21.04.2016   von Britta Sabbag

Der Sommer mit Pippa - eine emotionale Geschichte, die ganz ohne Mr. Right auskommt

Britta Sabbag über ihren neuen Roman, besondere Freundschaften und verrückte Wellensittiche.

iStockphoto.com/Lisa Thornberg
iStockphoto.com/Lisa Thornberg

An Stellen, an denen sich zwei Buddy-Kerle einfach eine reinhauen und dann wieder vertragen, ist eine Frauenfreundschaft meist schon am Ende.

Wenn ich gefragt werde, wieso ich diesmal eine Freundinnengeschichte erzähle, antworte ich immer dasselbe: es ist an der Zeit!
Natürlich mag ich Liebesgeschichten und auch den Gedanken, dass die Liebe Menschen rettet. Aber kann eine Freundschaft das nicht auch?
Über eine Frauenfreundschaft zu schreiben, das hat mir Respekt eingeflößt. Denn Frauenfreundschaften sind unglaublich komplex. An Stellen, an denen sich zwei Buddy-Kerle einfach eine reinhauen und dann wieder vertragen, ist eine Frauenfreundschaft meist schon am Ende.
Wie also sollte ich an die besondere Freundschaft herangehen?
Ich überlegte mir, wie eine beste Freundin sein sollte.
Wie ich?
Nein.
Das Gegenteil von mir?
Wäre möglich.
Oder nicht?
Muss sie meine Ansichten teilen?
Nicht zwingend.
Was aber ist essentiell?
Und da kam ich ganz schnell darauf: sie muss mich verstehen können.

Eine gute Freundin macht nicht aus, dass sie immer alles exakt so sieht, wie ich.

Bei den beiden Hauptfiguren Sarah und Pippa ist es sogar so, dass sie nicht nur gegensätzlich sind, sondern auch fast nie einer Meinung. Es hat Spaß gemacht, die eine oder andere mit der jeweils gegensätzlichen Meinung in den Wahnsinn zu treiben. Und es war auch besonders lustig, wenn z.B. Pippa sich mit dem Pastor der Kirche anlegt, in der Sarah kurze Zeit später heiraten will.
Oft wird nach biografischen Elementen in meinen Büchern gefragt. Ich denke, ein bisschen von mir ist immer mit drin. Wer hat nicht schon mal einen Freund oder eine Freundin auf dem Weg verloren und denkt heute immer noch daran?  Oft lohnt es sich aber, für eine Freundschaft zu kämpfen, weil der andere mit seiner konträren Meinung auch eine Bereicherung darstellt.
Allerdings existiert die Geschichte von Sarah und Pippa nur in meinem Kopf. Aber eins darf ich verraten: den verrückten Wellensittich Igor, der alles „anvögelt“, was silber ist, den gab es wirklich. Er war der Vogel meiner guten Freundin Charli, die ihn bis heute vermisst (das Gevögele allerdings weniger, sie musste ihre ganze Wohnung „entsilbern“).


Letztens traf ich eine alte Kindergartenfreundin wieder, die ich seit über 30 Jahren kenne, aber lange nicht mehr gesehen hatte.
„Du lachst wie früher“, waren ihre ersten Worte. Und beim anschließenden Kaffee stibitzte sie mir meinen Keks. „Das hast du früher schon mit den Poesiebildchen gemacht!“, rief ich, während sie wild mit dem Kopf schüttelte. „Nein, das warst doch du!"

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