Urs Marti-Brander

Die Freiheit des Karl Marx

Ein Aufklärer im bürgerlichen Zeitalter 

Kaum ein Denker hat die Weltgeschichte so stark beeinflusst wie Karl Marx. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus schien er etwas in Vergessenheit geraten zu sein, seit einigen Jahren wird er wiederentdeckt. Der Qualm über den Trümmern gescheiterter sozialistischer Experimente hat sich verzogen, das Unbehagen angesichts der Ungleichheiten in dieser Welt bleibt – und damit das Interesse an einem Denker, der versucht hat, deren Ursachen zu analysieren.
Der wichtigste Theoretiker der kommunistischen Bewegung, so zeigt Urs Marti-Brander in diesem Buch zum 200. Geburtstagsjubiläum, war, anders als oft angenommen, ein Philosoph, der die Freiheit und Entfaltungsfähigkeit des Individuums höher schätzte als das Ideal der Gleichheit. Geprägt von der englischen und französischen Aufklärung kämpfte er gegen politische und religiöse Bevormundung. Wer sich in seine Schriften vertieft, wird gewahr, dass er liberale Grundsätze keineswegs gering geschätzt hat, dennoch aber einen Liberalismus kritisiert, der verdrängt, dass die Gesetze der Akkumulation und Konkurrenz die Freiheit bedrohen. Dieses Buch wirft einen neuen Blick auf den großen Philosophen, der nicht für die Linke ein spannendes Leseereignis verspricht.

Themen:   19. Jahrhundert (1800 bis 1899 n. Chr.); Marxismus und Kommunismus; Soziale und politische Philosophie; Philosophie: Sachbuch, Ratgeber; Christentum

Top