27.11.2018   von rowohlt

«Herrlich ist das. Alle da. Vier Generationen. Alle unter einem Dach!»

Das beste Weihnachten des Jahres – präsentiert von Christian Pokerbeats Huber, Autor des Bestsellers «7 Kilo in 3 Tagen»

© FinePic, München
© FinePic, München

Dieses Weihnachten wird alles anders – außer dass Bastian Geschenke immer noch einpackt wie ein Dreijähriger mit Gipsarmen. Heiligabend wird er nicht zu Hause sein, zum ersten Mal: Antrittsbesuch im Haus seiner neuen Freundin! Das muss er seiner Mutter jetzt irgendwie schonend beibringen, damit der Haussegen nicht schief hängt. Leider hält ihn der Vater seiner neuen Freundin Karina für einen Volltrottel. Wegen einer kleinen Ungeschicklichkeit vor dem heimischen Aldi-Süd-Markt, begangen an einem bildschönen jägergrünen Jaguar-Oldtimer ...


«Ich möchte Ihnen dieses Buch uneingeschränkt ans Herz legen. Und ans Hirn.» (Klaas Heufer-Umlauf)

Christian Pokerbeats Huber ist der Meister der pointierten Alltagsbeobachtungen und intelligenten Situationskomik. Sein Buch «7 Kilo in 3 Tagen» war wochenlang in der Spiegel-Bestseller-Liste. Mit dem Team von Jan Böhmermanns «Neo Magazin Royale» wurde er u. a. für die Goldene Kamera und den Deutschen Comedypreis nominiert und mit dem Webvideopreis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Unter dem Pseudonym «Pokerbeats» führt Huber einen der beliebtesten Twitter-Accounts Deutschlands.

«Ach, komm, guck nicht wie Özil!»


«Alle anderen können einpacken» knüpft da an, wo wir Bastian in «7 Kilo in 3 Tagen» verlassen haben: in den Tagen rund um das Fest der Feste. Was seitdem passiert ist? Beruflich wartet Bastian als Anfangdreißiger noch immer auf sein Go; als Grafiker in Teilzeit kann er finanziell keine großen Sprünge machen. Dass Fine, seine Ex, jetzt mit seinem großen Bruder Niklas zusammen ist, findet er mittlerweile schwer in Ordnung. Und das nicht nur, weil die beiden jetzt Eltern eines kleinen Jungen mit dem entzückenden Welpennamen Lenni sind – ein Kindchen «so süß wie in Zuckerwatte gepackter Sonnenschein».


Dass es mit der Paarung Bastian/Fine auf Dauer nichts geworden wäre, zeigt sich einmal mehr bei ihrem weihnachtlichen Wiedersehen. Nur ein Beispiel: Auf sanften Druck von Niklas willigt Bastian ein, Klein-Lenni im Kinderwagen eine Stunde um den Block zu fahren, um dem chronisch übermüdeten Elternpaar ein Mittagsschläfchen zu schenken. Zunächst wehrt sich Fine mit Händen und Füßen, weil sie ihrem Ex diesbezüglich nichts, aber auch gar nichts zutraut. Wie soll ihr Wonneproppen diese Hardcore-Herausforderung überleben, wenn einer wie der Hallodri Bastian sich um das Baby kümmert? Helikopter-Fine schüttelt die Bedenken nur so aus dem Ärmel:


«Lennards Körper muss sich erst an das Raumklima gewöhnen, bevor du den Kopf entblößt.» – «Nicht, dass er sich emotional von uns entfernt, Nick. Ich habe da kein gutes Gefühl.» – «Wie wäre denn der Streckenplan konkret? Du packst auf jeden Fall das Babyfon ein. Wenn ihr euch in einem Radius von maximal 70 Metern ums Haus bewegt, höre ich sofort, wenn es ein Problem geben sollte. Und du kannst auf Gegensprechfunktion schalten, wenn Lennard das Bedürfnis bekommen sollte, meine Stimme zu hören. Er ist ein sehr feinfühliger Bub.» (Der feinfühlige Bub hat übrigens den Ausflug in die Wildnis bestens überstanden …)

«Volltrottel! Schadensersatz! Haschischverkicherung!»


Ansonsten ist es bei den Kollingers
eigentlich wie immer vor Weihnachten: ein Kaffee hier, ein Likörchen da gegen den mörderischen Einkaufsstress. Aldi Süd wartet, ein bizarrer Einkaufsflashmob mit Plünderungsgier in den Augen. Brigitte, Bastians Mutter, zählt zur absoluten Avantgarde von «The Fast and the Furious», jener Spezies, die sich in Supermärkten niemals an Vorfahrtsgeboten, Reißverschlussverfahren oder anderen zivilisatorischen Mobilitätsregelungen orientieren würde. Wer diese Einkaufsschlacht heil übersteht, hat sich wirklich ein paar geruhsame Tage verdient!


