09.08.2017   von rowohlt

Das Leben, die Liebe und andere dunkle Geheimnisse

Irische Kulisse, starke Figuren, spannender Plot: Graham Nortons Debütroman ist eine Entdeckung!

© iStockphoto.com
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Stimmt – Sergeant PJ Collins ist nicht dick, er ist fett. PJ gerät schnell ins Schwitzen und noch schneller aus der Puste, er hat in dem verschlafenen Kaff Duneen aber zum Glück auch nicht viel zu tun.  Das ändert sich, als bei Schachtarbeiten menschliche Überreste gefunden werden. Im Dorf ahnen alle gleich, wessen Knochen das sein müssen: Tommy Burke, verschwunden vor zwanzig Jahren, genau an dem Tag, an dem sich seine Verlobte und seine Geliebte auf dem Marktplatz prügelten. PJ geht daran, die Frauen zu befragen – beide immer noch unglücklich und ungeliebt. Und begeht dabei einige schwer verzeihliche Fehler. Der aus Cork angereiste Detective Superintendant hält den Dorfsheriff sowieso für eine Niete. Doch er irrt sich.

Die Protagonisten. Der Fall.


PJ, der irische Dorfpolizist. Ob übergewichtig, vollschlank oder fett: Sergeant Collins ist keiner, den schnelle Kriminelle fürchten müssen. Zumindest nicht, wenn er sie zu Fuß verfolgen muss. Sagen wir es so: Der Sergeant ist ein Mann, «dem schon beim Gang zur Kommunion der Schweiß ausbrach». Mit vollem Namen heißt er Patrick James Collins: Patrick nach seinem Großvater mütterlicherseits, James nach dem Schauspieler James Garner. Aber in Duneen nennen ihn alle PJ. Früher, in Limerick, wo seine Eltern einen kleinen Laden führten, wurde er ständig gehänselt. Und natürlich ist er so ledig, wie ein Mann nur ledig sein kann (auch wenn er ständig von der großen Liebe träumt). Trotz seines Leibesumfangs ist PJ ein guter, wenn auch arg unterbeschäftigter Polizist. Um sich auszuzeichnen und für höhere Aufgaben zu empfehlen, zum Beispiel in Cork, müsste einfach mehr passieren. Wie gut, dass es mit der Ruhe in seinem Dorf plötzlich vorbei ist …


Das Dorf Duneen in West Cork. Dieser Flecken Erde at the end of nowhere hat wirklich nichts, was Touristen zum Verbleiben bewegen könnte. Duneen ist spektakulär unspektakulär. «Nichts hob das Dorf von irgendeinem anderen ab. Eingezwängt in ein sanftes grünes Tal, war die Straße von unregelmäßigen Reihen zwei- oder dreistöckiger Häuser gesäumt, die vor langer zeit in den Pastelltönen gestrichen worden waren, bei denen man gewöhnlich an Babykleidung denkt.» Selbstverständlich ist Duneen «dem Internet durch die Maschen geschlüpft», was speziell Menschen wie den Polizeikommissar XY aus Cork kaum glauben kann.


Spuren eines Verbrechens. Für die meisten Dorfbewohner ist klar, dass es sich bei dem Toten, von dem nur noch verwitterte Knochen gefunden wurden, um Tommy Burke handeln muss. Er verschwand damals genau an dem Tag, als sich seine Verlobte Brid Riordan und seine Geliebte Evelyn Ross eine handfeste Schlägerei lieferten. Zwar hält sich das Gerücht hartnäckig, Tommy sei abends in den Bus nach Cork gestiegen und danach nie mehr gesehen worden – aber weiß man's? 


