13.04.2017   von rowohlt

Die Abgründe des Bösen

«Ein literarischer Wellnesspark für Hardcore-Thrillerleser … Muss man lesen.» (Die Welt)

© Nach dem Originalumschlag von Viking, UK (Gestaltung: Superfantastic, London)
© Nach dem Originalumschlag von Viking, UK (Gestaltung: Superfantastic, London)

Er ist über achtzig: ein Mann mit Vergangenheit. Sie ist über achtzig: ein ideales Opfer. Eigentlich ist klar, wie die Sache ausgehen wird … Das ist die Kurzfassung der atemberaubenden Geschichte, die Nicholas Searle in seinem von der Kritik gefeierten Roman erzählt. Roy und Betty haben sich über ein Datingportal im Internet kennengelernt. Bald wohnen sie in ihrem schönen Haus vor den Toren Londons zusammen. Roy geht es nicht um Betty, nur um ihr Vermögen. Nach wenigen Monaten mehr oder weniger trauter Zweisamkeit beginnt er, seinen perfiden Plan umzusetzen, kaltblütig und skrupellos. Doch Roy hat seine Rechnung ohne Betty gemacht …
«Ein großartiger Roman über Verbrechen und Strafe.» (RBB Kulturradio) 

Über Nicholas Searles Roman «Das alte Böse»


Daily Express: «Ein unglaublich düsterer, straffer Thriller … Als ob Ruth Rendell mit John Le Carré verschmelzen würde.»
The Independent: «Hinterhältig erzählt das Buch die Geschichte einer viel größeren, verstörenderen und vielschichtigeren Täuschung, als man anfangs denkt.»
Die Welt: «Kann man Kriminalroman nennen, Agentenliteratur im erweiterten Sinne, Thriller auch. Greift alles zu kurz. Ist alles und Betrugsgeschichte und Zeitpanorama dazu. Muss man lesen.»
WAZ: «Ein unglaublich fesselnder Krimi über die Abgründe des Bösen, mit einem überraschenden Ende.»

«Wir ziehen das durch. Bis zum bitteren Ende …»


Eigentlich war das Leben immer gut zu ihm, findet Roy Courtnay. «Kismet, Fügung, Vorsehung, Zufall, wie man es auch nennen will.» Und jetzt findet er unter all den in Frage kommenden Kandidatinnen auch noch exakt die Frau, nach der er gesucht hat: apart und liebenswert, aber genauso naiv (und vermögend!), wie er sie für seine rabiaten Pläne braucht. Wie praktisch, dass es Datingportale gibt! Hier kann man schon mal in aller Ruhe vorsortieren kann, wer als Opfer in Frage kommt und wer nicht. Damit es erst gar nicht zu «grauenhaften Rendezvous in gesichtslosen Ketten-Pubs im Speckgürtel von London mit trutschigen alten Witwen» kommt … 


Dass Roy nicht Roy ist, merkt man als Leser schnell. Er ist ein Meister der Tarnung und Täuschung, lebenslang geübt in allen Techniken, andere aufs Kreuz zu legen. Einsame ältere Damen finden, sie um ihr Vermögen bringen und wieder verschwinden – das ist sein Geschäftsmodell. Er versteht es virtuos, sich in einem Gespinst aus Lug und Trug zu bewegen. Was heißt schon Wahrheit? Es kommt nur darauf an, die richtigen Geschichten zu erzählen.  «Das ist nun mal mein Leben. Tricksen und täuschen. Das macht mich aus … Nein, wenn es so weit ist, sterbe ich im Sattel, während ich irgendeinen Gierschlund zu einer Dummheit überrede.»


Schicht für Schicht wird Roys kriminelle Biografie freigelegt, in Episoden aus den Jahren 1998, 1973, 1963, 1957, 1946, 1938. Ob schmutzige Deals im Rotlichtbezirk von Soho oder das Austricksen gutgläubiger Anleger: Wenn Roy in einem gut war, dann darin, sich auf Kosten anderer zu bereichern. Notfalls inszeniert er auch sein eigenes Ableben – der Geldzweck heiligt jedes Mittel. Wie damals, als er in London mit Hilfe seines Kumpels Vincent ein Firmenkonto kaperte und die gutgläubigen Anleger um zwei Millionen Pfund erleichterte. «Tot» wie er nun ist, nimmt er es in Kauf, sich für einen längeren Zeitraum von London fernzuhalten, bis Gras über die Sache gewachsen ist.

«Schuld. Ein kompliziertes Gefühl. Nein …»


Ja, Roy Courtnay ist nicht Roy. Aber ist Betty Betty? Ist sie wirklich das naive Opfer, die Unschuld vom Lande, die zu sein sie vorgibt? Was findet eine kultivierte Frau wie sie bloß an einem Typen wie Roy? Ein misogyner Misanthrop mit miserablen Manieren, ein herrischer Besserwisser, der auf seine Mitmenschen mit Verachtung herabschaut. Dass sie den Widerling in ihrem Haus aufgenommen hat, wird seine Gründe haben – das hofft man als Leser zumindest inständig (und man wird nicht enttäuscht, so viel sei verraten).


Wenn wir schon dabei sind zu fragen, wer hier wer ist: Wie steht es eigentlich um den Autor selbst, um Nicholas Searle? «Searle oder wie-immer-er-heißt war Mitarbeiter erst des britischen, dann des neuseeländischen Geheimdienstes. Vorher hatte er Sprachen studiert in Bath und Göttingen, vier Jahre als Lehrer gearbeitet», bevor er mit dem Schreiben begann.» (Elmar Krekeler, Die Welt)


Das, was auf den ersten Blick wie eine Gaunerkomödie unter Senioren daherkommt, entpuppt sich am Ende als eine bitterböse Geschichte, die bis auf ein perfides Verbrechen in der der Nazi-Zeit zurückgeht.  In Searles meisterhaft komponiertem Roman steuert alles auf ein Finale zu, das man so schnell nicht vergisst. «Die Auflösung ist ein Knaller.» (Daily Mail)

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