Bettina Stangneth

Lügen lesen

Die Rückseite der Lüge.
Alle Menschen lügen, behaupten die Menschen. Aber auch diejenigen, die das Lob der Lüge singen, wollen nicht bei einer erwischt und noch weniger wollen sie belogen werden. Sogar wenn man im Lügen das Leben selbst oder doch eine notwendige Kulturtechnik sehen will – wir gewöhnen uns einfach nicht an sie. Wenn Menschen sich nicht an etwas gewöhnen können, das sie doch selber gelegentlich tun, dann nennt man das ein moralisches Problem. Wer über Moral spricht, meint damit gern die anderen. Darum ist es auch kein Zufall, dass uns der Lügner von Anbeginn fasziniert. Die Hochstapler, Schwindler und Populisten, sie scheinen uns wie Zauberer zu manipulieren und planmäßig in die Irre zu führen. Die Lüge ist nur eines ihrer Werkzeuge. Als wäre sie nur dann eine Waffe, wenn sie in die falschen Hände gerät. Aber ist das wirklich alles? Und dürfen wir die philosophische Frage nach der Lüge tatsächlich auf Moral und Politik beschränken? Die Philosophin Bettina Stangneth, die ihre Leser schon mit dem Buch Böses Denken auf überraschende Wege zu großen philosophischen Fragen eingeladen hat, stellt in ihrem neuen Essay weitere, ganz einfache Fragen: Was lässt sich aus einer Lüge über unser Denken lernen? Steckt Wissen in der Unwahrheit? Und wie kommt man an dieses Wissen heran?

Themen:   Literarische Essays; Ethische Themen und Debatten; Politik und Staat; Epistemologie und Erkenntnistheorie; Ethik und Moralphilosophie

Veranstaltungen

  • 20.10.2017 14.00 Uhr   in Bad Boll

    Vortrag ”Böses Denken”

    im Rahmen der Tagung vom 19. bis 20.10.2017 "Zum gesellschaftlichen Umgang mit Gefährlichkeit - ist die psyciatrische Maßregel noch zeitgemäß?"

    Ev. Akademie Bad Boll
    73087 Bad Boll
    Anmeldung bis zum 09. Oktober 2017:
    http://www.ev-akademie-boll.de/tagung/521517.html

    Mehr Infos
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