05.11.2015   von rowohlt

«Mein Jahr als Mörder» – Lesung von Friedrich Christian Delius

Das Aktive Museum und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand laden im Rahmenprogramm der Sonderausstellung «VERFAHREN. ‹Wiedergutmachung› im geteilten Berlin» herzlich ein.

Freidrich Christian Delius (C) Jürgen Bauer
Freidrich Christian Delius (C) Jürgen Bauer

«Mein Jahr als Mörder». Lesung von Friedrich Christian Delius
Donnerstag, 5. November 2015, 19 Uhr
Gedenkstätte Deutscher Widerstand,
Stauffenbergstraße 13-14, 10785 Berlin, Zweite Etage, Saal B
Eintritt frei


Die Handlung des Romans «Mein Jahr als Mörder» von F.C. Delius, erschienen in der rororo-Werkausgabe beginnt im Jahr 1968. Als der Ich-Erzähler, ein Student in West-Berlin, aus den Nachrichten erfährt, dass Hans-Joachim Rehse, einst Richter am nationalsozialistischen Volksgerichtshof unter Freisler, freigesprochen wurde, beschließt er spontan, diesen Mann zu ermorden. Georg Groscurth war zusammen mit Robert Havemann führender Kopf der Widerstandsgruppe «Europäische Union». Ende 1943 wurde er verhaftet, von Rehse zum Tode verurteilt und im Mai 1944 in Brandenburg-Görden hingerichtet.


Für seinen Roman führte Delius, der 2011 den Georg-Büchner-Preis erhielt, umfangreiche Recherchen durch, befragte Familienangehörige und Freunde von Georg Groscurth und studierte überlieferte Akten, um den Mordplan seines Ich-Erzählers zu begründen. All dies ist auch Gegenstand des Romans, der somit zugleich zum Zeitdokument wird, nicht nur über 1968, sondern auch über den Widerstand in den Jahren 1933 bis 1945, über die Ignoranz gegenüber den Opfern der NS-Verfolgung nach 1945 und die ungesühnten Verbrechen der Täter im Nachkriegsdeutschland.


Die Geschichte von Groscurths Witwe wird in der Ausstellung «VERFAHREN. ‹Wiedergutmachung› im geteilten Berlin» dokumentiert.


Die Veranstalter Dr. Christine Fischer-Defoy (Vorsitzende des Aktiven Museums e.V.) sowie Prof. Dr. Johannes Tuchel (Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand) und wir freuen uns über eine rege Teilnahme.

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