Die Ross-Schwestern. In gewisser Weise zählen Abigail, Florence und Evelyn Ross zu den Attraktionen von Duneen. Bei aller Verschiedenheit sind sie alle drei tragisch umflorte Wesen. Sie leben – alle noch jünger als fünfzig, alle unverheiratet – auf Ard Carraig, dem seit ewigen Zeiten wohlhabendsten Bauernhof, den ihre Eltern Robert und Rosemary betrieben haben. «Doch die Zuflucht von Ard Carraig … war inzwischen zu einer Art Gefängnis für sie drei geworden.» Abigail, die Älteste, scheint es sich zur Lebensaufgabe gemacht zu haben, das Dreigestirn zusammenzuhalten und vor den Gefahren  der Außenwelt zu schützen. Florence hat studiert, um dann als Lehrerin in ihr Dorf zurückzukehren. Und Evelyn? Hat sich als junges Mädchen unsterblich in Tommy Burke verliebt. Jenen Mann, von dem es heißt, seine sterblichen Überreste seien bei Ausschachtarbeiten auf dem alten Grundstück der Burkes gefunden worden. Auch 23 Jahre nach seinem Verschwinden ist Evelyn sicher: «Tommy hatte nicht aufgehört, sie zu lieben.»


Brid Riordan. Ohne die eine oder andere Flasche Weißwein schafft Brid es selten, durch den Tag und die langen Abende zu kommen. Auch für sie war Tommy die Liebe ihres Lebens gewesen; anders als Evelyn konnte sie zumindest sagen, mit ihm verlobt gewesen zu sein.  Sie war nie da hübscheste Mädchen von Duneen gewesen, aber dank  ihrer Klugheit machte sie  ihren Weg. Als Tommy weg war, hatte sie bald geheiratet: Anthony, einen braven Mann, mit dem sie zwei Kinder hatte. «Er küsste sie gern, ließ seine Hände über ihre Brüste gleiten; er machte alles richtig, aber er war der falsche Mann. Er war nicht Tommy.»


Linus Dunne, die Amtshilfe aus Cork. «Der Detective Superintendant aus Cork trat die Kippe seiner dritten Camel Light des Morgens aus. PJ sah ihn an. Gott, was für ein widerlicher Arsch. Das zurückgegelte Haar, die lange Hakennase, dieser Anzug und das saubere, gebügelte Hemd. Und was für ein Mann trug Socken, die zur Krawatte passten?» Für den Mann aus Cork stellt sich der Fall als einigermaßen übersichtlich dar. Dieser aus dem Dorf verschwundene und nie mehr gesehene Knabe Tommy Burke musste einfach das Opfer sein. Oder der Mörder. Auch wenn Dunne von PJs Qualitäten als Polizist  nicht überzeugt ist (er nennt ihn insgeheim «Sergeant Sumo»), weiß er doch: Nur gemeinsam werden sie 


Kurz: die Jungs aus Cork helfen PJ Collins auch nicht weiter. Er muss selber Licht ins Dunkel bringen – vor allem, als auf dem verfallenen Hof der Burkes Überreste einer weiteren Leiche gefunden werden: die eines Babys. Immer mehr stellt sich die Frage, ob die Polizisten die einzigen im Dorf sind, die nicht wissen, was es mit den beiden Toten auf sich hat. «Hatten die guten Leute von Duneen ein Schweigekomplott geschlossen?» Was PJ  im Laufe der Ermittlungen sieht und erlebt, wird alles verändern. Seine Haltung zu Duneen. Sein Leben. Seine ganze Zukunft.

«What a jolly good read!»


«Charmant, klug geschrieben, eine reine Freude.» (The Guardian)


«Das Buch ist ein Schatz! Wunderbar – mit Charme, Humor und Gefühl. Ein Autor, der seine Figuren liebt.» (Manuela Ronning, Buchhandlung Lesezeichen, Werther)


«Wunderschön und wahnsinnig traurig.» (Daily Express)


«Endlich einmal wieder ein rundum gelungener Krimi, der ganz ohne Blutvergießen auskommt, dafür aber mit wunderbaren Charakteren punktet.» (Anja Wenck, Der Buchladen, Trittau)


«Ein großartiger Roman mit der tröstlichen Botschaft, dass man Liebe finden kann, selbst wenn alle äußeren Umstände dagegen sprechen.» (Evening Standard)


«Yes! Dieser Krimi fängt den Sound der irischen Insel wunderbar ein.» (Heidi Webster, Bücher Pustet, Straubing)


«Richtiges Kopfkino – man sieht die Häuser, die Dorfstraßen und die Kneipe, einfach ein spannendes Lesevergnügen.» (Martina Kraus, Ravensbuch, Ravensburg)

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