18.07.2016   von rowohlt

Donald – und wie er die Welt sieht

Das Buch zur US-Präsidentschaftswahl im November 2016

© iStockphoto.com
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«Ich will nicht Präsident werden. Ich bin mir hundertprozentig sicher …» Für diese Gewissheit würden Millionen und Abermillionen Menschen in aller Welt viel geben. Auch wohl Geld. Aber in Geldsachen sollte man mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten gar nicht erst zu konkurrieren versuchen. Wer ist Donald Trump – und was will er? Werbe- und Witzfigur, Baulöwe und Multimilliardär, Blender und Scharlatan – ein skrupelloser Populist, der an die niedersten Instinkte des Mobs appelliert? Manchmal sorgen Selbstauskünfte von Politikern durchaus für Klarheit.


Für Robert Kagan, Vordenker der US-amerikanischen «Neocons», steht Trump für nichts anderes als die «Herrschaft des Mobs» (so der Titel seines SPIEGEL-Essays). Kagan wird deutlich: «So kommt der Faschismus nach Amerika. Nicht in Marschstiefeln und mit militärischem Gruß ..., sondern in Gestalt eines TV-Promis, eines verlogenen Milliardärs, eines Egomanen wie aus dem Lehrbuch, der sich gängige Ressentiments und Unsicherheiten zunutze macht, und mit einer Partei, die sich ihm im ganzen Land angeschlossen hat – entweder von Ehrgeiz oder blinder Loyalität geleitet oder einfach nur aus Angst.»


Hier eine kleine Auswahl von Trumps rhetorischen Einlassungen. Damit keiner später sagt, man habe nicht wissen können, was da mit einem US-Präsidenten Donald Trump auf die Amerikaner und die Welt zukomme. Einer weiß zumindest jetzt schon, dass und wie er sich gegen Trump zu schützen hat – Boris «Brexit» Johnson, der von Premierministerin Theresa May überraschend zum Außenminsiter erwählte populistische Hardliner: «Der einzige Grund, warum ich manche Stadtteile von New York meiden würde, ist die reale Gefahr, Donald Trump zu begegnen.» 

Trump über Trump

Waschbären, Haare & Hände. «Was ist der Unterschied zwischen einem nassen Waschbär und Donalds Trumps Haaren? Ein nasser Waschbär hat keine sieben Milliarden verdammte Dollar auf seinem Konto. – Mein Haar ist vielleicht nicht perfekt, aber es ist meins. – Meine wahre Schönheit liegt daran, dass ich steinreich bin. – Meine Finger sind lang und wunderschön, genauso – und dafür gibt es zahlreiche Beweise – wie diverse andere meiner Körperteile. – Wissen Sie, es ist egal, was die Medien schreiben, solange man eine heiße junge Braut an seiner Seite hat.»


Quengeln, Quälen & Provozieren. «Wer weiß schon, was in den Tiefen meines Kopfes vor sich geht – Ich bin der Ernest Hemingway der 140 Zeichen. – Ich quengel, weil ich gewinnen will. Und ich bin nicht glücklich, wenn ich nicht gewinne. Ich bin ein Quengler, also quengel und quengel ich, bis ich gewonnen habe. –Ich könnte in der Mitte der 5th Avenue stehen und jemanden erschießen, und ich würde keine Stimmen verlieren. – Sorry, ihr Loser und Hater, mein IQ ist einfach einer der höchsten, und das wisst ihr auch! Bitte fühlt euch nicht so dumm und unsicher, ihr könnt ja nichts dafür. – Ich würde zum Beispiel Texas nicht vorschreiben wollen, ob Frauen Menschen sind. – Ich liebe Kinder. Also, nicht dass ich mich irgendwie um sie kümmern würde. Ich besorge den Unterhalt, und sie kümmert sich um die Kinder.»


Schwarze, Juden & Mexikaner. «Eine Person, die weniger rassistisch ist als ich, haben Sie noch nicht getroffen. – Ich hab Schwarze, die mein Geld zählen … Das hasse ich. Die Einzigen, die mein Geld zählen sollten, sind kleine Männer, die den ganzen Tag ihre Kippa tragen. – Ich werde eine riesige Mauer bauen – niemand kann das besser als ich, glaubt mir –, und ich baue sie sehr günstig. Ich baue eine große, große Mauer an unserer südlichen Grenze, und Mexiko wird dafür bezahlen. Merkt euch meine Worte! –  Wenn uns Mexiko seine Leute schickt, dann schicken sie nicht die besten. Sie schicken Menschen mit Problemen. Sie bringen Drogen, sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger.

Trump über Gott und die Welt

Politik, Gewalt & Folter. «Ich hab Geschäfte mit Gaddafi gemacht … Ich will nicht das Wort ‹bescheißen› benutzen. Aber ich hab ihn beschissen. So sollten wir es machen. – 26.000 nicht angezeigte sexuelle Übergriffe im Militär, nur 238 Verurteilungen. Was haben diese Genies denn erwartet, wenn sie Männer und Frauen zusammenstecken? – Folter funktioniert, okay, Leute? Glaubt mir, es funktioniert. Waterboarding ist nur der Anfang … Ich finde es total in Ordnung. Aber wir sollten noch viel härter werden als Waterboarding, wenn es nach mir geht.


IS, Terror & Krieg. «Ich bin das Schlimmste, was dem IS jemals passiert ist. – Das andere Ding mit Terroristen ist, dass wir ihre Familien ausschalten sollten. Wenn man an die Terroristen herankommt, muss man die Familien umbringen … Wenn sie sagen, ihr eigenes Leben ist ihnen egal, musst du ihre Familien töten.»


Klimaerwärmung, Höflichkeitsgesten & andere Zumutungen. «Es ist eiskalt und schneit in New York – wir brauchen die globale Klimaerwärmung. – Die Idee der Klimaerwärmung wurde von und für die Chinesen erfunden, um die US-Produktion wettbewerbsunfähig zu machen. – Ich hab nichts gegen eine kleine Verbeugung. In Japan verbeugen sie sich, das liebe ich. es ist das Einzige, was ich an Japan liebe. – Wir haben bei den Ungebildeten gewonnen. Ich liebe ungebildete Menschen. –Wenn Hillary noch nicht mal ihren Ehemann befriedigen kann, wie kommt sie dann darauf, Amerika befriedigen zu können?»

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