«Offenbar ist für die nächsten Tage ein Atomkrieg angekündigt. Hunderte Menschen drücken sich, eine Mischung aus Panik und Überlebenstrieb in den Augen, durch die ohnehin schon zu schmalen Gänge des Kleinstadtsupermarktes. Jeder ist sich selbst der Nächste. Denn Vorräte müssen angelegt werden. Wasser, Konserven, Back-, Fleisch- und Wurstwaren, um die kommenden Wochen autark überleben zu können. Und Süßigkeiten dürfen natürlich nicht fehlen. Auch im Atomkrieg will schließlich niemand auf Elisenlebkuchen, Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaogehalt und Mandelsplitter verzichten.»


Der Atomkrieg fällt aus, Gottseidank ist nur Weihnachten, wie alle Jahre wieder. Dummerweise unterläuft Bastian (ausgerechnet ihm!) draußen auf dem Parkplatz ein folgenschwerer Fauxpas: Mehrere vollbeladene Einkaufswagen vor sich her schiebend, touchiert er auf dem Weg zu Mamas klapprigem Opel Corsa einen alten, jägergrünen Jaguar XJ6.


«‹Shit!› Wie Bärenkrallen hat sich das Gitter meines hinteren Einkaufswagens gut 30 Zentimeter lang tief in die Lackierung des Jaguar gekratzt. Drei scharfkantige Rillen durchziehen das Grün des liebevoll gepflegten Sammlerstücks. Das sieht nicht gut aus. Wäre das Fahrzeug ein Mensch, hätten wir es mit einer klaffenden Fleischwunde zu tun. Druckverband und 55 Stiche Minimum.»


Der Fahrer des edlen Gefährts ist ein Mann, der sich als unerbittlicher Richter einen Namen gemacht hat: Eberhard Luger, «Luger wie die Pistole». Das wäre an sich für Bastian kein Problem; blöderweise ist der beinharte Jurist aber im Nebenberuf auch der Vater seiner neuen Flamme Karina. Die hat Bastian letztes Jahr Weihnachten in der Heimat kennengelernt - und jetzt graut es ihm vor dem Antrittsbesuch am Heiligabend bei Lugers (und vor den Reparaturkosten des lädierten Autos, die seine finanziellen Reserven in den Minusbereich jagen werden). «Volltrottel! Schadensersatz! Haschischverkicherung!» ist das Erste, was er von seinem, so Gott will, Schwiegervater in spe zu hören bekommt. (Vielleicht hatte der auch in seine Wut etwas von «Haftpflichtversicherung» gestammelt, keine Ahnung).


Probleme türmen sich für Bastian aber nicht nur in Richtung Karina-Familie, auch bei seiner eigenen Sippe geht es drunter und drüber. Überraschend haben sich neben dem Niklas-Fine-Lenni-Glückskekstrio auch noch Opa Georg, 91, samt Lebensgefährtin Lisbet, 81, für die Weihnachtstage angekündigt. Also angekündigt nicht direkt: Sie sind einfach vorbeigekommen. Georg hat, wie Lisbet es liebevoll ausdrückt, immer häufiger seine «Momente»: Aussetzer mit Folgen. Ein Glück, dass es Erik gibt, der es als Flüchtling auf verschlungenen Wegen von Ghana nach Deutschland geschafft hat. Sein Job als Chauffeur und Trouble-Shooter bei den beiden ist ihm eine Herzensangelegenheit – ohne Erik wäre bei Georg und Lisbet Land unter.


Wunderbar, dass es gerade eine von Opa Georgs ernsteren Unpässlichkeiten ist, die schließlich zum weihnachtlichen Happy End für die Kollingers und Lugers führen wird …

Alle anderen können einpacken

Alle anderen können einpacken

Vom Autor des Comedy-Bestsellers "7 Kilo in 3 Tagen".
Klaas Heufer-Umlauf sagt: "Ich möchte Ihnen dieses Buch uneingeschränkt ans Herz legen. Und ans Hirn."
Dieses Weihnachten wird alles anders - außer dass Bastian Geschenke immer noch einpackt wie ein Dreijähriger mit Gipsarmen. Bastian wird Heiligabend nicht zu Hause sein. Zum ersten Mal. Und ...  Weiterlesen

Preis: € 10,00
Seitenzahl: 192
rororo
ISBN: 978-3-499-63419-2
23.10.2018
Erhältlich als: Taschenbuch, e-Book
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