutschen Sprachraum ein unendlich wichtiges Buch. Bisweilen hat man beim Lesen das Gefühl, es würden sich neue Synapsen im Gehirn ausbilden, die einen veränderten Blick auf die Welt eröffnen – gerade weil die Lektüre keine einfachen Antworten, keine dogmatischen Aussagen bietet.»

Über «Sex und Macht und das ganze Drumherum»


Margarete Stokowski erzählt in ihrem Buch eine Geschichte. «Dabei werde ich mein eigenes Versuchskaninchen sein. Denn ich glaube, dass Sex und Macht so grundlegende Themen sind, dass wir viel über sie erfahren können, wenn wir unser eigenes Leben betrachten. Ich werde Dinge erlebt haben, und ich werde mir Dinge ausgedacht haben, und es ist schwer zu sagen, was davon persönlicher ist». 


«Untenrum frei», das sind sieben Kapitel, in sich geschlossene Essays, die hintereinandergereiht eine Geschichte ergeben: Kindheitsmuster, Schönheit, Arbeit am Körper, Sex (guter und nicht so guter), sexualisierte Gewalt, Feminismus und Anarchismus (Weltherrschaft? keine Option!), Sprache, Sex und Liebe. «Wir müssten das alles nicht ‹Feminismus› nennen. Wir könnten auch sagen, es geht eben irgendwie um Sex und Macht und das ganze Drumherum.»


Hier einige Thesen & Themen aus Margarete Stokowskis Buch:

«Feministische Weltherrschaft ist keine Option»


«Wir können untenrum nicht frei sein, wenn wir obenrum nicht frei sind. Und andersrum. Das ist die zentrale These dieses Buches. (…) Es geht darum, wie die Freiheit im Kleinen mit der Freiheit im Großen zusammenhängt, und am Ende wird sich zeigen: Es ist dieselbe. Und es geht darum, dass Freiheit für eine kleine, unter sich gleichberechtigte Avantgarde nichts wert ist, wenn es die Freiheit einiger weniger ist, die an Deck Gin Tonic trinken, während die Massen im Maschinenraum schuften.»


«Für mich bedeutet Feminismus, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Sexualität und ihrem Körper dieselben Rechte und Freiheiten haben sollen.»


«Wir sind … scheinbar von unglaublich viel Sex umgeben, von Nacktheit und Brüsten und Pornos und Plakaten mit Sexspielzeug: Aber das ist kein Sex. Es ist ein diffuses Versprechen einer Möglichkeit, die mit tatsächlichem Sex nur sehr wenig gemeinsam hat.»


«Wut ist eines der wichtigsten Gefühle, die man Mädchen heute beibringen muss zu behalten … Beides, Wut und Gelassenheit, sind Fähigkeiten, die man braucht, wenn man aktiv über sein Leben bestimmen will.»


«Vielleicht kommt die Wut, die ich heute auf Frauenzeitschriften und vermeintliche Sexratgeber habe, auch daher, dass ich für solches Zeug bis zu meinem 18. Lebensjahr so viel von meinem Taschengeld ausgegeben habe. Es wäre wahrscheinlich besser und sogar gesünder gewesen, das komplette Geld für Drogen auszugeben.»


«Feministische Weltherrschaft ist keine Option. Erstens, weil Weltherrschaft generell keine Option ist, und zweitens: weil es um die Abschaffung von Herrschaft geht und nicht um ihre Umkehr. Um Weltherrschaft geht es trotzdem, aber anders.»


«Feministische Politik konzentriert sich zumeist auf Frauen, aber wir werden mit der Sache nicht fertig, wenn Männer nicht mitmachen … Angeblich denken Männer alle sieben Sekunden an Sex, aber das lässt die Frage aufkommen, wie sie es je geschafft haben, die Relativitätstheorie aufzustellen, die Buddenbrooks zu schreiben oder Schachweltmeister zu werden.» 

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