24.10.2016   von rowohlt

High Heels? Eher nicht!

Wie war sie für Sie, die Frankfurter Buchmesse? Catharina Junk berichtet

© Friedrun Reinhold
© Friedrun Reinhold

In ihrem Debütroman erzählt Catharina Junk die Geschichte einer jungen Frau, die sich nach einer Leukämie-Erkrankung ins Leben zurückkämpft – und in die Liebe. «Auf Null» ist ein bewegender, lebenskluger und hinreißend komischer Roman. «Dieses Buch hat mich umgehauen. Catharina Junks Story geht ans Herz und ist trotzdem richtig komisch.» (David Safier) Natürlich ist Catharina Junk auch zur Frankfurter Buchmesse gefahren. Was sie dort erlebt hat, hat sie uns im Gespräch erzählt.

Das Interview

Wie ist es für Sie als Debütautorin auf der Buchmesse: erschlagen vom Messetrubel – oder beglückt erstmalig als Autorin dabei zu sein?
Für mich ist es in jeder Hinsicht das erste Mal auf der Buchmesse. Ich war zuvor noch nie hier und freue mich über die Gelegenheit, mich hier umsehen zu können. Außerdem ist es natürlich toll, meinen eigenen Roman hier zwischen all den anderen Büchern präsentiert zu sehen. 


Bleibt Ihnen vor lauter Terminen überhaupt Zeit, sich ein paar Stündchen durch die Bücherhallen treiben zu lassen?
Ja, zum Glück. Ich habe sehr viele Bücher gesehen, die mich interessieren. Nun nehme ich eine lange Liste und eine volle Büchertasche mit nach Hause. Im Hotelzimmer habe ich schon mit «Untenrum frei» von Margarete Stokowski begonnen. Ein sehr gutes Buch, das mir aus dem Herzen spricht.


Eine der zentralen Fragen vor jeder Buchmesse lautet: Was ziehe ich an: lässig oder Businessklamotte? High Heels und/oder Turnschuhe? Mit wie vielen Optionen haben Sie sich auf den Weg nach Frankfurt gemacht? 
Ich habe ohnehin eine minimalistische Garderobe und somit das mitgenommen, was ich eh immer anziehe. Wenn ich aus Versehen mal unbequeme Schuhe kaufe, dann sehe ich zu, dass ich sie schnell wieder loswerde. So gesehen konnte nichts schiefgehen.


Wenn Sie – freie Auswahl! – einen Ihrer Schriftstellerkolleginnen oder -kollegen zum Essen treffen könnten, nur Sie und sie (oder er) – wer wäre das?
Ich bräuchte den DeLorean mit Flux-Kompensator aus «Zurück in die Zukunft» für eine Zeitreise, denn ich würde sehr gerne mit Jane Austen, Thomas Bernhard und Vladimir Nabokov zusammen essen. Allerdings hätte ich für diesen Anlass wohl tatsächlich nicht die richtige Kleidung dabei.


Immer wieder hörte man in den vergangenen Jahren von erstaunlichen Begegnungen auf den Rolltreppen in Halle 4 und 5. Helmut Kohl! Harald Schmidt! Woody Allen! Iris Berben! Thomas Müller! Haben Sie bereits irgendwelche 1a-Promis gesichtet?
Nein, irgendwie nicht. Aber ich halte auch nicht danach Ausschau, deswegen kann es sein, dass ich schlichtweg nicht mitbekommen habe, dass Heidi Klum vielleicht in der Pommes-Schlange hinter mir stand.


Linksrum oder rechtsrum, wie komme ich am besten zu Halle 5? Anders gefragt: Wie gut ist Ihr Orientierungsvermögen, um auf dem riesigen Gelände die gelaufenen Kilometer einigermaßen zu begrenzen?
Ich bin zu ungeduldig für Pläne, deswegen laufe ich eher einfach drauf los und gucke mir dann das an, wo ich zufällig lande. Ich vertraue darauf, dass ich genug zu sehen bekomme und wenn es mir nicht reicht, gehe ich halt noch ein bisschen weiter. Das einzige, was ich gezielt gesucht und selbstredend nicht sofort gefunden habe, war die Ehrengast-Halle für die Niederlande und Flandern.


Der Mensch lebt bekanntlich nicht nur von Luft, Liebe und Romanen. Mittags braucht man etwas zur Stärkung. Kleiner Tipp von Ihnen: Welcher Verlag hat die besten Schnittchen?
Gibt es belegte Brote? Ich habe keine gesehen. Mir ist nur aufgefallen, dass überall Süßigkeiten rumstehen.

Stimmt es, dass Sie und David Safier so was wie eine «Bremen-Connection» sind? Woher kennen Sie sich?
Ja, David und ich haben uns vor zwanzig Jahren kennen gelernt, als wir beide noch für Radio Bremen arbeiteten. Seitdem sind wir einander freundschaftlich verbunden und unsere Telefonate in der Mittagspause (David joggt, ich sitze) sind schon so etwas wie eine schöne Tradition. Nächstes Jahr kommt übrigens sein Roman «Happy Family» als Animationsfilm in die Kinos. David und ich haben dafür gemeinsam das Drehbuch geschrieben und Oliver Kurth, der als Illustrator für Davids neuen Roman «Traumprinz» die tollen Zeichnungen angefertigt hat, war einer der Charakter-Designer des Films. Wir waren sogar alle zusammen in Transsilvanien, um dort für den Film zu recherchieren. David war auch derjenige, der mit den entscheidenden Schubs zu «Auf Null» gegeben hat. Er sagte: «Jetzt schreib endlich deinen Roman.» Und dann dachte ich: Stimmt eigentlich.

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