Bernd Lichtenberg

Eine von vielen Möglichkeiten, dem Tiger ins Auge zu sehen

Bernd Lichtenbergs Geschichten erzählen von Familiengeheimnissen - Brüdern, die aufs Eis gehen oder sich in einem kleinen gelben Zelt den ersten Kuss erhoffen, Cousinen, die es bei Jazzmusik mit dem Briefträger treiben, während ein Sturm ein Goldfischglas vom Nachttisch fegt, Vätern, die im Treppenhaus mit der Geliebten telefonieren oder, im Zustand der Volltrunkenheit, blinkende Baustellenwarnschilder mit schweigsamen Frauen verwechseln. Es sind Menschen, für die das Leben ein traurig-komisches Rätsel ist, Menschen, die sich über die Lektüre von Ameisen den Kopf zerbrechen und, immer wieder von der Kraft ihrer Einbildung herausgefordert, über sich selbst oder andere zu stolpern drohen.Bernd Lichtenberg, dank seiner außergewöhnlichen Phantasie und Beobachtungsgabe, wird ihnen allen gerecht. Seine Geschichten sind welthaltige Miniaturen von großer gedanklicher Tiefe und sprachlicher Präzision, schwebende Klangkunstwerke, deren hintergründiger Humor bestechend ist: ein herausragendes Debüt.

Themen:   Moderne und zeitgenössische Belletristik; Belletristik: Erzählungen, Kurzgeschichten, Short Stories

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