25.07.2016   von rowohlt

«Erzähl mir noch mehr», sagte Sophiechen. «Bitte!»

Roald Dahls «Sophiechen und der Riese» – jetzt verfilmt von Steven Spielberg: «BFG. Big Friendly Giant»

© 2016 by Storyteller Distribution Co, LLC
© 2016 by Storyteller Distribution Co, LLC

 «Sophiechen und der Riese» zählt zu den berühmtesten Büchern des großen Roald Dahl. Anders als seine wilden Mitbewohner im Riesenland steht der Riese GuRieauf der Seite des Guten: Er pustet den Menschenkindern mit einer langen, dünnen Trompete schöne Träume ins Schlafzimmer. Als ihn eines Nachts Sophiechen dabei entdeckt, nimmt er das kleine Mädchen kurzerhand mit ins Riesenland. Ein Ort zum Fürchten, ein Ort für mutige Kinder wie das Waisenhausmädchen Sophie … Steven Spielbergs aufwändige Dahl-Verfilmung ist unter dem Titel/Namen «BFG» im Juli 2016 in die Kinos gekommen – verspielt und herrlich gruselig.

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Der Autor: Roald Dahl. Geboren am 13. September 1916 als Sohn norwegischer Migranten in Llandaff bei Cardiff in Wales. Kaufmännische Lehre bei der Shell Oil Company in London, die ihn 1936 nach Tanganjika schickte. Im Zweiten Weltkrieg Pilot der Royal Air Force. Nach einer schweren Verwundung bis Kriegsende stellvertretender Luftwaffenattaché an der britischen Botschaft in Washington. Als Drehbuchautor, Publizist und freier Schriftsteller lebte der wohl bekannteste Kinderbuchautor der Welt abwechselnd in den USA und England. Zu seinen wichtigsten Werken zählen auch «Matilda», «Charlie und die Schokoladenfabrik» und «James und der Riesenpfirsich». Roald Dahl starb am 21. November 1990 in der Nähe von London.


Das Buch: «Sophiechen und der Riese». GuRies Kollegen, die Riesen im Riesenland, sind zum Fürchten. Schon ihre Namen: Fleischfetzenfresser, Knochenknacker, Mädchenmanscher, Kinderkauer! Aber nicht nur sie sind zum Fürchten, auch die Menschen tun merkwürdige Dinge; sie haben zum Beispiel kein Problem damit, andere «Leberwesen» zu verspeisen. Weil der freundliche GuRie – dieses sehr große, sehr schwarze und sehr dünne Etwas –  natürlich keine Kinder isst, sondern tapfer vegetarisch lebt, sieht sein Ernährungsplan auch wenig lecker klingende Sachen wie Kotzgurken vor. Das kleine mutige Mädchen und der riesenhafte Kerl – zwei Einsame, die sich nicht gesucht, aber gefunden haben – bekommen in ihrem Kampf gegen die rohen Sitten im Riesenland Hilfe von höchster Stelle: von der Queen …
Wie immer bei Roald Dahl kommt das Lustige mit einem Schuss Grusel oder Traurigkeit daher. Die Geschichte von dem gutmütigen, einsamen Riesen mit den Flattersegelohren und Sophiechen, dem Mädchen aus dem Waisenhaus, hat Dahl seiner Tochter Olivia gewidmet; sie verstarb im Alter von sieben Jahren an Masern. «Sophiechen/BFG» – ein Buch voller Wortwitz, gespickt mit phänomenal komischen Einfällen. «Eine spannende Geschichte, die zu lesen eine solche Wonne ist, dass man ununterbrochen juchzen möchte.» (Susanne Kippenberger)


Der Übersetzer: Adam Quidam. Hinter diesem Namen (der so klingt, als habe Dahl höchstpersönlich ihn sich ausgedacht) versteckt sich der ehemalige Rowohlt-Lektor Hermann Gieselbusch. Susanne Kippenberger rühmt im Tagesspiegel seine Übersetzungsleistung als «großartiges Sprachkunstwerk»: «Man kann sich gar nicht sattlesen an seinen Kreationen, lässt sie sich auf der Zunge zergehen und schlabbert noch mal nach. (…) Und wie Gieselbusch-Quidam die Redeweise des GuRie hingekriegt hat, die allen Regeln des Deutschunterrichts widerspricht! ‹Bist du auf die Plätze?›, würde der GuRie fragen. ‹Ja, fertig, los!› würde Sophiechen sagen: Also: Leute lest! Lest Roald Dahl!» 


Der Illustrator: Quentin Blake. Freund und Hausillustrator von Roald Dahl. Nach dem Studium der Englischen Literatur ging er an der Chelsea School Art und dem Royal College of Art seinen Weg in Richtung Kunst weiter. Als humorvoller Fantasy- und Kinderbuch-Illustrator mit unverwechselbarer Handschrift (für Werke u.a. von Roald Dahl, John Yeoman, Sylvia Plath und David Walliams) wurde er weltberühmt.


Der Regisseur: Steven Spielberg. Mit Filmen wie «Der weiße Hai» (1975), E.T. (1982) und «Schindlers Liste» (1993) wurde der 1946 in Cincinnatti, Ohio, geborene Spielberg zum kommerziell erfolgreichsten Regisseur und  Produzenten der Filmgeschichte. Sieben Kinder (davon zwei adoptierte), außerdem zwei Patenkinder mit berühmten Namen: Drew Barrymore und Gwyneth Paltrow.


Der Film: «BFG. Big Friendly Giant». Was Spielberg an Dahl reizt: «Wir alle wissen, dass die reale Welt voller Schrecken und Gewalt ist und oft die Bösen siegen. Deshalb mag ich Filme mit Protagonisten, nach denen sich niemand umdreht, die aber über sich hinauswachsen und heldenhafte Taten vollbringen, um andere zu retten. Dahls Kinderbücher haben ein ähnliches Handlungsmuster. Sophie ist keine Amazone mit Superheldenqualitäten, sondern ein zartes Mädchen mit Brille, aber es ist ihre List, die unzählige Kinder davor bewahrt, in den Mägen von Riesen zu enden … Dahl muss sich ein kindliches Herz bewahrt haben, denn mit einem versteinerten Herzen kann man keine Geschichten erfinden, die Kinder anrühren.»  

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