31.08.2017   von rowohlt

Damals, als Lady Di starb

«Ein furioser Roman über ein schlaues Mädchen, ein erzählerisches Feuerwerk voller Überraschungen.» (SR/Radio Bremen)

Vor 20 Jahren, im Spätsommer 1997, starb Diana, Princess of Wales – allseits bekannt als Lady Di – unter tragischen Umständen in Paris. Grund genug, heute an einen der klügsten, lustigsten und spannendsten Romane der letzten Jahre zu erinnern, in der die britischen Royals eine nicht unbeträchtliche Rolle spielen: «Prinz William, Maximilian Minsky und ich» von Holly-Jane Rahlens (ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis).  

All about Sue


Holly-Jane Rahlens kam Anfang der 1970er Jahre aus ihrer Heimatstadt New York nach Berlin. Weshalb sie sich mit der Geschichte um das amerikanisch-deutsch-jüdische Mädchen Nelly Sue Edelmeister und ihren Schwarm Max Minsky einen alten Kindheitstraum erfüllte – das hat sie im witzigen Vorwort zu «Max Minsky und ich» erzählt, dem Buch zum Film. 


Als Holly-Jane zwölf Jahre war, stieß sie in der Schulbibliothek auf das Buch «The House of Windsor». Das House of Horrors in Coney Island kannte sie, auch das House of Pancakes, aber eben kein House of Windsor. Das neugierige Kind recherchierte – «und entdeckte Charles Philip Arthur George Mountbatten Windsor, besser bekannt als Prinz Charles … Okay, er war kein Traumtyp. Er hatte Buddha-Ohren, ein seltsam schiefes, irgendwie albernes Gesicht, und seine Nase reichte von New York bis nach Missouri. Aber hey, er war ein echter Prinz.» 


Und die kleine Holly-Jane überlegte sich, wie es wohl wäre, einen echten Royal zu heiraten. Die Sache hat sich dann bekanntlich anders entwickelt. Sie heiratete nicht bei den Windsors ein (sondern in die Familie D.) und zog auch nicht nach London in den Buckingham Palace, sondern nach Berlin in den Charlottenburger Kiez.


Als Lady Di im Sommer 1997 in Paris starb und alle Welt «verrückt nach diesem gutaussehenden, nun mutterlosen, trauernden jungen Prinzen» war, kam endlich ihre alte Idee zum Zug. Und es entstand «Prinz William, Maximilian Minsky und ich». Noch einmal zehn Jahre später entstand daraus ein Film. Ob Buch oder Film – herausgekommen ist eine hinreißende Geschichte über die erste große Liebe, über Berlin und New York, über Deutsches, Amerikanisches und Jüdisches. 

Und darum geht's in Holly-Janes Roman …


Nelly Sue Edelmeister ist superschlau, superernsthaft und mit «einem Hirn von der Größe der Encyclopedia Britannica» unterwegs – worüber sie selbst nicht gerade glücklich ist: «Ich war eine Katastrophe.» Berufswunsch: Weltraumforscherin. Völlig unerwartet schneit ihr da ein völlig neues Problem ins Haus: Sie verliebt sich unsterblich – in einen leibhaftigen Prinzen, in Prinz William, Lady Dis Sohn. Das findet ihre Mutter gar nicht komisch. Statt königlicher Websites solle sich ihre Tochter lieber auf ihre Bat-Mizwa vorbereiten, die feierliche Aufnahme junger Erwachsener in die jüdische Gemeinschaft.


Für Nelly aber ist ein Crashkurs auf dem Basketball-Court wichtiger als das ernsthafte Studium der Thora, und das hat einen guten Grund. Dort läuft ein Junge namens Max Minsky herum, ein  arroganter Draufgänger – und ein begnadeter Basketballer. Nichts gegen einen Prinz William in London – aber ein Max Minsky in Berlin ist auch nicht zu verachten. Schließlich kann der ihr vermutlich helfen, einen Platz in der Basketballmannschaft ihrer Schule zu ergattern. Nur – wie kriegt sie einen Deal mit dem unsäglichen Typen hin?


Holly-Jane Rahlens: «‹Prinz William, Maximilian Minsky und ich› ist die Geschichte von Nellys Erwachsenwerden und ihrer Suche nach Identität, wie sie lernt, ihre Wurzeln anzunehmen, ihre Mutter zu schätzen, die Schwäche ihres Vaters zu akzeptieren, Freundschaften zu schließen und sich der Welt um sich herum zu öffnen. Es ist eine Welt, in der das klügste Mädchen in der Klasse auch das dümmste sein kann. Ein ‹enfant terrible› kann sich als Prince Charming herausstellen. Es ist eine Welt, in der wir unser Vertrauen in die Gesetze der Naturwissenschaft stecken, aber dennoch unsere religiösen Wurzeln achten können. Es ist eine Welt, in der eine Stadt wie Berlin mit seiner dunklen Vergangenheit auch ein Ort des Lichts werden kann.»

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